Gerhard v. Ense gen. Schneidewind bestätigt dabei gewesen zu sein, als einige Fußknechte auf der freien Straße beim Kloster Bredelar (Bredeler) erschlagen worden sind. Er akzeptiert, dafür vom Erzbischof Hermann1 von Köln bestraft zu werden und sich nach Aufforderung des Erzbischofs innerhalb von 14 Tagen zu rechtfertigen, es sei denn, dass er stattdessen eine Zahlung von 400 Gulden an den Erzbischof leistet. Wenn aber Freunde [oder Angehörige] der erschlagenen Fußknechte den Erzbischof wegen dieser Vereinbarung anfechten, dann soll er ihn entschädigen. Es wurde auch vereinbart, dass Gerhard zusammen mit den anderen, die dabei waren, eine ewige Memorie für die erschlagenen Fußknechte stiften wird. Siegelankündigung des Gerhard v. Ense gen. Schneidewind. Siegelbitte an Johann v. Stockhausen (Hans von Stockhusen), Amtmann von Eversberg (Everßberg), sein Schwiegervater2 (swegerher) und Eberhard (Eberhart, Evert) Hack, seinem Freund, die das bestätigen.3. Datum 26. September 1493 (uf doinerstag nach sanctt Mauritius tag). Umschlag (zu Nr. 3434 - nicht transkribiert - und 3435): zwei Reverse. 1) Hermanns von Hanxleden. 2) Gerharts von Ense genannt Snydewint wegen Ermordung Diderichs Oevelaker, und einiger Fußknechte bei Bredelar auf freier Straße, sich beim Erzb. auf dessen Fordern, zur Untersuchung zu stellen. 1493 16. Sept. Inhalt (Nr. 3435): Ich Gerhart vonn Ense gnant Snydewindt bekenne unnd thun kunt offenlich mit diesem offen brive, als etliche fußknechte uf der frienstraß des stifts Collen bie dem cloister Bredeler, vom leben zum tode bracht sin, dar bie unnd mit ich geweist bin, der halben der hochwirdigister hochgeborner furste unnd her, herre Herman, ertzbischove zu Collen unnd churfurste, hertzoge zu Westvaln unnd zu Enngern etc., myn gnedigister liever her, mir ungnedig unnd willens geweist ist, mich umb solichen hanndel unnd totslage mit recht zu straffen, unnd wan mir dan mit sinen gnaden umb soliche ovefarung zu rechten nicht woll gelegen sin wolt, so haven myn frunde unnd ich sin furstliche gnade underteniglichen gebeten, mich uf dißmall der rechtfertigung gemelts hanndels halb zuverlaissen, das dan sin gnade gnediglichen getan. Unnd ist daruf zwischen sinen gnaden unnd mir durch siner gnaden rete abgerede unnd geteidingt, das welich ziet sin gnade ader siner gnaden nachkomen willens werden, mich umb den obgnanten hanndel mit recht furnemen wollen, das ich alsdan solichs rechtens nach erfordern siner gnaden oder siner gnaden nachkomenn in viertzehen tagen ungeverlich gehorsam sin sall, unnd ob mir solich rechtfertigung uf das selb mal abermals zu tun nicht gelegen sin wolt, so sall ich gude macht haben, mynen gnedigisten heren oder siner gnaden nachkomenn obgnant, fur gemelt rechtfertigung vier hunder bescheiden rinsch gulden zu geben unnd zu betzalen, unnd so ich dan die vier hundert bescheiden gulden wie vurß. sinen gnaden oder siner gnaden nachkomenn betzalt hab, sollen sin gnad unnd siner gnaden nachkomen mich der rechtfertigung obgeß. hanndels halb, so vil ich gegen siner gnaden der halber gebrucht hab genutzlichen verlassen sin. Doch weres sache, das der toten fußknechte frunde, einer oder mehre, mynen gnedigisten heren, siner gnaden nachkomenn undertan unnd stift, umb solichen hanndell anfochten, so sall ich zu ider ziet solichs, so vil mich das betrift, zuerkenntnisse myns gnedigisten heren oder siner gnaden nachkomenn abetragenn. Es ist auch bezett, das ich, obg. Gerhart, nach erkentnisse myns gnedigisten heren obgnannt, den toten fußknechten mitsampt anndern, die damit geweist sin, ein zemliche erliche ewigliche memorien fundiren unnd stiften sall. Solichs alles wie obgeschrivenn hab ich, Gerhart Snydewint, mynem gnedigisten heren an die hannt gelobt, unnd dar nach zu Got unnd zu den heiligen gesworn, stete, veste unnd unverbrochlichen zu halten unnd zuvollentziehenn, alles sonnder geverde unnd argelist. Des zu urkunde hab ich myn ingesiegel an diesen brif gehanngen, unnd vorter zu mere gezuge die vesten unnd fromenn Hannsen von Stockhußs, drosten zum Everßberg, unnd Eberhart Hacken, myn lieven swegerhern unnd frund, ire insiegel bie das myn an diesen brif zu hangen gebeten, wilcher siglung wir obgnanten Hans von Stockhusen unnd Evert Hack also under unnsern siegeln, die wir umb des vurß. Gerhartz Snydewints bete willen her angehangen ware zu sin unnd gerne gedan zu haven bekunenn. Gegeven uf doinerstag nach sanctt Mauritius tag, in den jaren unnsers hern duysent vierhundert unnd im drieundnuyntzigisten. Littera Gerhardi Snydwint super concordia ____ __ fectiorum pedestrin__ sive diff____. anno etc. XCIII. [andere Schrift] ao 1493. Original, Pergament, mnd., ca. 35 × 19 cm, mit Plica, mit noch zwei anhängenden Siegeln, vom ersten des Gerhard v. Ense ist nur noch der Pressel vorhanden, vom zweiten des Johann von Stockhausen (?) fehlt ein kleines Stück und es ist schwach erkennbar, auch vom dritten des Eberhard Hack (?) fehlen Randteile, es ist nur schwer erkennbar. 1Hermann IV v. Hessen, EB von Köln 1480 bis 1508 (seit 1473 Administrator). 2Die Ehefrau Tiburg des Gerhard v. Ense gen. Schneidewind ist eine Tochter des Johann v. Stockhausen - am 24.10.1511 wird ein Hans v. Stockhausen als Amtmann auf dem Kogelnberg eingesetzt (LAV NRW W, Amt Kogelnberg-Volkmarsen Nr. 35). 3Die Urkunde entstand zeitgleich mit der Urkunde 3434, in der es um den Totschlag des Dietrich Ovelacker im Beisein oder durch Hermann v. Hanxleden geht. Dort ist der Ort des Totschlages nicht genannt und es gibt auch keinen Hinweis, dass es sich um ein gemeinsames Ereignis mit der Aktion Gerhards v. Ense gehandelt hat.