Ausgangspunkt des Streites sind 2 Obligationen über 90 und 60 Rtlr., die der damalige Inhaber von Portendieck (Dick), Philipp von der Porten, einem Juden namens Jobst gegenüber eingegangen war. Jobst war für Kapital und rückständige Zinsen von zusammen knapp 320 Rtlr. im Jahr 1652 in 5 Morgen Portendiecker Land immittiert worden. Der Jude hatte, nach Ansicht des Appellanten unzulässigerweise, seine Forderung und die darauf erteilte Immission an einen Christen namens Schetteler zediert, dieser deren Nutzung statt Zinszahlung für geliehenes Geld an Pastor Rose überlassen. Der Appellant sieht damit weiter Schetteler als eigentlichen Inhaber der Forderung und sich nicht an die zwischen diesem und Rose vereinbarte Zinszahlung gebunden. Da seiner Ansicht nach nur der Kapitalanteil, nicht aber die gesamten 320 Rtlr., derentwegen die Immission erteilt worden war, zu verzinsen seien (die gegnerische Forderung auf Verzinsung der Gesamtsumme wertet er als verbotene Zinseszinsforderung (anatocismus)), sieht er die Forderung durch die Nutzung des Landes als längst getilgt an. Da Rose das Land, das seiner Ansicht nach einen jährlichen Ertrag von 20 Rtlr. erbringen könne, für eine Jahrrente von 12 Rtlr. 48 Stüber genutzt habe, macht er Forderungen gegen ihn über die Differenz zwischen beiden Summen geltend. Die 1. und 3. Instanz hatten ihn zur Zinszahlung an Rose verurteilt und seine Reduktionsforderung auf ein gesondertes Verfahren verwiesen. 1765 Mitteilung über Vergleichsverhandlungen.

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Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Rheinland
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