Wirtshausschlägerei zwischen dem Amtsknecht von Artelshofen und dem Stadtknecht von Velden samt Vorgeschichte, sowie Auseinandersetzung mit dem Jäger von Hohenstein
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E 49/II Nr. 1150
E 49/II Holzschuher/Akten und Rechnungen
Holzschuher/Akten und Rechnungen
11.08.1762 - 12.11.1762
Enthält:
1762 August 19: Protokoll, Artelshofen.
Aussage des Amtsknechts Johann (= Hans) Georg Körner. Er habe am 11. d.M. gejagt und dabei in der Nähe von Rupprechtstegen Hühnergarn entdeckt. Den Vorwurf des Veldener Jägers Christoph Kern, er habe das Garn zerstört, weist er von sich.
1762 September 20: Schreiben des Johann Wilhelm Ebner, Pflegers zu Velden, an Maria Jacobina Ebner in Nürnberg.
Verweis auf ein Schreiben vom 11. August, worin ein hier nicht näher bezeichneter Unfug enthalten war, den der Amtsknecht von Artelshofen im Veldener Jagdrevier, unweit von Rupprechtstegen verübt hatte. Bislang steht die Antwort noch aus.
Verursacher des jetzigen Schreibens ist wiederum dieser Amtsknecht. Am letzten Dienstag war eine Hochzeit im Wirtshaus in Hirschbach. Um Mitternacht, nachdem der dortige Stadtknecht schon den Feierabend geboten hatte, begann der Amtsknecht mit dem Tanzen, worüber sich ein Streit entwickelte, in dessen Verlauf der Stadtknecht vom Leder zog und nur durch die Anwesenden davon abgehalten werden konnte, auf den Amtsknecht einzuhauen.
Die Beschwerde in der früheren Angelegenheit ist dem Amtsknecht übrigens bekannt, er lässt aber verlauten, er werde auch weiterhin die Gegend bis Rupprechtstegen besuchen.
1762 September 30: Schreiben bzw. PS (Konzept) der Frau Ebner aus Nürnberg an den Pfleger zu Velden.
Man wird den Fall bei nächster Gelegenheit durch den Verwalter überprüfen lassen.
1762 Oktober 3: Schreiben des G(eorg) D(ietrich) Hagendorn, Artelshofen nach Nürnberg.
1.) Anbei das Protokoll der Aussage des Amtsknechts, die durch verschiedene Personen in Hirschbach bestätigt wurde (s.u.).
2.) Anbei ein weiteres Protokoll wegen des in Haft sitzenden Fornikanten (hier nicht vorhanden). Die Frau ist Tochter eines Untertanen des Herrn Kriegsrats Ebner. Ihr Bruder, Peter Serz, überbringt den vorliegenden Brief.
3.) Da noch nicht gedroschen wurde, kann über den Strohpreis nichts mitgeteilt werden. Es wird wohl nicht wohlfeil werden.
1762 Oktober 1: Protokoll der Aussage des Hans Georg Körner, Amtsknechts zu Artelshofen (in duplo).
Am 14. September hatte ihn der Verwalter nach Hirschbach zum dortigen Schulmeister geschickt, wegen des Kreuzmühlweihers, wo am 16. September gefischt werden sollte:
Körner blieb über nacht und kehrte im Wirtshaus auf eine Maß Bier ein, wo eine Hochzeit stattfand. Der Stadtknecht von Velden war auch anwesend und ging von Tisch zu Tisch. Etwa zwischen 8 und 9 Uhr fingen die Musikanten mit Erlaubnis des Stadtknechts und des Wirts wieder zu spielen an und einige Leute tanzten. Ein Bauer führte Körner eine Tänzerin zu, sodass er - obwohl er eigentlich nicht vorgehabt hatte zu tanzen - doch 6 Reihen mit ihr tanzte. Außerdem tanzten noch der junge Vogt von Hauseck und der Sohn des Staffelmüllers.
Nach dem Tanz setzte sich Körner wieder an seinen Tisch, um sein Bier zu Ende zu trinken. Mit an seinem Tisch saßen der junge Vogt und der Schulmeister von Hirschbach. Als Körner erzählte, er suche noch einen Jagdhund, sowie, dass ihm neulich ein Hase entwischt sei, warf ihm der Stadtknecht vor, er - Körner - sei ein Wilderer und Spitzbube. Als Körner widersprach, zog der Stadtknecht sein Seitengewehr, hieb zunächst auf den Tisch, gleich danach aber auf Körner ein, der den Hieb unterlaufen, und dem Gegner die Waffe entwinden konnte. Der ihm zugedachte Hieb traf einen Hirschbacher am Kopf.
An der ganzen Sache ist nur das übermäßige Trinken des Stadtknechts schuld.
1762 Oktober 7: Schreiben (Konzept) der Frau Ebner, Nürnberg, an den Pfleger in Velden.
Anbei das Protokoll, mit der Bitte, den Stadtknecht zur Ordung zu bringen.
1762 Oktober 12: Protokoll, Artelshofen.
Anzeige des Amtsknechts Körner gegen den Jäger von Hohenstein, der im Artelshofener Wildbann gejagt habe.
1762 Oktober 22: Beschwerde der Frau Ebner an Pfleger Karl Wilhelm Ebner, Hohenstein, in voriger Sache.
In der Folge Schriftwechsel in dieser Sache bis November 12 genannt Jäger Conrad Hartmann.
1762 August 19: Protokoll, Artelshofen.
Aussage des Amtsknechts Johann (= Hans) Georg Körner. Er habe am 11. d.M. gejagt und dabei in der Nähe von Rupprechtstegen Hühnergarn entdeckt. Den Vorwurf des Veldener Jägers Christoph Kern, er habe das Garn zerstört, weist er von sich.
1762 September 20: Schreiben des Johann Wilhelm Ebner, Pflegers zu Velden, an Maria Jacobina Ebner in Nürnberg.
Verweis auf ein Schreiben vom 11. August, worin ein hier nicht näher bezeichneter Unfug enthalten war, den der Amtsknecht von Artelshofen im Veldener Jagdrevier, unweit von Rupprechtstegen verübt hatte. Bislang steht die Antwort noch aus.
Verursacher des jetzigen Schreibens ist wiederum dieser Amtsknecht. Am letzten Dienstag war eine Hochzeit im Wirtshaus in Hirschbach. Um Mitternacht, nachdem der dortige Stadtknecht schon den Feierabend geboten hatte, begann der Amtsknecht mit dem Tanzen, worüber sich ein Streit entwickelte, in dessen Verlauf der Stadtknecht vom Leder zog und nur durch die Anwesenden davon abgehalten werden konnte, auf den Amtsknecht einzuhauen.
Die Beschwerde in der früheren Angelegenheit ist dem Amtsknecht übrigens bekannt, er lässt aber verlauten, er werde auch weiterhin die Gegend bis Rupprechtstegen besuchen.
1762 September 30: Schreiben bzw. PS (Konzept) der Frau Ebner aus Nürnberg an den Pfleger zu Velden.
Man wird den Fall bei nächster Gelegenheit durch den Verwalter überprüfen lassen.
1762 Oktober 3: Schreiben des G(eorg) D(ietrich) Hagendorn, Artelshofen nach Nürnberg.
1.) Anbei das Protokoll der Aussage des Amtsknechts, die durch verschiedene Personen in Hirschbach bestätigt wurde (s.u.).
2.) Anbei ein weiteres Protokoll wegen des in Haft sitzenden Fornikanten (hier nicht vorhanden). Die Frau ist Tochter eines Untertanen des Herrn Kriegsrats Ebner. Ihr Bruder, Peter Serz, überbringt den vorliegenden Brief.
3.) Da noch nicht gedroschen wurde, kann über den Strohpreis nichts mitgeteilt werden. Es wird wohl nicht wohlfeil werden.
1762 Oktober 1: Protokoll der Aussage des Hans Georg Körner, Amtsknechts zu Artelshofen (in duplo).
Am 14. September hatte ihn der Verwalter nach Hirschbach zum dortigen Schulmeister geschickt, wegen des Kreuzmühlweihers, wo am 16. September gefischt werden sollte:
Körner blieb über nacht und kehrte im Wirtshaus auf eine Maß Bier ein, wo eine Hochzeit stattfand. Der Stadtknecht von Velden war auch anwesend und ging von Tisch zu Tisch. Etwa zwischen 8 und 9 Uhr fingen die Musikanten mit Erlaubnis des Stadtknechts und des Wirts wieder zu spielen an und einige Leute tanzten. Ein Bauer führte Körner eine Tänzerin zu, sodass er - obwohl er eigentlich nicht vorgehabt hatte zu tanzen - doch 6 Reihen mit ihr tanzte. Außerdem tanzten noch der junge Vogt von Hauseck und der Sohn des Staffelmüllers.
Nach dem Tanz setzte sich Körner wieder an seinen Tisch, um sein Bier zu Ende zu trinken. Mit an seinem Tisch saßen der junge Vogt und der Schulmeister von Hirschbach. Als Körner erzählte, er suche noch einen Jagdhund, sowie, dass ihm neulich ein Hase entwischt sei, warf ihm der Stadtknecht vor, er - Körner - sei ein Wilderer und Spitzbube. Als Körner widersprach, zog der Stadtknecht sein Seitengewehr, hieb zunächst auf den Tisch, gleich danach aber auf Körner ein, der den Hieb unterlaufen, und dem Gegner die Waffe entwinden konnte. Der ihm zugedachte Hieb traf einen Hirschbacher am Kopf.
An der ganzen Sache ist nur das übermäßige Trinken des Stadtknechts schuld.
1762 Oktober 7: Schreiben (Konzept) der Frau Ebner, Nürnberg, an den Pfleger in Velden.
Anbei das Protokoll, mit der Bitte, den Stadtknecht zur Ordung zu bringen.
1762 Oktober 12: Protokoll, Artelshofen.
Anzeige des Amtsknechts Körner gegen den Jäger von Hohenstein, der im Artelshofener Wildbann gejagt habe.
1762 Oktober 22: Beschwerde der Frau Ebner an Pfleger Karl Wilhelm Ebner, Hohenstein, in voriger Sache.
In der Folge Schriftwechsel in dieser Sache bis November 12 genannt Jäger Conrad Hartmann.
Archivale
Indexbegriff Person: Ebner, Johann Wilhelm
Indexbegriff Person: Ebner, Karl Wilhelm
Indexbegriff Person: Ebner, Maria Jakobina geb Nützel
Indexbegriff Person: Ebner, N (Kriegsrat)
Indexbegriff Person: Hagendorn, Georg Dietrich
Indexbegriff Person: Hartmann, Konrad
Indexbegriff Person: Kern, Christoph
Indexbegriff Person: Körner, Hans Georg
Indexbegriff Person: Serz, Peter
Indexbegriff Person: Vogt N jun
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Vogteiliche Rechte
Indexbegriff Person: Ebner, Karl Wilhelm
Indexbegriff Person: Ebner, Maria Jakobina geb Nützel
Indexbegriff Person: Ebner, N (Kriegsrat)
Indexbegriff Person: Hagendorn, Georg Dietrich
Indexbegriff Person: Hartmann, Konrad
Indexbegriff Person: Kern, Christoph
Indexbegriff Person: Körner, Hans Georg
Indexbegriff Person: Serz, Peter
Indexbegriff Person: Vogt N jun
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Vogteiliche Rechte
Artelshofen
Hauseck
Hirschbach, Kreuzmühlweiher
Hirschbach, Staffelmühle
Hirschbach, Wirtshaus
Rupprechtstegen
Velden
Pfleger, Velden
Amtsknecht Artelshofen
Jagdrevier
Wilderei Vorwurf der
Wirtshaus
Hochzeit
Tanzen
Stadtknecht Velden
Feierabend Gebot
Fornikation
Haft
Fischweiher
Verwalter Artelshofen
Schulmeister, Hirschbach
Vogt (?), Hauseck
Bauer
Untertan
Kriegsrat
Reihen (Tanz)
Jagdhund
Hasenjagd
Schlägerei
Seitengewehr
Körperverletzung
Trunkenheit
Protokoll
Konzept
Strohpreis
Jäger, Velden
Jäger, Hohenstein
Hühnergarn
Pfleger, Hohenstein
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.06.2025, 13:01 MESZ