Streitig ist eine Obligation über 450 Tlr. von 1584. Mattheis Ingen Oel, damals 18 Jahre alt und Diener seines Stiefvaters Johann Ferber (Verver), Händlers, und seiner Mutter Margret Marx, war im Auftrag seines Stiefvaters nach Köln gereist, um Wein zu kaufen, und hatte dort die obengenannte Summe bei Hermann Rinck, Propst zu Kleve, zu diesem Zweck aufgenommen. Er hatte ein Schreiben der Odilia von Orsoy an ihren Vetter Hermann Rinck bei sich, in dem diese ihren Vetter um die Auszahlung der Summe bat. Als Odilia von Orsoys Gatte den Mattheis Ingen Oel vor der 1. Instanz auf Rückzahlung des Kredites verklagte, wandte der Beschuldigte ein, er habe im Namen seines Stiefvaters und seiner Mutter gehandelt und außerdem habe sein Stiefvater bereits 234 Tlr., 5 1/2 Stüber an Odilia von Orsoy zurückgezahlt. Die beiden Vorinstanzen verurteilten ihn zur Rückzahlung der Obligation. Das RKG weist mit Urteil vom 24. Febr. 1615 die Appellation ab und an die Vorinstanz zurück. Es schließt sich damit wohl der Gerichtsstandseinrede der Appellaten wegen Unterschreitung der appellierfähigen Summe gemäß dem „privilegium de non appellando“ (450 Tlr. = 225 Goldgulden in Gold nach klev. Währung) an.
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Streitig ist eine Obligation über 450 Tlr. von 1584. Mattheis Ingen Oel, damals 18 Jahre alt und Diener seines Stiefvaters Johann Ferber (Verver), Händlers, und seiner Mutter Margret Marx, war im Auftrag seines Stiefvaters nach Köln gereist, um Wein zu kaufen, und hatte dort die obengenannte Summe bei Hermann Rinck, Propst zu Kleve, zu diesem Zweck aufgenommen. Er hatte ein Schreiben der Odilia von Orsoy an ihren Vetter Hermann Rinck bei sich, in dem diese ihren Vetter um die Auszahlung der Summe bat. Als Odilia von Orsoys Gatte den Mattheis Ingen Oel vor der 1. Instanz auf Rückzahlung des Kredites verklagte, wandte der Beschuldigte ein, er habe im Namen seines Stiefvaters und seiner Mutter gehandelt und außerdem habe sein Stiefvater bereits 234 Tlr., 5 1/2 Stüber an Odilia von Orsoy zurückgezahlt. Die beiden Vorinstanzen verurteilten ihn zur Rückzahlung der Obligation. Das RKG weist mit Urteil vom 24. Febr. 1615 die Appellation ab und an die Vorinstanz zurück. Es schließt sich damit wohl der Gerichtsstandseinrede der Appellaten wegen Unterschreitung der appellierfähigen Summe gemäß dem „privilegium de non appellando“ (450 Tlr. = 225 Goldgulden in Gold nach klev. Währung) an.
AA 0627, 2914 - I/J 18/72
AA 0627 Reichskammergericht, Teil V: I-L
Reichskammergericht, Teil V: I-L >> 1. Buchstabe I/J
1601 - 1616 (1566 - 1615)
Enthaeltvermerke: Kläger: Dieterich (oder Hermann) Jäger (Jeger), Bürger von Wesel, namens seiner Gattin Veronika von Bornum, Witwe des Mattheis Ingen Oel, und deren Erben, (Bekl.: Mattheis Ingen Oel) Beklagter: Arnold te Beier, Bürgermeister von Wesel, und Bernhard Botterman zu Wesel als testamentarische Vormünder von Andreas von Holts Tochter als Erbin der Odilia von Orsoy gen. Brecht, (Kl.) Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Melchior Reinhardt 1601 - Lic. Johann Peter Mörder 1615 Prokuratoren (Bekl.): Dr. Laurentius Vomelius (Stapert) 1601 - Dr. Andreas Pfeffer 1601 - Dr. Christopher Stauber 1614 Prozeßart: Appellationis Instanzen: 1. Gericht (Bürgermeister und Schöffen) der Stadt Wesel 1588 - 1596 - 2. Klev. Hofgericht (Räte und Hofgerichtskommissare) zu Kleve 1596 - 1601 - 3. RKG 1601 - 1616 (1566 - 1615) Beweismittel: Auszug aus dem Testament der Eheleute Andreas von Holt und Johanna von Haes von 1599 (Q 8). Protokoll des Gerichts von Wesel in Sachen Franz Brecht, Bürgermeister von Wesel, namens seiner Gattin Odilia von Orsoy ./. Mattheis Ingen Oel seit 1588 mit Schuldschein des letzteren von 1584 (Q 9). „Privilegium de non appellando“ Kaiser Maximilians II. für Herzog Wilhelm von Jülich, Kleve und Berg von 1566 (Q 11). Auszug aus dem Rechnungsbuch der Odilia von Orsoy gen. Brecht von 1584 - 1588 (Q 21). Beschreibung: 5 cm, 228 Bl., lose; Q 1 - 3, 5 - 25, es fehlt Q 4.
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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28.04.2026, 8:36 AM CEST