4.2. Unterpräfektur Kleve
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Gliederung
AA 0633 Roerdepartement, Direktorialkommissar, Präfekturrat, Generalrat, Unterpräfekturen (AA 0633)
Roerdepartement, Direktorialkommissar, Präfekturrat, Generalrat, Unterpräfekturen (AA 0633) >> 4. Unterpräfekturen
Das Arrondissement Kleve gliederte sich in die Kantone Geldern, Goch, Horst, Kaikar, Kleve, Kranenburg, Wankum, Wesel (ab 1808) und Xanten. Die Ernennung des ersten Unterpräfekten - wie auch die der ersten Unterpräfekten der Arrondissements Köln und Krefeld - erfolgte durch den Konsul Napoleon Bonaparte am 3 messidor an VIII (22. Juni 1800). Der bisherige Direktorialkommissar Anton Joseph Dorsch trat sein Amt - wie seine Kollegen - mit Auflösung der Zentralverwaltung des Roerdepartements am 21 thermidor an VIII (9. August 1800) an (Roerdepartement Nr. 287 S. 187; Nr. 1508, Blatt 2 a). Am 28 fructidor an XII (15. September 1804) wurde er zu anderen Funktionen berufen (Recueil des actes ... an XIII, S. 73). Er versah sein Amt bis zum 11 brumaire an XIII (2. November 1804), dem Tag der Eidesleistung und Amtseinführung seines Nachfolgers Karl Ludwig von Keverberg, der am 10 vendemiaire an XIII (2. Oktober 1804) ernannt worden war (ebd. Roerdepartement Nr. 1518, Blatt l b, 72 a). Am 10. Januar 1811 wurde von Keverberg zum Präfekten des Departements Oberems ernannt. Er legte seine Funktionen als Unterpräfekt von Kleve am 4. Februar 1811 nieder (vgl. Roerdeparement Nr. 1540). Der Präfekt betraute Edmund Karl Gaiat, Leiter der ersten Division (Finanzwesen) der Präfektur, an diesem Tag mit der interimistischen Verwaltung der Unterpräfektur (Recueil des actes ... 1811, S. 33). Am 24. Juli 1811 wurde Georg von Andlau zum Nachfolger von Keverberg ernannt. Er trat sein Amt am 3. Oktober 1811 an (vgl. ebd., S. 296) und versah es bis zum 3. (letzter Beleg) oder 5. Januar 1814 (Tag des Abzugs der Truppen und der französischen Behörden), nicht ohne vorher eine interimistische Verwaltung der Unterpräfektur durch den Bürgermeister von Kleve mit diesem geregelt zu haben (vgl. Gorissen, Geschichte der Stadt Kleve, S. 59f). Die Akten der Unterpräfektur Kleve wurden fast sämtlich durch den Landrat des Kreises Kleve, Julius von Haeften (Landrat von 1846 - 1858), mit Genehmigung der Regierung Düsseldorf im Jahr 1852 vernichtet. Das zu diesem Zweck erstellte heute noch erhaltene Aussonderungsverzeichnis, das für die Unterpräfektur 119 Nummern aufweist, zeigt, welche Akten zu diesem Zeitpunkt noch vorhanden waren, und gibt einen Einblick in den Aufgabenbereich des Unterpräfekten (Regierung Düsseldorf Nr. 8445). Teile des heutigen Bestandes, Abgabe des Reichsarchivs Arnheim aus dem Jahr 1927, stammen vermutlich aus dem Nachlaß des Unterpräfekten Karl Ludwig von Keverberg. Zur Ergänzung vgl. Familienarchiv von Keverberg (Findbuch 150.63). Quellen und Literatur: Roerdepartement Nr. 287, 1508, 1518, 1540; Generalgouvernement vom Nieder- und Mittelrhein Nr. 138 (Finanzverwaltung von Andlaus), Regierung Düsseldorf Nr. 8445. - Correspondance d'ordre et relative ä des objets d'un interet general, 1810-1813.- Kleve, C. Koch (eine Sammlung von Zirkularen des Unterpräfekten an die Maires aus allen Gebieten der Verwaltung). - Recueil des actes ... an XIII, S. 73 ; 1811 S. 33, 296. - Almanach ... an XIII, S. 126. - Annuaire ... 1809, S. 134; 1810, S. 200 f.; 1811, S. 130, 132; 1812 S. 75, 77 f.; 1813, S. 136, 138 f. - Gustav Mücke, Die geschichtliche Stellung des Arrondissements und seines Verwalters zur Zeit der napoleonischen Herrschaft, dargestellt an dem Leben und Wirken Karl Ludwig von Keverbergs als O O Unterpräfekt in Kleve, Diss. Bonn 1935. - Hansen, Quellen, Bd. 4, Nr. 220, S. 1281. - Gorissen, Kleve, S. 42ff., 59 f. - Dufraisse, Notables, S. 137. Zu den Beamten vgl.: Niederrheinischer Geschichts-und Altertumsfreund (1) 1903, S. 75.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
09.01.2026, 11:25 MEZ
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