Prior und Konvent der Kartause bei Mainz ersuchen das Mainzer Domkapitel, der Kartause 4 Morgen und 24 Ruten Weinberge auf dem Michaelsberg, die an ihren Besitz bereits angrenzen, vom Mainzer St. Katharina-Hospital zu verkaufen, da die Kartause "in vorherigen jahren ein gutes stück zu denen letzteren Churfürstlichen = Favorita-Gebäwden" abgegeben und der Mainzer Kurfürst beschlossen habe, noch mehr Land für seine Schlossanlage zu verwenden. Das Domkapitel hält es von "ober-vorsteher-Ambts wegen" für ratsam, dass neben den 4 Morgen und 24 Ruten, "zugleich des Hospitalis übrige Weinberge sambt hauß, hoff, schewer und garthen" zu Weisenau "im billigen werth mitt-übernohmen würden", wozu sich die Kartause "willfährig erklärt hatt". Die Kartause zu Mainz verpflichtet sich durch diesen Erwerb, für das Haus 25 Albus 7 Pfennige der Präsenz zu St. Viktor und für den Platz unterhalb der Scheuer 1 Albus 5 ½ Pfennige "auff der Probsteylichen Immunität zu Weißenaw" samt den nachfolgenden Grundstücken jährlich an Zinsen zu zahlen: 1. Vier Viertel Weinberg "auf der grub" in Richtung Mainz angrenzend an das Gut von St. Viktor, in Richtung Laubenheim werden sie von Friedrich Kaltenbach zu Weisenau begrenzt, der Präsenz zu St. Viktor jährlich 7 Albus 5 Pfennige zinspflichtig. 2. Zwei Viertel Weinberg "auff der Grub" angrenzend in Richtung Mainz an Friedrich Kaltenbach, in Richtung Laubenheim an Johannes Hoff. 3. Neun Viertel Weinberg in den "Rüben-Äcker" angrenzend in Richtung Mainz an Michel Jung, in Richtung Laubenheim an Adam Rump. 4. Zwei Viertel "Wüst im Plettner" angrenzend in Richtung Mainz an das Seminar zum hl. Bonifaz, in Richtung Laubenheim an Johannes Anthes. 5. Zwei Viertel Weinberg in der "Rhein-Höll" angrenzend in Richtung Mainz an Johannes Guckrot, in Richtung Laubenheim an die Jesuiten. 6. Ein Viertel Weinberg "auff dem Stüel" angrenzend in Richtung Laubenheim an Schultheiß Dörr, in Richtung Mainz an St. Viktor. 7. ½ Viertel "auff dem Rech" angrenzend in Richtung Weisenau an Schultheiß Dörr, in Richtung Hechtsheim an das Seminar zum hl. Bonifaz. 8. Ein Drittel von zwei Morgen "zehend frey wüst in der frücht" angrenzend in Richtung Mainz an die Jesuiten, in Richtung Laubenheim an Johannes Hoff. 9. Dreieinhalb Viertel Weinberg am "unter-Mayntzer weeg" angrenzend in Richtung Mainz an das Allerheiligenkloster zu Weisenau, in Richtung Mainz an den Schultheiß Dörr, jährlich ¼ Weingarten mit 13 Albus 4 Pfennigen dem St. Viktor-Stift zinspflichtig. 10. Zwei Viertel Acker "im Salzacker" angrenzend in Richtung Hechtsheim an das Stift St. Viktor, in Richtung Weisenau an "ein ahngewändtere". 11. Vier Morgen und 24 Ruten Weinberg im Burgbann auf dem Michaelsberg angrenzend an die Käufer, also die Kartause zu Mainz, selbst. Die Kartause verpflichtet sich für die oben genannten Gebäude und Grundstücke 10 000 fl als "Kaufschilling" an das Hospital zu zahlen. Solange die Summe jedoch nicht beglichen ist, verpflichtet sich die Kartause "alljährlich von heüthigem Dato ahn" 400 fl "in harthen und groben goldt - oder silber - sorten" (im 24 Gulden-Fuß) an das St. Katharina-Hospital abzuführen.. Die verkauften Güter samt Haus, Hof, Scheuer und Garten dürfen von der Kartause "zum ohngezweiffelten unterpfandt" nicht veräußert werden, solange der Kaufpreis nebst Zinsen "gäntzlich bestricket" ist. Ankündigung der Unterschriften und Siegel der Vertragsparteien. "gegeben Mayntz den 15ten Novembris 1766". Kanzleivermerk mit der kurfürstlichen Approbation vom 5. März 1767.

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