2.2.1. Nachlässe von Personen (alph.): Schmidt-Bleibtreu, Familie (Bestand)
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SN 267
Stadtarchiv und Stadthistorische Bibliothek Bonn (Archivtektonik) >> A STADTARCHIV >> 2. Nichtamtliche Überlieferung >> 2.2. Sammlungen und Nachlässe >> 2.2.1. Nachlässe von Personen (alph.)
1585-1980
Unterlagen der Familie Schmidt-Bleibtreu und ihrer Vorfahren (Familie Schevastes, Pfingsten, von Kügelgen, von Mastiaux, von Schiller und Bleibtreu) aus Vilich: Verwaltung des Grundbesitzes der Familie, Unterlagen aus der Wahrnehmung verschiedener Ämtern und private Aufzeichnungen (Depositum) verzeichnet/ AUGIAS-Datenbank, Online-Findbuch
Form und Inhalt: Der Schevasteshof, Ostansicht, vor 1930.Der Nachlass wurde dem Stadtarchiv am 28. Mai 2009 als Depositum in drei Koffern und einer Tragetasche durch Frau Editha Hoschützky, geborene Schmidt-Bleibtreu, übergeben.Die Unterlagen stammen aus dem am 24. Dezember 1944 bei einem Luftangriff zerstörten Schevasteshof in Vilich, dem Wohnsitz der Familie Schmidt-Bleibtreu. Nach Auskunft der Nachlassgeberin, Frau Editha Hoschützky (geborene Schmidt-Bleibtreu), wurden die vorliegenden Papiere zum Zeitpunkt der Zerstörung im Schevasteshof in einem massiven Schrank aufbewahrt. Weitere Unterlagen, die sich an anderer Stelle im Haus befanden, sind nicht erhalten. Ein weiterer Hinweis darauf, dass die Sammlung an Quellen umfangreicher war, ist das im Bestand erhaltenes Inventar, das bis ins Mittelalter zurückreichende Stücke aufweist. Das jüngste im Inventar erfasste Stück stammt aus dem Jahr 1812. Der überwiegende Teil der Unterlagen war gebündelt; die Einheiten wurden bei der Verzeichnung beibehalten.Der Nachlass beinhaltet Unterlagen aus der Zeit von 1585 bis 1980, wobei der Schwerpunkt der Überlieferung im 19. Jahrhundert liegt. Inhaltlich bilden die Unterlagen zur Verwaltung des Grundbesitzes der Familie in Vilich und Umgebung den größten Anteil am Bestand und zwar über die gesamte Laufzeit (Systematikgruppe 1). Die ältesten Unterlagen stammen von der Familie Schevastes und betreffen deren Grundbesitz in Königswinter (SN 267 Nr. 50). Die Schevastes sind seit der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Vilich ansässig. Bereits seit dem frühen 17. Jahrhundert haben sie das Schultheißen- und Kellneramt des Stifts Vilich inne; 1636 sind Heinrich Schevastes als Schultheiß und dessen Sohn Robert als Kellner (und ab 1643 auch als Schultheiß) nachweisbar; drei der Söhne der Familie waren Kanoniker beim Stift - so auch der letzte 1823 verstorbene Namensträger Alexander Joseph Anton Schevastes. Die schevastischen Unterlagen betreffen neben dem Grundbesitz auch Nachlassangelegenheiten. Unmittelbar aus dem Stift Vilich hervorgegangenes Material ist kaum vorhanden (Systematikgruppe 4).Verbindungen zu den Familien Pfingsten und de Claer wurden 1729 und 1730 durch die Eheschließungen der Töchter des Schultheißen und Kellners Peter Franz Adrian Schevastes, von Maria Adelheid mit Johann Philipp Pfingsten, Prokurator in Bonn, und Maria Agnes mit Johann Alexander de Claer, kurkölnischer Hofrat, hergestellt. Ebenso wurden Verbindungen durch deren Enkelinnen zu den von Claer (de Claer), von Kügelgen und anderen prominenten Familien geknüpft. Maria Magdalena Pfingsten, Enkelin des Prokurators, ehelichte 1818 in erster Ehe Caspar Anton von Mastiaux und in zweiter Ehe Ernst Friedrich Wilhelm von Schiller, Sohn des Dichters Friedrich von Schiller. Ihre Nichte Clementine, Tochter des Vilicher Bürgermeisters Franz Gabriel Clemens Pfingsten heiratete Friedrich Wilhelm Bleibtreu, u. a. Präsident des Oberlandesgerichts Elsass, Sohn des Bergmeisters beim Oberbergamt Bonn und Gründer der Alaunhütte in Oberkassel. Die Überlieferung der Familien Pfingsten, Bleibtreu und der folgenden Generationen Schmidt-Bleibtreu erwuchs aus der Verwaltung des Vermögens (Systematikgruppe 1). Hinzu kommen Unterlagen, die in Ausübung von Ämtern entstanden sind (Systematikgruppe 3). Aus der Familie Pfingsten stammen die ersten privaten und persönlichen Aufzeichnungen wie Tagebücher oder Haushaltsbücher in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (Systematikgruppe 5).Der vorliegende Bestand bietet Quellen zur weiteren Untersuchung der Geschichte des rechtsrheinischen Bonn, im besonderen Vilichs, und der Familie. Als Besonderheiten sind zum einen die Tagebuchaufzeichnungen aus den Jahren 1794 bis 1796 zu nennen, die die Geschehnisse in Bonn nach der Ankunft der Franzosen beschreiben, und zum anderen Schriftstücke zum "Landsturm vom Siebengebirge", die Leopold Bleibtreu hinterlassen hat.An die Stadtgeschichtliche Dokumentation wurden Abzüge von Fotos von Friedrich Wilhelm Bleibtreu und Maria Gertrud Bospath sowie von Jodokus Heinrich Raaf, Bürgermeister von Bonn (1703-1734) abgegeben; darunter befanden sich zudem eine Glasplatte und Negative.Die Verzeichnung wurde Ende 2010 durch Frau Dr. Yvonne Leiverkus abgeschlossen.Verweis auf andere Archive (Auswahl):1. Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland: z. B. Behörden und Bestände vor 1816:- Geistliche Institute > Vilich: Akten und Urkunden- Französische Zeit und Übergangszeit > Großherzogtum Berg- Generalgouvernement Berg > Belehnungen und Braunkohlegruben2. Stadtarchiv St. Augustin:- Familienarchiv von Claer (Signatur: SN 29)3. Stadtarchiv Königswinter
Form und Inhalt: Der Schevasteshof, Ostansicht, vor 1930.Der Nachlass wurde dem Stadtarchiv am 28. Mai 2009 als Depositum in drei Koffern und einer Tragetasche durch Frau Editha Hoschützky, geborene Schmidt-Bleibtreu, übergeben.Die Unterlagen stammen aus dem am 24. Dezember 1944 bei einem Luftangriff zerstörten Schevasteshof in Vilich, dem Wohnsitz der Familie Schmidt-Bleibtreu. Nach Auskunft der Nachlassgeberin, Frau Editha Hoschützky (geborene Schmidt-Bleibtreu), wurden die vorliegenden Papiere zum Zeitpunkt der Zerstörung im Schevasteshof in einem massiven Schrank aufbewahrt. Weitere Unterlagen, die sich an anderer Stelle im Haus befanden, sind nicht erhalten. Ein weiterer Hinweis darauf, dass die Sammlung an Quellen umfangreicher war, ist das im Bestand erhaltenes Inventar, das bis ins Mittelalter zurückreichende Stücke aufweist. Das jüngste im Inventar erfasste Stück stammt aus dem Jahr 1812. Der überwiegende Teil der Unterlagen war gebündelt; die Einheiten wurden bei der Verzeichnung beibehalten.Der Nachlass beinhaltet Unterlagen aus der Zeit von 1585 bis 1980, wobei der Schwerpunkt der Überlieferung im 19. Jahrhundert liegt. Inhaltlich bilden die Unterlagen zur Verwaltung des Grundbesitzes der Familie in Vilich und Umgebung den größten Anteil am Bestand und zwar über die gesamte Laufzeit (Systematikgruppe 1). Die ältesten Unterlagen stammen von der Familie Schevastes und betreffen deren Grundbesitz in Königswinter (SN 267 Nr. 50). Die Schevastes sind seit der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts in Vilich ansässig. Bereits seit dem frühen 17. Jahrhundert haben sie das Schultheißen- und Kellneramt des Stifts Vilich inne; 1636 sind Heinrich Schevastes als Schultheiß und dessen Sohn Robert als Kellner (und ab 1643 auch als Schultheiß) nachweisbar; drei der Söhne der Familie waren Kanoniker beim Stift - so auch der letzte 1823 verstorbene Namensträger Alexander Joseph Anton Schevastes. Die schevastischen Unterlagen betreffen neben dem Grundbesitz auch Nachlassangelegenheiten. Unmittelbar aus dem Stift Vilich hervorgegangenes Material ist kaum vorhanden (Systematikgruppe 4).Verbindungen zu den Familien Pfingsten und de Claer wurden 1729 und 1730 durch die Eheschließungen der Töchter des Schultheißen und Kellners Peter Franz Adrian Schevastes, von Maria Adelheid mit Johann Philipp Pfingsten, Prokurator in Bonn, und Maria Agnes mit Johann Alexander de Claer, kurkölnischer Hofrat, hergestellt. Ebenso wurden Verbindungen durch deren Enkelinnen zu den von Claer (de Claer), von Kügelgen und anderen prominenten Familien geknüpft. Maria Magdalena Pfingsten, Enkelin des Prokurators, ehelichte 1818 in erster Ehe Caspar Anton von Mastiaux und in zweiter Ehe Ernst Friedrich Wilhelm von Schiller, Sohn des Dichters Friedrich von Schiller. Ihre Nichte Clementine, Tochter des Vilicher Bürgermeisters Franz Gabriel Clemens Pfingsten heiratete Friedrich Wilhelm Bleibtreu, u. a. Präsident des Oberlandesgerichts Elsass, Sohn des Bergmeisters beim Oberbergamt Bonn und Gründer der Alaunhütte in Oberkassel. Die Überlieferung der Familien Pfingsten, Bleibtreu und der folgenden Generationen Schmidt-Bleibtreu erwuchs aus der Verwaltung des Vermögens (Systematikgruppe 1). Hinzu kommen Unterlagen, die in Ausübung von Ämtern entstanden sind (Systematikgruppe 3). Aus der Familie Pfingsten stammen die ersten privaten und persönlichen Aufzeichnungen wie Tagebücher oder Haushaltsbücher in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts (Systematikgruppe 5).Der vorliegende Bestand bietet Quellen zur weiteren Untersuchung der Geschichte des rechtsrheinischen Bonn, im besonderen Vilichs, und der Familie. Als Besonderheiten sind zum einen die Tagebuchaufzeichnungen aus den Jahren 1794 bis 1796 zu nennen, die die Geschehnisse in Bonn nach der Ankunft der Franzosen beschreiben, und zum anderen Schriftstücke zum "Landsturm vom Siebengebirge", die Leopold Bleibtreu hinterlassen hat.An die Stadtgeschichtliche Dokumentation wurden Abzüge von Fotos von Friedrich Wilhelm Bleibtreu und Maria Gertrud Bospath sowie von Jodokus Heinrich Raaf, Bürgermeister von Bonn (1703-1734) abgegeben; darunter befanden sich zudem eine Glasplatte und Negative.Die Verzeichnung wurde Ende 2010 durch Frau Dr. Yvonne Leiverkus abgeschlossen.Verweis auf andere Archive (Auswahl):1. Landesarchiv NRW, Abteilung Rheinland: z. B. Behörden und Bestände vor 1816:- Geistliche Institute > Vilich: Akten und Urkunden- Französische Zeit und Übergangszeit > Großherzogtum Berg- Generalgouvernement Berg > Belehnungen und Braunkohlegruben2. Stadtarchiv St. Augustin:- Familienarchiv von Claer (Signatur: SN 29)3. Stadtarchiv Königswinter
66 Verzeichnungseinheiten (1,6 lfd. Meter)
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.11.2025, 13:59 MEZ