Hermes Kreditversicherung AG (Bestand)
Vollständigen Titel anzeigen
BArch B 308
call number: B 308
Bundesarchiv (Archivtektonik) >> Bundesrepublik Deutschland mit westalliierten Besatzungszonen (1945 ff) >> Bundesrepublik Deutschland (1949 ff) >> Finanzen, Wirtschaft
ca. 1939- offen
Geschichte des Bestandsbildners: Die Hermes Kreditversicherungsbank AG, Berlin, wurde 1917 als Spezialgesellschaft für die Versicherung von Ausfuhrforderungen gegründet. Bald stellte sich jedoch heraus, daß die besonderen Risiken des Ausfuhrgeschäfts (politische und Katastrophenrisiken wie Krieg, Unruhen oder Naturkatastrophen) von privaten kommerziellen Gesellschaften nicht zu tragen waren. Im Jahre 1926 führte der zwischen dem Reichswirtschaftsministerium einerseits und der -Hermes- sowie der zunächst noch beteiligten Frankfurter Allgemeine Versicherungs- AG andererseits geschlossenen Vertrag ein System der Exportkreditversicherung ein, das auf einer Risikoteilung zwischen Staat und privater Versicherung beruhte: die privaten Kreditversicherer fungierten als Erstversicherer, während das Reich als Rückversicherer das politische und Katastrophenrisiko übernahm und sich auch am wirtschaftlichen Risiko beteiligte. 1929 schied die Frankfurter aus dem Verfahren aus, und -Hermes- wurde alleiniger Partner des Reichs. Während des Zweiten Weltkrieges übernahm die Hermes auch Reichsgarantien für Einfuhr- und Ausfuhrgeschäfte. Sie war beauftragt, namens, im Auftrag und für Rechnung des Reichs Garantien und Bürgschaften zu zeichnen und zu verwalten. Nach dem Ende des Dritten Reichs konnte die Gesellschaft nicht zur Erfüllung von dessen Verbindlichkeiten herangezogen werden; das Reichsgeschäft wurde ausgegliedert und bis zum 10. Aug. 1972 (BAnz. Nr. 156, 22. Aug.1972) abgewickelt Mit dem Gesetz über die Übernahme von Sicherheitsleistungen und Gewährleistungen im Ausfuhrgeschäft vom 26. Aug. 1949 wurden die Ausfuhrgarantien und -Bürgschaften des Bundes neu geregelt. Die Geschäfte übernahm ein Konsortium, bestehend aus der Hermes Kreditversicherungs-AG und der Deutsche Revisions- und Treuhand AG (Treuarbeit). Ein interministerieller Ausschuß unter Vorsitz des BMWi entscheidet über die Deckungsanträge. Großaktionäre der -Hermes- sind die Münchner Rückversicherungs-Gesellschaft mit über 50% und die Allianz AG, München, mit 25% (Stand: 1979).
Bestandsbeschreibung: Bestandsgeschichte
Die Unterlagen gelangten 1987 in das Bundesarchiv
Archivische Bewertung und Bearbeitung
Kassation der routinemäßig bearbeiteten Einzelfälle
Inhaltliche Charakterisierung: Abwicklung des Reichsgeschäfts; Deutsche Kriegsversicherungsgemeinschaft
(DKV), Abwicklung des Vermögens der Deutschen Kriegsversicherungsgemeinschaft (DKG), sog. "Reichsgeschäft", Organisation und Verwaltung.
Zitierweise: BArch B 308/...
Bestandsbeschreibung: Bestandsgeschichte
Die Unterlagen gelangten 1987 in das Bundesarchiv
Archivische Bewertung und Bearbeitung
Kassation der routinemäßig bearbeiteten Einzelfälle
Inhaltliche Charakterisierung: Abwicklung des Reichsgeschäfts; Deutsche Kriegsversicherungsgemeinschaft
(DKV), Abwicklung des Vermögens der Deutschen Kriegsversicherungsgemeinschaft (DKG), sog. "Reichsgeschäft", Organisation und Verwaltung.
Zitierweise: BArch B 308/...
Euler Hermes Kreditversicherungs-AG (Hermes), 1917-
99 Aufbewahrungseinheiten; 90,0 laufende Meter
Archivbestand
deutsch
Fremde Archive: "Sonderarchiv Moskau", Fonds Nr. 1455: 3574 AE der Hermes (s. "Archivar", 45.Jg. 1992; H. 3, Spalte 457 ff.).
Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv: B 280 (Hermes-Reichsgeschäft)
Literatur: Kurt Hamann/Hermann Habicht: Zur Geschichte der deutschen Exportversicherung. In: Neue Perspektiven aus Wirtschaft und Recht, Festschrift für Hans Schäffer, Berlin 1966.- Jürgen Bellers: Außenwirtschaftspolitik der Bundesrepublik Deutschland 1949-1989. Münster 1990.
Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv: B 280 (Hermes-Reichsgeschäft)
Literatur: Kurt Hamann/Hermann Habicht: Zur Geschichte der deutschen Exportversicherung. In: Neue Perspektiven aus Wirtschaft und Recht, Festschrift für Hans Schäffer, Berlin 1966.- Jürgen Bellers: Außenwirtschaftspolitik der Bundesrepublik Deutschland 1949-1989. Münster 1990.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
24.04.2026, 10:58 MESZ