Korrespondenz von Jakob Wassermann an Carl Enders
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TNL Enders, HHI.2010.1000.360
HHI.TNLENDERS Teilnachlass Carl Enders
Teilnachlass Carl Enders >> Archivalie – Korrespondenz
1907-1920
Wien, den 18.6.1907:
Sehr geehrter Herr,
es tut mir leid, Ihnen sagen zu müssen, dass ich meine Zusage vorläufig nicht erfüllen kann, und zwar aus zwei Gründen. Der eine ist, dass ich sieben Wochen krank war und bis über den Sommer einer gründlichen Erholung und Ausspannung bedarf. Der zweite Grund ist der, dass das Buch, über welches ich schreiben wollte (es ist ein Roman, mit dessen Vollendung ich die letzten vier Jahre zugebracht habe und der den Titel führt: "Caspar Hauser oder die Trägheit des Herzens") nicht wie ich damals geglaubt schon im Herbst sondern erst im Lauf des nächsten Jahres erscheinen kann. Darüber mich jetzt schon äußern zu wollen, wäre anspruchsvoll gegenüber dem Publikum und meinem eigenen Interesse zuwider. Mich aber über das letzt erschienene Buch auszulassen, ("Die Schwestern") hat ja wenig Sinn, denn es ist darüber so viel von Andern geschrieben worden, dass mir davon noch die Ohren gellen und ich des kritischen Wesens darüber ziemlich müde geworden bin. Ich verschiebe also meine Teilnahme an Ihrer Veröffentlichung auf einen späteren Zeitpunkt.
Mit ergebenem Gruß
Jakob Wassermann
Wien, den 14.5.1908:
Sehr geehrter Herr,
es ist mir unmöglich, über mich selbst zu schreiben. Das ist, ganz nackt und klar gesagt, der Grund, der mich hindert, Ihrer Aufforderung Folge zu leisten. Besonders über Werke, die doch da sind, und eben wirken sollen, weiter nichts, darüber noch zu reden, bringe ich nicht fertig. Zu andern Diensten gern bereit, bin ich Ihr ergebenster
Jakob Wassermann
Alt Aussee, den 7.4.1920:
Sehr geehrter Herr,
ich bin ziemlich ratlos, was ich Ihnen für das Litzmann-Buch senden soll. Einen Aufsatz habe ich nicht. Eine Novelle? ich müsste sie erst schreiben. Ein Gedicht? Geht das in dem Rahmen?
Hochachtend grüßt
Jakob Wassermann
Axenstein (bei Luzern), den 24.6.1920:
Verehrter Herr Professor,
ich bin seit einigen Wochen zur Erholung hier und keinesfalls vor meiner Rückkehr nach Alt Aussee (gegen den 15. Juli) imstande, Ihnen den Beitrag zu senden. Zu viele Umstände privaten Charakters haben mich bisher verhindert, an diese Zusage zu denken. Ich hoffe, dass es im Juli noch Zeit sein wird.
Mit besten Grüßen
Jakob Wassermann
aus: Horstmann, Christina: Die Literarhistorische Gesellschaft Bonn im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Dargestellt am Briefnachlaß von Carl Enders, Bonn, Bouvier, 1987
Sehr geehrter Herr,
es tut mir leid, Ihnen sagen zu müssen, dass ich meine Zusage vorläufig nicht erfüllen kann, und zwar aus zwei Gründen. Der eine ist, dass ich sieben Wochen krank war und bis über den Sommer einer gründlichen Erholung und Ausspannung bedarf. Der zweite Grund ist der, dass das Buch, über welches ich schreiben wollte (es ist ein Roman, mit dessen Vollendung ich die letzten vier Jahre zugebracht habe und der den Titel führt: "Caspar Hauser oder die Trägheit des Herzens") nicht wie ich damals geglaubt schon im Herbst sondern erst im Lauf des nächsten Jahres erscheinen kann. Darüber mich jetzt schon äußern zu wollen, wäre anspruchsvoll gegenüber dem Publikum und meinem eigenen Interesse zuwider. Mich aber über das letzt erschienene Buch auszulassen, ("Die Schwestern") hat ja wenig Sinn, denn es ist darüber so viel von Andern geschrieben worden, dass mir davon noch die Ohren gellen und ich des kritischen Wesens darüber ziemlich müde geworden bin. Ich verschiebe also meine Teilnahme an Ihrer Veröffentlichung auf einen späteren Zeitpunkt.
Mit ergebenem Gruß
Jakob Wassermann
Wien, den 14.5.1908:
Sehr geehrter Herr,
es ist mir unmöglich, über mich selbst zu schreiben. Das ist, ganz nackt und klar gesagt, der Grund, der mich hindert, Ihrer Aufforderung Folge zu leisten. Besonders über Werke, die doch da sind, und eben wirken sollen, weiter nichts, darüber noch zu reden, bringe ich nicht fertig. Zu andern Diensten gern bereit, bin ich Ihr ergebenster
Jakob Wassermann
Alt Aussee, den 7.4.1920:
Sehr geehrter Herr,
ich bin ziemlich ratlos, was ich Ihnen für das Litzmann-Buch senden soll. Einen Aufsatz habe ich nicht. Eine Novelle? ich müsste sie erst schreiben. Ein Gedicht? Geht das in dem Rahmen?
Hochachtend grüßt
Jakob Wassermann
Axenstein (bei Luzern), den 24.6.1920:
Verehrter Herr Professor,
ich bin seit einigen Wochen zur Erholung hier und keinesfalls vor meiner Rückkehr nach Alt Aussee (gegen den 15. Juli) imstande, Ihnen den Beitrag zu senden. Zu viele Umstände privaten Charakters haben mich bisher verhindert, an diese Zusage zu denken. Ich hoffe, dass es im Juli noch Zeit sein wird.
Mit besten Grüßen
Jakob Wassermann
aus: Horstmann, Christina: Die Literarhistorische Gesellschaft Bonn im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Dargestellt am Briefnachlaß von Carl Enders, Bonn, Bouvier, 1987
3 eigenhändige Briefe mit Unterschrift ; 2 eigenhändige Postkarten mit Unterschrift ; 2 adressierte Briefumschläge
Archivalie – Korrespondenz
Deutsch
Wien (u.a.) - Absendeort
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
11.11.2025, 11:59 MEZ