Krafft am Kornmarkt und sein Bruder Krafft, Söhne des verstorbenen Lutz Krafft, Bürger zu Ulm, treffen Vereinbarungen zur Verwaltung der Jahrtagsstiftung ihres verstorbenen Bruders Lutz Krafft. Dieser hatte für 100 Pfd. Heller einen Zins von 6 Pfd. gekauft, von dem jährlich mit 6 Schilling am Jahrtag eine Speisung mit Wein, Brot und Fleisch für die Siechen im Spital und die armen Siechen [zu St. Leonhard] am Gries finanziert werden soll, die übrigen 4 1/2 Pfd. sollen den Armen für Brot zugute kommen. Der Zins kommt aus Otto Besserers Steinhaus in der Judengasse und aus Konrad Roths Steinhaus nahe an der "juden schulhoff", sowie den zugehörigen Hofraiten, wie ihnen das "von der juden wegen in wart". Nun sollen die Zinse im jährlichen Wechsel von den Brüdern eingenommen und nach den Stiftungsbestimmungen verwendet werden, nach ihrem Tod jeweils von ihren ältesten männlichen Erben und bei einem Aussterben des Geschlechts durch den Ulmer Rat. Versäumt ein Stiftungsverwalter seine Pflichten, verliert er das Recht zur Verwaltung.