Straßburg, in dem am Sandplatz neben dem sog. Wollhaus gelegenen Haus, das dem Wolfgang Sigmund Böckel von Böcklinsau gehört und vom Erblasser teilweise geliehen ist, in der oberen Stuben mit vier Fenstern, auf die Preusche hinaus sehend, vormittags zwischen 9 und 10 Uhr Johann Friedrich Böcklin von Böcklinsau, capitain, bestimmt als Ausdruck seines letzten Willens folgendes: Er wünscht zu Bischen, wo seine Eltern liegen, begraben zu werden. Er hinterlässt seiner Schwester Johanna Philippina von Weyher, geborene Böcklin von Böcklinsau, 50 fl. Elsässer Geldes zu 60 xer, womit sie ausgesteuert ist, der Tochter Maria Charlotte seines +Bruders Wilhelm Reinhard Christian 50 fl., womit sie ausgesteuert ist, seinem Vetter Franz Anthoni von Ichtrazheim, capitaine im Regiment Courtere, 50 fl. Elsässer, womit auch er ausgesteuert ist, den vier Söhnen seines +Bruders Jakob Christoph Böcklin von Böcklinsau, Stettmeisters und Dreizehners, Franz Jakob Christian, Friedrich Ferdinand, Philipp Reinhard und Wilhelm Ludwig seine Kleidung, Weißzeug, Gewehre, seinen silbernen Degen, Uhr und silberne Tabakdose. Seine Base und Göttel Franziska Salome Böcklin, Tochter des +Jakob Christoph Böcklin von Böcklinsau, soll ein Gültgütlein zu Obenheim erhalten, baut Michael Hurst, Bürger daselbst, zinst jährlich auf Martini 2 V 5 Sester Weizen, 2 V 5 Sester Korn, 1 V 5 Sester Gerste. Das Bett mit Zubehör, das er für Rust hat machen lassen samt Bettlade, Matratze, Umhang von Indienne, sechs Strohsesseln und einem Spiegel mit schwarzgebeiztem Rahmen soll dort wieder hingebracht werden und dort bleiben. Den Rest seiner Hinterlassenschaft vermacht er den Töchtern des +Jakob Christoph Böcklin von Böcklinsau, Stettmeisters und Dreizehners zu Straßburg, Eleonora Dorothea, Friderica Charlotta, Franziska Salome, Sophia Magdalena und Magdalena Louisa zu gleichen Teilen nach Abzug der Legate und der 333 fl. 3 ß 4 Pfg, die er Sophia Dorothea von Ratsamhausen geborene von der Grün, seiner Schwester, schuldet. Zeugen: David Gori, Küfer und Bürger zu Straßburg, Emanuel Brantz, Bürger und Knopfmacher daselbst, Georg Friedrich Meckhell, Bürger und Schreiner daselbst, Friedrich Busmann, Bürger und Schneider daselbst, Johann Zacharias Fritz, Schreiner und Bürger daselbst sowie Johann Friedrich Breu, Notar und Schaffner verschiedener adeliger Familien für das Testament, Heinrich Casimir Meynel und Johann Leonhard Pfähler für das Instrument. Kop. Pap. koll. und begl. am 23. Mai 1755 zu Straßburg durch den Notar Mathias Koch Abschr. in: Inventar prov. Nr. 4301/2 (Das Original war durch Johannes Breu, Notar und Bürger zu Straßburg, ausgefertigt worden)