Briefwechsel des Markgrafen Wilhelm Ludwig von Baden mit seiner Gemahlin Wilhelmine Christine von Seldeneck (9)
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E 29/VIII Nr. 65
E 29/VIII Familienarchiv von Tucher/Jüngere Linie/Leitheimer Zweig
Familienarchiv von Tucher/Jüngere Linie/Leitheimer Zweig
16.02.1781 - 27.02.1781
Enthält:
1781 Februar 16: Brief der (Wilhelmine Christine von) Seldeneck aus Karlsruhe an ihren Ehemann, Markgraf Wilhelm Ludwig von Baden.
Die Freude hier war groß, als man von der glücklichen Ankunft des Adressaten und des Sohnes (Wilhelm Ludwig von Seldeneck) im Haag (= Den Haag) erfuhr. Der Dienst bei der Garde unter dem Herzog von Wolfenbüttel wäre gewiss das Beste für den Sohn. Auch der Dienst im Regiment des Vaters bietet sich an. Schreiberin hält es damit, wie damals, als den Kindern die Blattern inokuliert wurden, und sagt: ich Rathe weder zu, noch ab. (Seitenlange Sorge um den Sohn.) In einer Frankfurter Zeitung las Schreiberin in den Listen der amerikanischen Generalität und Stabsoffiziere das erste Mal den Namen (Friedrich Wilhelm) v. Steuben. Gott! waß daß für Hanhagelspack (= Janhagel...) ist. Nach weiteren Sorgen um den Sohn schließt Schreiberin mit Gutenachtwünschen. Der Brief fährt fort mit: Gutten morgen bester Engel! Weitere Sorgen um den Sohn und dessen Fortkommen. (Georg Ludwig) von Edelsheim sollte konsultiert werden. In der Fabrik (in Mühlburg) ist alles in Ordnung, nur mit dem Verkauf hapert es. Der Husten der Schreiberin bessert sich.
Dabei:
Brief der Tochter (Wilhelmine Louise), französisch, an den Vater.
1781 Februar 20: Brief der (Wilhelmine Christine von) Seldeneck aus Karlsruhe an ihren Ehemann, Markgraf Wilhelm Ludwig von Baden.
Weiter Sorge um den Sohn. Die behandelnden Ärzte, v. Troxell und Schweighard, ließen Schreiberin zur Ader. Sie leidet auch an Seitenstechen. Der Gärtner Bolleurs erwähnt. Ein Grenadier namens Sutter hat in der Nacht vom 17. mehrere Angehörige der Bürgerwache verletzt, teilweise gingen Finger verloren. (Auch hier wird der Brief abends geschlossen und am nächsten Morgen fortgesetzt).
1781 Februar 27: Brief der (Wilhelmine Christine von) Seldeneck aus Karlsruhe an ihren Ehemann, Markgraf Wilhelm Ludwig von Baden.
Dank für die Mitteilungen über die Friedenverhandlungen zwischen Holland und England. Die Tochter ist zu einem Ball eingeladen. (Gesellschaftsnachrichten, Krapphandel) Die Tochter übt fleißig auf dem Klavier.
Dabei:
Brief der Mutter an den Sohn.
Brief der Tochter an den den Vater mit u.a. Bericht über den Ball.
1781 Februar 16: Brief der (Wilhelmine Christine von) Seldeneck aus Karlsruhe an ihren Ehemann, Markgraf Wilhelm Ludwig von Baden.
Die Freude hier war groß, als man von der glücklichen Ankunft des Adressaten und des Sohnes (Wilhelm Ludwig von Seldeneck) im Haag (= Den Haag) erfuhr. Der Dienst bei der Garde unter dem Herzog von Wolfenbüttel wäre gewiss das Beste für den Sohn. Auch der Dienst im Regiment des Vaters bietet sich an. Schreiberin hält es damit, wie damals, als den Kindern die Blattern inokuliert wurden, und sagt: ich Rathe weder zu, noch ab. (Seitenlange Sorge um den Sohn.) In einer Frankfurter Zeitung las Schreiberin in den Listen der amerikanischen Generalität und Stabsoffiziere das erste Mal den Namen (Friedrich Wilhelm) v. Steuben. Gott! waß daß für Hanhagelspack (= Janhagel...) ist. Nach weiteren Sorgen um den Sohn schließt Schreiberin mit Gutenachtwünschen. Der Brief fährt fort mit: Gutten morgen bester Engel! Weitere Sorgen um den Sohn und dessen Fortkommen. (Georg Ludwig) von Edelsheim sollte konsultiert werden. In der Fabrik (in Mühlburg) ist alles in Ordnung, nur mit dem Verkauf hapert es. Der Husten der Schreiberin bessert sich.
Dabei:
Brief der Tochter (Wilhelmine Louise), französisch, an den Vater.
1781 Februar 20: Brief der (Wilhelmine Christine von) Seldeneck aus Karlsruhe an ihren Ehemann, Markgraf Wilhelm Ludwig von Baden.
Weiter Sorge um den Sohn. Die behandelnden Ärzte, v. Troxell und Schweighard, ließen Schreiberin zur Ader. Sie leidet auch an Seitenstechen. Der Gärtner Bolleurs erwähnt. Ein Grenadier namens Sutter hat in der Nacht vom 17. mehrere Angehörige der Bürgerwache verletzt, teilweise gingen Finger verloren. (Auch hier wird der Brief abends geschlossen und am nächsten Morgen fortgesetzt).
1781 Februar 27: Brief der (Wilhelmine Christine von) Seldeneck aus Karlsruhe an ihren Ehemann, Markgraf Wilhelm Ludwig von Baden.
Dank für die Mitteilungen über die Friedenverhandlungen zwischen Holland und England. Die Tochter ist zu einem Ball eingeladen. (Gesellschaftsnachrichten, Krapphandel) Die Tochter übt fleißig auf dem Klavier.
Dabei:
Brief der Mutter an den Sohn.
Brief der Tochter an den den Vater mit u.a. Bericht über den Ball.
Umfang/Beschreibung: 6 Prod
Archivale
Bemerkungen: Die Briefe des Ehemanns in Nr. 55 und 56
Indexbegriff Person: Bolleurs, N (Gärtner Karlsruhe)
Indexbegriff Person: Edelsheim, Georg Ludwig von
Indexbegriff Person: Schweighard, N (Arzt Karlsruhe)
Indexbegriff Person: Seldeneck, Wilhelm Ludwig von
Indexbegriff Person: Seldeneck, Wilhelmine Christine von - geb Schortmann
Indexbegriff Person: Seldeneck, Wilhelmine Louise von
Indexbegriff Person: Steuben, Friedrich Wilhelm von
Indexbegriff Person: Sutter, N (Grenadier Karlsruhe)
Indexbegriff Person: Troxell, N von (Arzt Karlsruhe)
Indexbegriff Person: Wilhelm Ludwig Markgraf von Baden
Indexbegriff Person: Bolleurs, N (Gärtner Karlsruhe)
Indexbegriff Person: Edelsheim, Georg Ludwig von
Indexbegriff Person: Schweighard, N (Arzt Karlsruhe)
Indexbegriff Person: Seldeneck, Wilhelm Ludwig von
Indexbegriff Person: Seldeneck, Wilhelmine Christine von - geb Schortmann
Indexbegriff Person: Seldeneck, Wilhelmine Louise von
Indexbegriff Person: Steuben, Friedrich Wilhelm von
Indexbegriff Person: Sutter, N (Grenadier Karlsruhe)
Indexbegriff Person: Troxell, N von (Arzt Karlsruhe)
Indexbegriff Person: Wilhelm Ludwig Markgraf von Baden
Amerika
Den Haag
England
Holland
Mühlburg, Krappfabrik
Briefwechsel Wilhelm Ludwig von Baden
Markgraf, Baden
Reise
Ankunft
Garderegiment Herzog von Wolfenbüttel (Generalstaaten)
Regiment Markgraf von Baden (Generalstaaten)
Blatternimpfung
Inokulation Blattern
Zeitung, Frankfurt
Unabhängigkeitskrieg Amerika
Generalität Amerika
Stabsoffiziere, Amerika
Janhagel
Stellensuche
Fabrik
Krapphandel
Husten
Arzt, Karlsruhe
Aderlass
Seitenstechen
Gärtner, Karlsruhe
Grenadier, Karlsruhe
Bürgerwache, Karlsruhe
Körperverletzung
Finger abgehauen
Friedensverhandlungen
Ballbesuch
Gesellschaftsnachrichten
Klavier
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.06.2025, 13:01 MESZ
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