Münzesheim, Amt und Ort (Bestand)
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Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 168
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik) >> Ältere Bestände (vornehmlich aus der Zeit des Alten Reichs) >> Akten >> Ämter, Zenten und Waldgenossenschaften >> Münzesheim, Amt und Ort
[1353] 1412-1861
Inhalt und Bewertung
Münzesheim wurde 1675 als badisches Lehen an die beiden unehelichen Söhne des Markgrafen Friedrich VI. von Baden ausgegeben, die sich daraufhin v. Münzesheim nannten. Die v. Münzesheim verkauften die Ortsherrschaft 1761 wieder an den Lehnsherrn. Die Steuerhoheit lag bei der Kraichgauer Ritterschaft. Das kleine baden-durlachische Amt Münzesheim, das außer dem Amtsort nur noch das 1771 von der Kurpfalz eingetauschte Dorf Helmsheim umfasste, wurde 1803 aufgelöst: Münzesheim wurde dem Amt Bretten zugeteilt, Helmsheim dem Landamt Bruchsal.
Territorialgeschichte: Münzesheim wurde 828 anlässlich einer Schenkung als Muncinesheim im Lorscher Codex erstmals erwähnt. Der Name leitet sich von einem Personennamen ab. 1109 bis 1282 wurde der Ort von örtlichem Adel beherrscht, zunächst durch Edelfreie aus dem Gefolge der Kraichgaugrafen, zuletzt durch Ministeriale. Die Ortsherrschaft und Burg (Tiefburg) wurde 1326 als badisches Lehen an die Hofwart von Kirchheim gegeben. Die Lehnshoheit dürfte von den Ebersteinern und damit von den Kraichgaugrafen herstammen. 1530 wurde in Münzesheim die Reformation eingeführt. Nach dem Heimfall von den Hofwart 1675 gab Markgraf Friedrich von Baden Münzesheim an seine zwei unehelichen Söhne, die sich von nun an Freiherren von Münzesheim nannten. Friedrich August von Münzesheim verkaufte die Ortsherrschaft 1761 wieder an den Lehnsherrn. Freilich musste Baden die Steuerhoheit der Kraichgauer Ritterschaft bis 1805 anerkennen. Das kleine baden-durlachische Amt Münzesheim, das außer dem Amtsort nur noch das 1771 von der Kurpfalz eingetauschte Dorf Helmsheim umfasste, wurde 1803 aufgelöst. Nach vorübergehender Zugehörigkeit zu den Ämtern Bretten, Gochsheim und Bruchsal wurde Münzesheim 1814 dem Bezirksamt Bretten zugeteilt und kam 1936 zum Bezirksamt Bruchsal. Am 1. September 1971 erfolgte die Vereinigung von Münzesheim mit den Städten Gochsheim und Unteröwisheim sowie mit den Gemeinden Bahnbrücken, Landshausen, Menzingen, Neuenbürg, Oberacker und Oberöwisheim zur neuen Stadt Kraichtal.
Bestandsgeschichte: Der Bestand enthält vor allem Akten der badischen Zentralverwaltung und nachgeordneter Behörden.
Bearbeiterbericht: Das vorliegende Findbuch stellt die Überarbeitung eines handschriftlichen Findbuchs von Julius Kastner aus dem Jahr 1954 dar. Dieses Findbuch wurde 2020 von Sigrun Gees abgeschrieben. Im selben Jahr erfolgte die redaktionelle Durchsicht von Gabriele Wüst. Die abschließenden redaktionellen Arbeiten für das Online-Findbuch übernahm René Gilbert 2024. Die Unterlagen wurden abschließend signiert und archivfachlich verpackt. Der Bestand 168 enthält insgesamt 534 Akten und elf Karten und hat einen Umfang von ca. acht laufenden Meter. Karlsruhe, im Mai 2024 Dr. René Gilbert
Literatur: Rainer Brüning/Gabriele Wüst (Bearb.), Die Bestände des Generallandesarchivs Karlsruhe, Teil 6, Bestände des Alten Reiches, insbesondere Generalakten (71-228), Stuttgart 2006, S. 308 Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden, Band V, Stuttgart 1976, S. 98 f. Karl Diefenbacher, Ortssippenbuch Münzesheim, Stadtteil von Kraichtal, Landkreis Karlsruhe, Interessengemeinschaft Badischer Ortssippenbücher 1987 (Badische Ortssippenbücher 65) Hans Rott, Franz Xaver Kraus (Hrsg.), Münzesheim, in: Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 9,1): Die Kunstdenkmäler des Amtsbezirks Bretten (Kreis Karlsruhe), Tübingen, 1913, S. 117-125 Karl Wilhelm Kübler, Münzesheim im Wandel der Zeiten: Muncinesheim, Mentzissheimb, Müntzesheim, Münzesheim 1966 Carl W. F. L. Stocker, Chronik von Münzesheim, Heilbronn 1879
Münzesheim wurde 1675 als badisches Lehen an die beiden unehelichen Söhne des Markgrafen Friedrich VI. von Baden ausgegeben, die sich daraufhin v. Münzesheim nannten. Die v. Münzesheim verkauften die Ortsherrschaft 1761 wieder an den Lehnsherrn. Die Steuerhoheit lag bei der Kraichgauer Ritterschaft. Das kleine baden-durlachische Amt Münzesheim, das außer dem Amtsort nur noch das 1771 von der Kurpfalz eingetauschte Dorf Helmsheim umfasste, wurde 1803 aufgelöst: Münzesheim wurde dem Amt Bretten zugeteilt, Helmsheim dem Landamt Bruchsal.
Territorialgeschichte: Münzesheim wurde 828 anlässlich einer Schenkung als Muncinesheim im Lorscher Codex erstmals erwähnt. Der Name leitet sich von einem Personennamen ab. 1109 bis 1282 wurde der Ort von örtlichem Adel beherrscht, zunächst durch Edelfreie aus dem Gefolge der Kraichgaugrafen, zuletzt durch Ministeriale. Die Ortsherrschaft und Burg (Tiefburg) wurde 1326 als badisches Lehen an die Hofwart von Kirchheim gegeben. Die Lehnshoheit dürfte von den Ebersteinern und damit von den Kraichgaugrafen herstammen. 1530 wurde in Münzesheim die Reformation eingeführt. Nach dem Heimfall von den Hofwart 1675 gab Markgraf Friedrich von Baden Münzesheim an seine zwei unehelichen Söhne, die sich von nun an Freiherren von Münzesheim nannten. Friedrich August von Münzesheim verkaufte die Ortsherrschaft 1761 wieder an den Lehnsherrn. Freilich musste Baden die Steuerhoheit der Kraichgauer Ritterschaft bis 1805 anerkennen. Das kleine baden-durlachische Amt Münzesheim, das außer dem Amtsort nur noch das 1771 von der Kurpfalz eingetauschte Dorf Helmsheim umfasste, wurde 1803 aufgelöst. Nach vorübergehender Zugehörigkeit zu den Ämtern Bretten, Gochsheim und Bruchsal wurde Münzesheim 1814 dem Bezirksamt Bretten zugeteilt und kam 1936 zum Bezirksamt Bruchsal. Am 1. September 1971 erfolgte die Vereinigung von Münzesheim mit den Städten Gochsheim und Unteröwisheim sowie mit den Gemeinden Bahnbrücken, Landshausen, Menzingen, Neuenbürg, Oberacker und Oberöwisheim zur neuen Stadt Kraichtal.
Bestandsgeschichte: Der Bestand enthält vor allem Akten der badischen Zentralverwaltung und nachgeordneter Behörden.
Bearbeiterbericht: Das vorliegende Findbuch stellt die Überarbeitung eines handschriftlichen Findbuchs von Julius Kastner aus dem Jahr 1954 dar. Dieses Findbuch wurde 2020 von Sigrun Gees abgeschrieben. Im selben Jahr erfolgte die redaktionelle Durchsicht von Gabriele Wüst. Die abschließenden redaktionellen Arbeiten für das Online-Findbuch übernahm René Gilbert 2024. Die Unterlagen wurden abschließend signiert und archivfachlich verpackt. Der Bestand 168 enthält insgesamt 534 Akten und elf Karten und hat einen Umfang von ca. acht laufenden Meter. Karlsruhe, im Mai 2024 Dr. René Gilbert
Literatur: Rainer Brüning/Gabriele Wüst (Bearb.), Die Bestände des Generallandesarchivs Karlsruhe, Teil 6, Bestände des Alten Reiches, insbesondere Generalakten (71-228), Stuttgart 2006, S. 308 Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden, Band V, Stuttgart 1976, S. 98 f. Karl Diefenbacher, Ortssippenbuch Münzesheim, Stadtteil von Kraichtal, Landkreis Karlsruhe, Interessengemeinschaft Badischer Ortssippenbücher 1987 (Badische Ortssippenbücher 65) Hans Rott, Franz Xaver Kraus (Hrsg.), Münzesheim, in: Die Kunstdenkmäler des Grossherzogthums Baden (Band 9,1): Die Kunstdenkmäler des Amtsbezirks Bretten (Kreis Karlsruhe), Tübingen, 1913, S. 117-125 Karl Wilhelm Kübler, Münzesheim im Wandel der Zeiten: Muncinesheim, Mentzissheimb, Müntzesheim, Münzesheim 1966 Carl W. F. L. Stocker, Chronik von Münzesheim, Heilbronn 1879
534 Akten (Nr. 1-533)
Bestand
Rainer Brüning/Gabriele Wüst (Bearb.), Die Bestände des Generallandesarchivs Karlsruhe, Teil 6, Bestände des Alten Reiches, insbesondere Generalakten (71-228), Stuttgart 2006, S.308
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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