Militärischer Nachlass Wilhelm Jetter, Generalmajor, *1860 +1942 (Bestand)
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, M 660/125
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Militärische Bestände 1871-ca. 1920 >> Nachlässe und Sammlungen >> Nachlässe
1901-1930
1. Zur Biografie Wilhelm Jetters: Wilhelm Ludwig August Jetter wurde am 18. Juni 1860 in Ellwangen als Sohn des späteren Göppinger Oberamtsrichters Wilhelm Jetter geboren. Nach dem Besuch der Lateinschule in Göppingen und der Kadettenanstalten in Bensberg und Berlin trat Jetter am 15. April 1878 als Portepee-Fähnrich beim Infanterieregiment Nr. 125 ein. Am 9. Dezember 1880 wurde er zum Sekondeleutnant befördert. Von 1882 bis 1894 hatte Jetter verschiedene Verwendungen in den Infanterieregimentern Nr. 122 und Nr. 124. Das Avancement zum Premierleutnant erfolgte am 24. Juli 1890. Vier Jahre später, am 14. Mai 1894, wurde Jetter zum Hauptmann und Kompaniechef im Infanterieregiment Nr. 121 ernannt. Von 1896 bis 1901 war er an die Unteroffizierschule Potsdam kommandiert. Nach Württemberg zurückgekehrt, wurde Jetter als Kompaniechef in den Infanterieregimentern Nr. 125 und Nr. 121 eingesetzt, bevor er - seit 1905 im Dienstgrad eines Majors stehend - zum Bataillonskommandeur im Infanterieregiment Nr. 124 befördert wurde. Am 25. Februar 1912 erfolgte Jetters Ernennung zum Oberstleutnant und kurze Zeit später seine Versetzung zum Stab des Grenadierregiments Nr. 123. Wenige Monate vor dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs, am 22. April 1914, wurde Jetter zum Oberst und Kommandeur des Infanterieregiments Nr. 127 befördert. Als Regimentskommandeur nahm Jetter ab August 1914 mit seinem Verband an den Grenzschlachten des XIII. Armeekorps im Raum Longwy sowie am anschließenden Vormarsch in die Argonnen teil. Sein Regiment verblieb bis Ende des Jahres 1915 in den Argonnen. Anschließend wurde der Verband bei Ypern eingesetzt. Am 3. April 1916 erhielt Jetter das Kommando über die 23. schlesische Infanteriebrigade. Mit diesem Großverband kämpfte er in den Schlachten bei Verdun und an der Somme. Im Oktober 1916 wurde Jetter zu den Offizieren von der Armee versetzt. Er erhielt am 23. März 1917 das Kommando über die II. Stellvertretende 54. Infanteriebrigade. Am 18. August 1917 zum Generalmajor befördert, war Jetter von März bis Oktober 1918 württembergischer Inspekteur der Feldrekrutendepots der Heeresgruppe Herzog Albrecht. Am 18. September 1918 erlitt er bei einer Gefechtsübung eine schwere Schussverwundung. In den letzten Kriegswochen dem Stellvertretenden Generalkommando XIII. Armeekorps zur Verfügung gestellt, wurde die mobile Verwendung Jetters am 31. März 1919 aufgehoben. Nach dem Ende des Krieges zog Jetter nach Mergentheim. 1921 wurde er Vorsitzender des am 9. April 1910 gegründeten "Vereins für Bad Mergentheim" mit Sitz in Stuttgart, der sich die Werbung für den Kurort Mergentheim zum Ziel gesetzt hatte. Als langjähriger Vorsitzender führte Jetter eine Vielzahl von Wohltätigkeitsveranstaltungen durch und legte im Jahr 1926 den Grundstein für den Kursaal von Bad Mergentheim. Wilhelm Jetter starb in Bad Mergentheim am 10. Oktober 1942.
2. Zum Nachlass Wilhelm Jetters: Der Nachlass Wilhelm Jetters wurde am 31. Oktober 1942 dem Heeresarchiv Stuttgart übergeben. Eine erste archivische Bearbeitung und Verzeichnung der Unterlagen erfolgte im Jahr 1952 durch Alfons Beiermeister. Im Dezember 2020 wurde der Bestand M 660/125 von dem Archivreferendar Julius Gerbracht unter Anleitung von Dr. Wolfgang Mährle neu erschlossen. Der Nachlass Jetters umfasst vor allem Kriegstagebücher, Befehle, Meldungen, Tätigkeitsberichte und andere Aufzeichnungen sowie Skizzen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs. Die Unterlagen haben eine Laufzeit von 1901 bis 1930 und umfassen 16 Büschel. Der Gesamtumfang beträgt 0,2 lfd. m.
3. Quellen- und Literaturhinweise: a ) Quellen -M 430/2 Bü 977 -M 707 Nr. 726 -M 743/2 Bü 248 b) Literatur -Berg, Hartwig: Der Verlust der Residenz und der Weg zum Weltbad. Skizzen zur Geschichte Bad Mergentheims. Bad Mergentheim 2010. -Schwab, Adolf und Schreyer, A.: Das neunte württembergische Infanterie-Regiment Nr. 127 im Weltkrieg 1914-1918. Stuttgart 1920. -Voigt, Günther; Wegner, Günter und Bradley, Dermot (Hg.): Deutschlands Heere bis 1918: Ursprung und Entwicklung der einzelnen Formationen. Band 4: Die sächsischen Grenadier-, Infanterie- bzw. Schützen-(Füsilier-)Regimenter 100 - 108; die badischen Grenadier- bzw. Infanterie-Regimenter 109 - 114; die hessischen Leibgarde- bzw. Infanterie-Regimenter 115 - 118; die württembergischen Grenadier-, Füsilier- bzw. Infanterie-Regimenter 119 - 127. Osnabrück 1982, hier S. 499-504. Stuttgart, im Dezember 2020 Julius Gerbracht Dr. Wolfgang Mährle
2. Zum Nachlass Wilhelm Jetters: Der Nachlass Wilhelm Jetters wurde am 31. Oktober 1942 dem Heeresarchiv Stuttgart übergeben. Eine erste archivische Bearbeitung und Verzeichnung der Unterlagen erfolgte im Jahr 1952 durch Alfons Beiermeister. Im Dezember 2020 wurde der Bestand M 660/125 von dem Archivreferendar Julius Gerbracht unter Anleitung von Dr. Wolfgang Mährle neu erschlossen. Der Nachlass Jetters umfasst vor allem Kriegstagebücher, Befehle, Meldungen, Tätigkeitsberichte und andere Aufzeichnungen sowie Skizzen aus der Zeit des Ersten Weltkriegs. Die Unterlagen haben eine Laufzeit von 1901 bis 1930 und umfassen 16 Büschel. Der Gesamtumfang beträgt 0,2 lfd. m.
3. Quellen- und Literaturhinweise: a ) Quellen -M 430/2 Bü 977 -M 707 Nr. 726 -M 743/2 Bü 248 b) Literatur -Berg, Hartwig: Der Verlust der Residenz und der Weg zum Weltbad. Skizzen zur Geschichte Bad Mergentheims. Bad Mergentheim 2010. -Schwab, Adolf und Schreyer, A.: Das neunte württembergische Infanterie-Regiment Nr. 127 im Weltkrieg 1914-1918. Stuttgart 1920. -Voigt, Günther; Wegner, Günter und Bradley, Dermot (Hg.): Deutschlands Heere bis 1918: Ursprung und Entwicklung der einzelnen Formationen. Band 4: Die sächsischen Grenadier-, Infanterie- bzw. Schützen-(Füsilier-)Regimenter 100 - 108; die badischen Grenadier- bzw. Infanterie-Regimenter 109 - 114; die hessischen Leibgarde- bzw. Infanterie-Regimenter 115 - 118; die württembergischen Grenadier-, Füsilier- bzw. Infanterie-Regimenter 119 - 127. Osnabrück 1982, hier S. 499-504. Stuttgart, im Dezember 2020 Julius Gerbracht Dr. Wolfgang Mährle
16 Büschel (0,2 lfd. m)
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:39 MEZ