NL Familien Beeg/Ille (Bestand)
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E 10/103
Stadtarchiv Nürnberg (Archivtektonik) >> Stadtarchiv Nürnberg >> Bestandsgruppe E: Dokumentationsgut privater Provenienz >> E 10 - Nachlässe >> E 10/103 - Nachlass / Familien Beeg/Ille
Zu den Personen:Dr. Johann Caspar Beeg, Technologe, Publizist (*04.10.1809 in Nürnberg, +26.01.1867 in Nürnberg) stammte aus einer mittellosen Familie und konnte durch die Förderung des Magistratrats 1826 - 1828 am Lehrerseminar in Altdorf studieren. Nach Lehrtätigkeiten in Nürnberg und München arbeitete er 1834 - 1836 als Schul- und Seminarinspektor in Griechenland. Nach einem naturwissenschaftlichen Studium war er 1844 - 1846 als Rektor an der Gewerbeschule in Fürth tätig. Als vielseitiger Technologe engagierte er sich unermüdlich publizistisch ("Fürther Gewerbezeitung") und praktisch (Vorstand des Fürther Gewerbevereins) für die Modernisierung der Handwerkindustrie und die Einführung neuer Fabrikationszweige und -methoden (Stahlbrillenherstellung, Nadelfabrikation, Silberverspiegelung). 1853 - 1859 arbeitete Herrn Beeg, Schwiegersohn des Museumsgründers Hans von Aufseß (heiratete im Mai 1850 Mathilde von Aufseß), als zweiter Vorstand des GNM mit. Im Auftrag der bayerischen Regierung übernahm er wichtige Funktionen u.a. bei der Weltausstellung in London (1851, 1862) und Paris (1855). Die Stadt Nürnberg ernannte ihn 1864 zum "Gewerbekommissär". Bis zu seinem Tod leistete er wichtige Vorarbeiten für die Gründung des Bayerischen Gewerbemuseums. (Q: Dekan Goetz, Skizzen aus dem Entwicklungsgang und den Erlebnissen des Dr. Johann Caspar Beeg's, kgl. Gewerbs-Comissär in Nürnberg, Nürnberg 1867, L: Sonnenberger, F./ Schwarz, H., Johann Caspar Beeg 1809 - 1867, Nürnberg 1989 HSch)Mathilde Beeg, geb. Mathilde von Aufseß (*19.11.1826 in Unteraufseß, +01.01.1905 in Berlin-Schöneberg) besuchte für zwei Jahre ein Privatinstitut in Bayreuth und wurde zur Fortsetzung der religiösen Erziehung 1842 in das Pfarrhaus eines streng orthodoxen Geistlichen in Neuendettelsau gegeben, wo sie Bekanntschaft und Umgang mit Wilhelm Löhe pflog. Nach Aufseß zurückgekehrt, half sie ihrem Vater Hans von Aufseß, dem Gründer des GNM, bei der Anfertigung von Sachregistern und Repertorien seiner Sammlungen. Während der unruhigen Märztage der Revolution 1848/1849 floh sie mit ihrer Mutter und den Geschwistern nach Nürnberg. Durch ihre Heirat mit Johann Caspar Beeg blieb sie in Fürth bzw. Nürnberg. Nach dem frühen Tod ihres Mannes geriet Frau Beeg in finanzielle Schwierigkeiten und erhielt vom Staat jährlich Erziehungsbeiträge für ihre noch unmündigen Kinder. Auch aufgrund ihrer schlechten materiellen Situation verfaßte sie 1874 eine Denkschrift über die Notwendigkeit der Errichtung einer Frauenarbeitsschule in Nürnberg und leitete schließlich von 1875 - 1887 diese Anstalt als Direktorin. 1902 gehörte sie zu den Ehrengästen bei der Feier des 50jährigen Jubiläums des GNM. Frau Beeg wurde in Berlin begraben. (Q: StadtAN, Dienstbibliothek: Aufzeichnungen von Mathilde Beeg geb. Freiin von und zu Aufseß. - Beeg, M., Idee einer Frauenarbeits-Schule in Nürnberg, Nürnberg 1875)Zum Bestand:Der Bestand besteht zu einem Teil aus persönlichen Dokumenten des Joahnn Caspar Beeg, unter anderem sein griechischer Reisepass, seine Zeugnisse oder Briefe von ihm an seine Frau Mathilde Beeg, geb. von Aufseß. Auch sind Unterlagen über seine Tochter Marie Ille-Beeg, geb. Beeg vorhanden, unter anderem ein Lebenslauf und eine Übersicht über ihre Werke.
Einheiten: 12
Bestand
Deutsch
Beeg, Familie (Nachlass)
Ille-Beeg
Nachlässe (Einzelbestände)
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.06.2025, 11:18 MESZ