Gutsarchiv Frankleben (Bestand)
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H 71 (Benutzungsort: Wernigerode)
Landesarchiv Sachsen-Anhalt (Archivtektonik) >> 10. Adelsarchive >> 10.02. Gutsarchive
(874) 1560 - 1940
Findhilfsmittel: Findbuch von 1964 (online recherchierbar)
Registraturbildner: Frankleben gehört zur Stadt Braunsbedra, Saalekreis, Sachsen-Anhalt.
Das bereits im 9. Jh. im Hersfelder Zehntregister als „Franchenleba“ erwähnte Pfarrdorf Frankleben zählte im Spätmittelalter zum Amt Merseburg des Hochstifts Merseburg. Das Hochstift gehörte seit 1561 als Nebenland zu Kursachsen, erlangte 1657–1738 als Herzogtum Sachsen-Merseburg nochmals Eigenständigkeit und kam 1815 an Preußen, wo es 1816–1945 der Provinz Sachsen zugeordnet war.
Erstmals 1289 nannten sich bischöflich-merseburgische Ministeriale nach Frankleben. Wohl schon im 14. Jh., gesichert 1405, besaß die zum Merseburger Stiftadel zählende Familie (von) Bose hier einen Rittersitz. Um 1570 wird mit der Errichtung des Oberhofes durch Karl von Bose die Teilung des Besitzes in zwei Güter greifbar, denen je ein eigenes Patrimonialgericht zugehörte. Das Unterhof genannte Wasserschloss scheint dabei mit dem älteren Herrensitz identisch zu sein. Die Aufspaltung manifestierte sich noch im 19. Jh. in der Unterscheidung der Dörfer Oberfrankleben und Unterfrankleben, wobei ersteres Pfarrort war. Beide Güter blieben bis zur Enteignung im Zuge der Bodenreform 1945 in Familienbesitz.
Bestandsinformationen: Das Gutsarchiv Frankleben gelangte im Ergebnis der Bodenreform 1949 an das LHASA. Verluste sind vor allem in Hinblick auf das Schriftgut seit der 2. Hälfte des 19. Jh. zu verzeichnen; bis in das 20. Jh. ist fast nur Wirtschaftsschriftgut überliefert. Der Bestand enthält Archivgut zu beiden Gütern, wobei der größere Teil der Überlieferung vom Gut Unterhof stammt. Die Erschließung wurde im Mai 1964 abgeschlossen.
Der Bestand wird auf Grundlage eines 2015 geschlossenen Vertrages als Depositum im Landesarchiv Sachsen-Anhalt verwahrt.
Zusatzinformationen: Literatur:
Adelsarchive im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt. Übersicht über die Bestände, bearb. von Jörg Brückner, Andreas Erb und Christoph Volkmar (Quellen zur Geschichte Sachsen-Anhalts; 20), Magdeburg 2012.
Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Merseburg, Halle 1886, S. 41-43.
Registraturbildner: Frankleben gehört zur Stadt Braunsbedra, Saalekreis, Sachsen-Anhalt.
Das bereits im 9. Jh. im Hersfelder Zehntregister als „Franchenleba“ erwähnte Pfarrdorf Frankleben zählte im Spätmittelalter zum Amt Merseburg des Hochstifts Merseburg. Das Hochstift gehörte seit 1561 als Nebenland zu Kursachsen, erlangte 1657–1738 als Herzogtum Sachsen-Merseburg nochmals Eigenständigkeit und kam 1815 an Preußen, wo es 1816–1945 der Provinz Sachsen zugeordnet war.
Erstmals 1289 nannten sich bischöflich-merseburgische Ministeriale nach Frankleben. Wohl schon im 14. Jh., gesichert 1405, besaß die zum Merseburger Stiftadel zählende Familie (von) Bose hier einen Rittersitz. Um 1570 wird mit der Errichtung des Oberhofes durch Karl von Bose die Teilung des Besitzes in zwei Güter greifbar, denen je ein eigenes Patrimonialgericht zugehörte. Das Unterhof genannte Wasserschloss scheint dabei mit dem älteren Herrensitz identisch zu sein. Die Aufspaltung manifestierte sich noch im 19. Jh. in der Unterscheidung der Dörfer Oberfrankleben und Unterfrankleben, wobei ersteres Pfarrort war. Beide Güter blieben bis zur Enteignung im Zuge der Bodenreform 1945 in Familienbesitz.
Bestandsinformationen: Das Gutsarchiv Frankleben gelangte im Ergebnis der Bodenreform 1949 an das LHASA. Verluste sind vor allem in Hinblick auf das Schriftgut seit der 2. Hälfte des 19. Jh. zu verzeichnen; bis in das 20. Jh. ist fast nur Wirtschaftsschriftgut überliefert. Der Bestand enthält Archivgut zu beiden Gütern, wobei der größere Teil der Überlieferung vom Gut Unterhof stammt. Die Erschließung wurde im Mai 1964 abgeschlossen.
Der Bestand wird auf Grundlage eines 2015 geschlossenen Vertrages als Depositum im Landesarchiv Sachsen-Anhalt verwahrt.
Zusatzinformationen: Literatur:
Adelsarchive im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt. Übersicht über die Bestände, bearb. von Jörg Brückner, Andreas Erb und Christoph Volkmar (Quellen zur Geschichte Sachsen-Anhalts; 20), Magdeburg 2012.
Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Merseburg, Halle 1886, S. 41-43.
Laufmeter: 16.4
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
14.04.2025, 08:12 MESZ