Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN), Landesvorstand Sachsen-Anhalt (Bestand)
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P 521 (Benutzungsort: Merseburg)
Landesarchiv Sachsen-Anhalt (Archivtektonik) >> 08. Parteien, Organisationen, Vereine und Verbände >> 08.03. Organisationen, Vereine und Verbände >> 08.03.02. Organisationen, Vereine und Verbände 1945 - 1990 >> 08.03.02.01. Land Sachsen-Anhalt
1947 - 1952
Hinweis: Der Bestand enthält Archivgut, das personenbezogenen Schutzfristen gemäß § 10 Abs. 3 Satz 2 ArchG LSA unterliegt und bis zu deren Ablauf nur im Wege einer Schutzfristenverkürzung gemäß § 10 Abs. 4 Satz 2 ArchG LSA oder eines Informationszuganges gemäß § 10 Abs. 4a ArchG LSA zugänglich ist.
Findhilfsmittel: Findkartei
Registraturbildner: Die VVN war ein überparteilicher Zusammenschluss von antifaschistischen Widerstandskämpfern, Verfolgten des Naziregimes und Hinterbliebenen von ermordeten Antifaschisten. Die Organisation vereinte fast alle Gruppen von NS-Verfolgten – Juden, Christen, Kommunisten, Sozialdemokraten, Liberale und Konservative.
Am 3. Juni 1945 wurde vom Magistrat der Stadt Berlin ein Hauptausschuss "Opfer des Faschismus" (OdF) gebildet. Das von 20 Unterausschüssen unterstützte Gremium hatte die Aufgabe, die für soziale Leistungen notwendige Anerkennung als "Opfer des Faschismus" festzustellen. Das Anliegen der überparteilich und interkonfessionell zusammengesetzten OdF-Ausschüsse war, neben der sozialen und kulturellen Betreuung der ehemaligen Verfolgten, ein politisches: Die Gruppen sollten eine Stimme des Widerstandes, das politische und moralische Gewicht der politischen Gegner des Nationalsozialismus in den Neubeginn des Nachkriegsdeutschlands einbringen. Im November 1946 beschloss eine Delegiertenkonferenz der Berliner "Opfer des Faschismus", neben den an ihre sozialen Aufgaben gebundenen OdF-Ausschüssen eine politisch selbständige Vereinigung zu gründen. Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes in der Sowjetischen Besatzungszone konstituierte sich daraufhin am 22./23. Febr. 1947 in Berlin. Auf einer interzonalen Länderkonferenz im März 1947 in Frankfurt/M. wurde die gesamtdeutsche VVN gegründet.
Unmittelbar nach der Berliner Gründungskonferenz hatten sich in der SBZ Landesverbände konstituiert, so auch in Sachsen-Anhalt. Bis 1952 bestanden Landes- und Kreisverbände sowie Ortsgruppen, danach bis zur Auflösung der VVN im Februar 1953 14 Bezirksverbände und die Berliner VVN. Sitz des Landesvorstandes Sachsen-Anhalt war Halle.
In der SBZ und DDR warf man im Zuge der stalinistischen Säuberungswellen in der SED 1949 bis 1951 führenden Mitgliedern der VVN Agententätigkeit vor. Die Organisation wurde auf allen Ebenen bis zur Spitze überprüft. Eine für 1951 geplante Hauptkonferenz der VVN wurde mehrfach verschoben, für Ende Jan. 1953 einberufen und kurzfristig wieder abgesagt. Am 21. Febr. 1953 beschloss der VVN-Vorstand die Auflösung der Vereinigung, er folgte damit einem Beschluss des Politbüros der SED vom 3. Febr. 1953. An ihre Stelle trat als systematische Ausgrenzung nichtkommunistischer Widerstandskämpfer statt einer freiwilligen Vereinigung das vom ZK der SED installierte Komitee der Antifaschistischen Widerstandskämpfer. Das Vermögen der VVN wurde vom ZK der SED einbehalten.
Am 30. Okt. 1990 konstituierte sich als Nachfolgeorganisation des Komitees der Antifaschistischen Widerstandskämpfer der Interessenverband ehemaliger Teilnehmer am antifaschistischen Widerstand, Verfolgter des Naziregimes und Hinterbliebener e.V. (IVVdN), der sich zugleich als Rechtsnachfolger der 1953 aufgelösten VVN verstand.
Bestandsinformationen: Der Bestand war Teil des ehemaligen Bezirksparteiarchivs Halle der SED. Er wurde dort unter der Signatur V/8 verwahrt. Auf der Grundlage des am 28. Dezember 1992 zwischen dem Land Sachsen-Anhalt und dem Landesvorstand der PDS Sachsen-Anhalt geschlossenen Einbringungsvertrages wurden die Bestände des SED-BPA im Jahr 1993 in das Landesarchiv Merseburg übernommen. Im Jahr 2009 wurde der Bestand umsigniert
Findhilfsmittel: Findkartei
Registraturbildner: Die VVN war ein überparteilicher Zusammenschluss von antifaschistischen Widerstandskämpfern, Verfolgten des Naziregimes und Hinterbliebenen von ermordeten Antifaschisten. Die Organisation vereinte fast alle Gruppen von NS-Verfolgten – Juden, Christen, Kommunisten, Sozialdemokraten, Liberale und Konservative.
Am 3. Juni 1945 wurde vom Magistrat der Stadt Berlin ein Hauptausschuss "Opfer des Faschismus" (OdF) gebildet. Das von 20 Unterausschüssen unterstützte Gremium hatte die Aufgabe, die für soziale Leistungen notwendige Anerkennung als "Opfer des Faschismus" festzustellen. Das Anliegen der überparteilich und interkonfessionell zusammengesetzten OdF-Ausschüsse war, neben der sozialen und kulturellen Betreuung der ehemaligen Verfolgten, ein politisches: Die Gruppen sollten eine Stimme des Widerstandes, das politische und moralische Gewicht der politischen Gegner des Nationalsozialismus in den Neubeginn des Nachkriegsdeutschlands einbringen. Im November 1946 beschloss eine Delegiertenkonferenz der Berliner "Opfer des Faschismus", neben den an ihre sozialen Aufgaben gebundenen OdF-Ausschüssen eine politisch selbständige Vereinigung zu gründen. Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes in der Sowjetischen Besatzungszone konstituierte sich daraufhin am 22./23. Febr. 1947 in Berlin. Auf einer interzonalen Länderkonferenz im März 1947 in Frankfurt/M. wurde die gesamtdeutsche VVN gegründet.
Unmittelbar nach der Berliner Gründungskonferenz hatten sich in der SBZ Landesverbände konstituiert, so auch in Sachsen-Anhalt. Bis 1952 bestanden Landes- und Kreisverbände sowie Ortsgruppen, danach bis zur Auflösung der VVN im Februar 1953 14 Bezirksverbände und die Berliner VVN. Sitz des Landesvorstandes Sachsen-Anhalt war Halle.
In der SBZ und DDR warf man im Zuge der stalinistischen Säuberungswellen in der SED 1949 bis 1951 führenden Mitgliedern der VVN Agententätigkeit vor. Die Organisation wurde auf allen Ebenen bis zur Spitze überprüft. Eine für 1951 geplante Hauptkonferenz der VVN wurde mehrfach verschoben, für Ende Jan. 1953 einberufen und kurzfristig wieder abgesagt. Am 21. Febr. 1953 beschloss der VVN-Vorstand die Auflösung der Vereinigung, er folgte damit einem Beschluss des Politbüros der SED vom 3. Febr. 1953. An ihre Stelle trat als systematische Ausgrenzung nichtkommunistischer Widerstandskämpfer statt einer freiwilligen Vereinigung das vom ZK der SED installierte Komitee der Antifaschistischen Widerstandskämpfer. Das Vermögen der VVN wurde vom ZK der SED einbehalten.
Am 30. Okt. 1990 konstituierte sich als Nachfolgeorganisation des Komitees der Antifaschistischen Widerstandskämpfer der Interessenverband ehemaliger Teilnehmer am antifaschistischen Widerstand, Verfolgter des Naziregimes und Hinterbliebener e.V. (IVVdN), der sich zugleich als Rechtsnachfolger der 1953 aufgelösten VVN verstand.
Bestandsinformationen: Der Bestand war Teil des ehemaligen Bezirksparteiarchivs Halle der SED. Er wurde dort unter der Signatur V/8 verwahrt. Auf der Grundlage des am 28. Dezember 1992 zwischen dem Land Sachsen-Anhalt und dem Landesvorstand der PDS Sachsen-Anhalt geschlossenen Einbringungsvertrages wurden die Bestände des SED-BPA im Jahr 1993 in das Landesarchiv Merseburg übernommen. Im Jahr 2009 wurde der Bestand umsigniert
Laufmeter: 5.8
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
14.04.2025, 8:12 AM CEST
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