Kurrenden an das Patrimonialgerichts Artelshofen 1817 bis 1833
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E 49/II Nr. 3142
E 49/II Holzschuher/Akten und Rechnungen
Holzschuher/Akten und Rechnungen
1817 - 1833
Enthält:
1817 bis 1833: Kurrenden der Regierung in Ansbach - meist mitgeteilt durch das Landgericht Hersbruck - an das Patrimonialgerichts Artelshofen.
Enthält u. a.:
1817: Beiträge der Patrimonialstiftungen zur Dienstexigenz des Kreiskirchenrats.
1817: Klagen gegen die vor allem durch Kriegslasten verschuldeten Gemeinden dürfen von den Gerichten nur zum Zweck der Erkenntnis angenommen werden. Vollstreckung soll tunlichst vermieden werden.
1817: Körperliche Züchtigungen von Bettlern und Vaganten dürfen nicht durch Ortsgerichte vollzogen werden.
1818: Bei Güterkäufen zum Zweck der Dismembration werden neuerdings Kommissions-, Mandats-, oder Vollmachtsverträge geschlossen, was schon manchen Grundholden in den Ruin getrieben hat.
1819: Der Schmiedemeister und Güterhändler Jacob Fischer von Unterschlauersbach und 2 Konsorten haben per Vollmachtsvertrag das Gut des Johann Michael Würflein in Hergersdorf, Rentamt Ipsheim, zertrümmert. Die Güterhändler verweigerten die Zahlung des Handlohns, da sie nicht per Kaufvertrag, sondern per Vollmacht gehandelt haben. Ein Appellationsgericht kam zu dem Urteil, dass der Vollmachtsvertrag als Kaufvertrag zu werten, mithin das Handlohn zu zahlen sei. Dies wurde vom Oberappellationsgericht München bestätigt. Das Urteil gilt als Grundsatzurteil und ist in den Gerichtsbezirken bekannt zu machen.
1819: Kompetenzfrage bei Annullierung von Immobilienverträgen, die unter Beteiligung von Juden entstanden sind.
1819: Kompetenzfrage bei der Aufnahme von Eheverträgen durch die Gerichte.
1819: Beiträge zur Unterstützungskasse für die Witwen protestantischer Geistlicher.
1821: Verbot des Verkauf von so genanntem Doppel-Bier durch die Wirte von Bierschenken.
1823: Tollwutgefahr wegen des Hundes des Bäckermeisters Strobel von Vorra. Von diesem Tier wurden mehrere Hunde gebissen, und etliche deswegen totgeschlagen.
1823: Dem Wirt Conrad Westphal in Artelshofen wird mitgeteilt, dass er gemäß allerhöchster Verordnung von 1820 das Salz nicht nach dem Maß, sondern nach dem Gewicht verkaufen muss.
1823/24: Tabellen über Gewerbetreibende, Bevölkerungsstand, Viehbestand und Anzahl der Gebäude in Artelshofen (s. Nr. 3143 und 3144).
1823: Vermögensverhältnisse des Georg Pickelmann in Oberartelshofen in Zusammenhang mit der Untersuchung im Fall (Friedrich?) Leimberger (s. auch unten, 1825).
1824: Bekanntmachung einer Verordnung über die Strafen im Fall körperlicher Misshandlungen durch Schullehrer (Johann Wilhelm) Köhler während der Sonntagsschule an die männliche Jugend.
1824: In Zusammenhang mit einem Körperverletzungsdelikt taucht vor dem Landgericht Hersbruck auch der Name des Zimmergesellen Johann Georg (So!) Pillhoefer von Unterartelshofen auf, der wegen Schlägereien schon mehrfach aufgefallen sein soll. - Antwort des Gerichtshalters (Karl Friedrich) Falkner: Zu keiner Zeit ist Georg Michael Pillhofer auffällig geworden - weder zu Zeiten der Gerichtshalter Köhler und (Christoph) Teiffel, noch während der Tätigkeit Falkners.
1824: Empfehlungsschreiben der Regierung in Ansbach für den dortigen Turm- und Schieferdecker Heinlein an sämtliche Polizeibehörden, die ihn bei etwaigen Baumaßnahmen berücksichtigen sollen.
1825: Der Köbler Georg Pickelmann ist angeblich derartig verschuldet, dass er die Kurkosten für seine Frau nicht zahlen kann. - Auflistung der Schulden Pickelmanns. Er besitzt das Haus Nr. 16.
1833: Anzeige des Gemeindevorstehers (Johann Georg) Maul an das Patrimonialgericht Artelshofen. Der Gemeinde wurde die Verordnung wegen der ausgebrochenen Blattern bekannt gemacht. Zur Aufnahme eventueller Kranker wurde das schon wegen der Cholera bereit gestellte Haus des Johann Georg Zahn - früher Dohnhäuser (= Josef Tonhauser, Haus Nr. 32 b) - zur Verfügung gestellt.
1817 bis 1833: Kurrenden der Regierung in Ansbach - meist mitgeteilt durch das Landgericht Hersbruck - an das Patrimonialgerichts Artelshofen.
Enthält u. a.:
1817: Beiträge der Patrimonialstiftungen zur Dienstexigenz des Kreiskirchenrats.
1817: Klagen gegen die vor allem durch Kriegslasten verschuldeten Gemeinden dürfen von den Gerichten nur zum Zweck der Erkenntnis angenommen werden. Vollstreckung soll tunlichst vermieden werden.
1817: Körperliche Züchtigungen von Bettlern und Vaganten dürfen nicht durch Ortsgerichte vollzogen werden.
1818: Bei Güterkäufen zum Zweck der Dismembration werden neuerdings Kommissions-, Mandats-, oder Vollmachtsverträge geschlossen, was schon manchen Grundholden in den Ruin getrieben hat.
1819: Der Schmiedemeister und Güterhändler Jacob Fischer von Unterschlauersbach und 2 Konsorten haben per Vollmachtsvertrag das Gut des Johann Michael Würflein in Hergersdorf, Rentamt Ipsheim, zertrümmert. Die Güterhändler verweigerten die Zahlung des Handlohns, da sie nicht per Kaufvertrag, sondern per Vollmacht gehandelt haben. Ein Appellationsgericht kam zu dem Urteil, dass der Vollmachtsvertrag als Kaufvertrag zu werten, mithin das Handlohn zu zahlen sei. Dies wurde vom Oberappellationsgericht München bestätigt. Das Urteil gilt als Grundsatzurteil und ist in den Gerichtsbezirken bekannt zu machen.
1819: Kompetenzfrage bei Annullierung von Immobilienverträgen, die unter Beteiligung von Juden entstanden sind.
1819: Kompetenzfrage bei der Aufnahme von Eheverträgen durch die Gerichte.
1819: Beiträge zur Unterstützungskasse für die Witwen protestantischer Geistlicher.
1821: Verbot des Verkauf von so genanntem Doppel-Bier durch die Wirte von Bierschenken.
1823: Tollwutgefahr wegen des Hundes des Bäckermeisters Strobel von Vorra. Von diesem Tier wurden mehrere Hunde gebissen, und etliche deswegen totgeschlagen.
1823: Dem Wirt Conrad Westphal in Artelshofen wird mitgeteilt, dass er gemäß allerhöchster Verordnung von 1820 das Salz nicht nach dem Maß, sondern nach dem Gewicht verkaufen muss.
1823/24: Tabellen über Gewerbetreibende, Bevölkerungsstand, Viehbestand und Anzahl der Gebäude in Artelshofen (s. Nr. 3143 und 3144).
1823: Vermögensverhältnisse des Georg Pickelmann in Oberartelshofen in Zusammenhang mit der Untersuchung im Fall (Friedrich?) Leimberger (s. auch unten, 1825).
1824: Bekanntmachung einer Verordnung über die Strafen im Fall körperlicher Misshandlungen durch Schullehrer (Johann Wilhelm) Köhler während der Sonntagsschule an die männliche Jugend.
1824: In Zusammenhang mit einem Körperverletzungsdelikt taucht vor dem Landgericht Hersbruck auch der Name des Zimmergesellen Johann Georg (So!) Pillhoefer von Unterartelshofen auf, der wegen Schlägereien schon mehrfach aufgefallen sein soll. - Antwort des Gerichtshalters (Karl Friedrich) Falkner: Zu keiner Zeit ist Georg Michael Pillhofer auffällig geworden - weder zu Zeiten der Gerichtshalter Köhler und (Christoph) Teiffel, noch während der Tätigkeit Falkners.
1824: Empfehlungsschreiben der Regierung in Ansbach für den dortigen Turm- und Schieferdecker Heinlein an sämtliche Polizeibehörden, die ihn bei etwaigen Baumaßnahmen berücksichtigen sollen.
1825: Der Köbler Georg Pickelmann ist angeblich derartig verschuldet, dass er die Kurkosten für seine Frau nicht zahlen kann. - Auflistung der Schulden Pickelmanns. Er besitzt das Haus Nr. 16.
1833: Anzeige des Gemeindevorstehers (Johann Georg) Maul an das Patrimonialgericht Artelshofen. Der Gemeinde wurde die Verordnung wegen der ausgebrochenen Blattern bekannt gemacht. Zur Aufnahme eventueller Kranker wurde das schon wegen der Cholera bereit gestellte Haus des Johann Georg Zahn - früher Dohnhäuser (= Josef Tonhauser, Haus Nr. 32 b) - zur Verfügung gestellt.
Archivale
Indexbegriff Person: Fischer, Jakob (Unterschlauersbach)
Indexbegriff Person: Heinlein, N (Dachdecker Ansbach)
Indexbegriff Person: Köhler, Johann Wilhelm
Indexbegriff Person: Leimberger, Friedrich
Indexbegriff Person: Maul, Johann Georg
Indexbegriff Person: Pickelmann, Georg
Indexbegriff Person: Pillhofer, Georg Michael
Indexbegriff Person: Strobel, N (Bäcker Vorra)
Indexbegriff Person: Teiffel, Christoph
Indexbegriff Person: Tonhauser, Josef
Indexbegriff Person: Westphal, Konrad (Wirt Unterartelshofen)
Indexbegriff Person: Würflein, Johann Michael (Hergersdorf)
Indexbegriff Person: Zahn, Johann Georg
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Herrensitz und Grundherrschaft
Indexbegriff Person: Heinlein, N (Dachdecker Ansbach)
Indexbegriff Person: Köhler, Johann Wilhelm
Indexbegriff Person: Leimberger, Friedrich
Indexbegriff Person: Maul, Johann Georg
Indexbegriff Person: Pickelmann, Georg
Indexbegriff Person: Pillhofer, Georg Michael
Indexbegriff Person: Strobel, N (Bäcker Vorra)
Indexbegriff Person: Teiffel, Christoph
Indexbegriff Person: Tonhauser, Josef
Indexbegriff Person: Westphal, Konrad (Wirt Unterartelshofen)
Indexbegriff Person: Würflein, Johann Michael (Hergersdorf)
Indexbegriff Person: Zahn, Johann Georg
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Herrensitz und Grundherrschaft
Ansbach
Artelshofen - Oberes Dorf
Artelshofen - Unteres Dorf
Artelshofen, Haus Nr. 16
Artelshofen, Haus Nr. 32 b = zeitweiliges Krankenhaus
Artelshofen, Krankenhaus = Haus Nr. 32 b
Hergersdorf
Hersbruck
Ipsheim
München
Unterschlauersbach
Vorra
Kurrende
Regierung, Ansbach
Landgericht, Hersbruck
Patrimonialgericht Artelshofen
Dienstexigenz
Kreiskirchenrat
Gemeindeverschuldung
Klage
Kriegslast
Erkenntnisurteil
Vollstreckung gegen Gemeinden
Züchtigung körperliche
Bettler
Vaganten
Ortsgericht
Güterkauf
Dismembration
Kaufvertrag
Kommissionsvertrag
Mandatsvertrag
Vollmachtsvertrag
Schmiedemeister Unterschlauersbach
Güterhändler
Handlohnszahlungsweigerung
Appellationsgericht
Oberappellationsgericht München
Grundsatzurteil
Gerichtsbezirke
Bekanntmachung
Kompetenzfrage
Annullierung
Immobilienverträge
Juden
Eheverträge
Witwen-Unterstützungskasse
Geistliche, protestantische
Verkaufsverbot
Doppelbier
Wirt
Tollwut
Bäcker Vorra
Hund tollwütiger
Verordnung
Salzverkauf
Tabelle
Gewerbetreibende
Bevölkerungsstand
Viehbestand
Gebäude
Vermögensverhältnisse
Misshandlung körperliche
Schullehrer, Artelshofen
Sonntagsschule
Körperverletzung
Zimmergeselle, Artelshofen
Verdacht
Gerichtshalter Artelshofen
Empfehlungsschreiben
Dachdecker, Ansbach
Turmdecker
Schieferdecker
Polizeibehörde
Köbler
Verschuldung
Kurkosten
Hausbesitz
Anzeige
Gemeindevorsteher Artelshofen
Blattern 1833
Blatternhaus Artelshofen
Cholera
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.06.2025, 13:01 MESZ