Heinricus von Herttenberg (1), Pfleger zu Landshut (2), bestätigt, dass er auf Befehl Herzog Ludwigs [IX.] von Ober- und Niederbayern ein Hofgericht mit den herzoglichen Räten Doktor Martein Mayr, Meister Ludwig Pfragner, Pfarrer zu St. Martin, und Meister Caspar Pfarrer zu St. Jobs, Hanns Marolltinger, Cristoff Kreyberger, Wallthesar Nothaft, Karlein Karglein, Landschreiber, Wilhalm Trenbegk, Richter, Bentiflor Pfeffinger, Lienhart Juden, Gorg Schit und Hanns Amman, Kastner zu Landshut, abhielt, auf dem Dompropst Kaspar von Salzburg gegen die Brüder Hans, Jorg und Wilhalm die Aichperger wegen der domkapitelschen Hofmark Altena{e}rrdingen (3), die dem Kapitel von König Arnolf geschenkt worden war, Klage erhob. Die Brüder hatten dem Domkapitel das Eigentum an der Hofmark abgesprochen und dieses in seinen Rechten beeinträchtigt, indem sie Abgaben von den Untertanen forderten und diese nicht ohne ihr Einverständnis und ohne Zahlung eines Geldbetrages heiraten ließen. Dagegen beanspruchen die Aichperger die Hofmark als Lehen des Erzstifts Salzburg, welches ihrem Vater Partzival von Aichperg (4) und später ihnen verliehen worden war, wozu sie einen Lehenbrief besitzen. In der Eigentumsfrage hatte schon der Vater Parzival vor dem Hofgericht gestanden, dort hatte man die Hofmark als Lehen anerkannt, ihm dieses Lehen aber entzogen. Schließlich hatte man in der Streitsache an den römischen König appelliert, der Appellation aber nicht Nachvolg getan. Das Hofgericht verweist den Fall zur Entscheidung an das Lehengericht des Erzbischofs von Salzburg, wo die Aichberger den Nachweis erbringen sollen, dass die Hofmark ihnen zu Lehen vergeben wurde. Kommen sie dem nicht nach, soll weysungshalben geschehen, was Recht ist. Die Erstellung eines Urteilsbriefes wird bis zur Entscheidung durch das Lehengericht verschoben. Siegler: S: Herttenberg, Heinrich von, Pfleger Landshut