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Gouvernements, Festungen und Kommandanturen der Preußischen
Armee (Bestand)
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Bundesarchiv (Archivtektonik) >> Norddeutscher Bund und Deutsches Reich (1867/1871-1945) >> Militär >> Preußische Armee 1867 bis 1918/1919 >> Weitere nachgeordnete Einrichtungen
1809-1919
Bearbeitungshinweis: Über den Bestand liegt ein Findbuch von Frau Renate Scholl (später: Jansen) aus dem Jahr 1987 vor.
Aus dem Militärarchiv Potsdam, dem ehemaligen Militärarchiv der DDR, wurden 1994 die wenigen dort überlieferten Akten der preußischen Festungsgouvernements und -kommandanturen in das Militärarchiv in Freiburg übernommen und in den Bestand eingefügt. Diese Archivalien wurden 1995 in einem zweiten Findbuch unter Federführung von Herrn Dr. Hans-Heinrich Fleischer verzeichnet.
Die bereits digital erfassten Erschließungsdaten wurden 2012 von Herrn Frank Anton überarbeitet.
Bestandsbeschreibung: Die Festungsgouvernements und -kommandanturen in Preußen unterstanden dem Chef des Ingenieurkorps und Inspekteur (später: Generalinspekteur) der Festungen. Die Festungen waren dem stellvertretenden Kommandierenden General ihres Landwehrbezirks unterstellt. Gouverneure hatten die Befehlsgewalt über große Festungen und Garnisonen, Kommandanten über kleine.
Das Generalgouvernement Belgien verwaltete ab dem 26. August 1914 das besetzte Land. Neben den dem Generalgouverneur unterstellten Militärgouverneuren der belgischen Provinzen Antwerpen, Brabant (Brüssel), Hennegau, Limburg (Hasselt), Lüttich, Luxemburg und Namur gab es bis 1916 Gouverneure der Festungen Antwerpen, Lüttich und Namur sowie der Hauptstadt Brüssel.
Im besetzten Rumänien wurde eine Militärverwaltung eingerichtet, der Distriktskommandanturen und Etappenkommandanturen unterstanden.
Im Ersten Weltkrieg bestanden Etappenkommandanturen zur Verwaltung von Gebieten zwischen den Operationsgebieten der Armeen und den besetzten Gebieten oder dem Reich, die als Vermittlungsstellen zu den Armeen dienten.
Inhaltliche Charakterisierung: Überliefert sind jeweils wenige Akten von Festungen, Garnisonen, Landwehrbezirken, Truppenübungsplätzen und Etappenkommandanturen folgender Orte im Deutschen Reich:
Des Weiteren sind Unterlagen deutscher Dienststellen in Belgien, Frankreich, Rumänien und im Russischen Reich vorhanden.
Über einige Festungen sind Mikrofilme verfügbar von Dokumenten, die in anderen Archiven verwahrt werden, so über Borkum, Breslau, Cüstrin (Küstrin), Danzig, Germersheim, Glatz, Glogau, Koblenz, Königsberg i. Pr., Königstein, Lötzen, Marienburg und Neiße.
Vorarchivische Ordnung: Die Akten der Preußischen Armee wurden im Heeresarchiv Potsdam 1945 durch einen Luftangriff zum größten Teil vernichtet. Den hier verwahrten Archivalienbestand bilden aus Großbritannien und den USA zurückgeführte Reste der Überlieferung der Festungsgouvernements und -kommandanturen.
Fremde Archive: Da in den Verhandlungen der militärischen Behörden des Reiches mit der IMKK das Auswärtige Amt federführend war, werden im Politische Archiv des Auswärtigen Amtes Akten des sog. Entfestigungskommissars und diverse Schleifungsakten verwahrt; sie können interessante Einblicke in einzelne Festungen und deren Geschichte gewähren, insbesondere zu den Festungen Mainz, Köln und Koblenz.
Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv: PH 2 (Kriegsministerium)
RH 62 (Chef der Heeresmuseen)
Literatur: Cron, Hermann: Geschichte des deutschen Heeres im Weltkriege 1914 - 1918, Berlin 1937.
Förster, Otto-Wilhelm: Das Befestigungswesen. Rückblick und Ausschau, Neckargemünd 1960.
Militärgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.): Handbuch zur deutschen Militärgeschichte. 1648-1939. Bd. 3. Abschn. 5, Von der Entlassung Bismarcks bis zum Ende des Ersten Weltkrieges. 1890 - 1918, München 1979.
Fischer, Günther, Bour, Bernard: Die Feste Kaiser Wilhelm II., Mutzig 1980.
Wehrgeschichtliches Museum: Die Sammlungen des Wehrgeschichtlichen Museums im Schloss Rastatt. 4. Festungswesen. Teil 2. Pläne von Festungen und befestigten Städten. Bearbeitet von Rudolf Schott, Rastatt 1985.
Dumbsky, Walter: Die deutschen Festungen von 1871 bis 1914. Strategische Bedeutung und technische Entwicklung, Frankfurt am Main, Bern, New York, Paris 1987.
Neumann, Hartwig/Liessem, Udo: Die klassizistische Grossfestung Koblenz. Eine Festung im Wandel der Zeit: preussische Bastion, Spionageobjekt, Kulturdenkmal, Koblenz 1989.
Falck, Ludwig: Die Festung Mainz. Das Bollwerk Deutschlands "Le boulevard de la France", Eltville im Rheingau 1991.
Feist, Peter: Fort Hahneberg, Berlin 1997.
Theissen, Andrea: Zitadelle Spandau, Berlin 1997.
Molt, Albert: Der deutsche Festungsbau von der Memel zum Atlantik. Festungspioniere, Ingenieurkorps, Pioniertruppe, 1900 - 1945, Utting [2001].
Veltzke, Veit: Preußische Festung Wesel. Politik, Krieg, und Kunst, Berlin 2001.
Bliß, Winfried: Die Festungspläne des preußischen Kriegsministeriums. Ein Inventar, Köln, Weimar, Wien 2008.
Donnell, Clayton/Delf, Brian: The German fortress of Metz, 1870 - 1944, Oxford, New York 2008.
Kellermann, Matthias: Die preußische Festung Koblenz und Ehrenbreitstein. Zur Geschichte der rechtsrheinischen Festungswerke, Koblenz 2011.
Neugebauer, Manfred: Die deutschen Grenzfestungen. Vom Mittelalter bis zur Neuzeit, Wolfenbüttel 2011.
Losse, Michael: Festungen in Deutschland, Petersberg 2013.