C Rep. 060-02 Hausgemeinschaft Fennstraße 12, 12a und 13 (Bestand)
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C Rep. 060-02
Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> C Bestände (Ost-) Berliner Behörden bis 1990 >> C 7 Kammern und Körperschaften, Parteien, Organisationen und Vereine >> C 7.2 Verbände und Vereine
Vorwort: C Rep. 060-02 Hausgemeinschaft Fennstraße 12, 12a und 13
1. Institutionengeschichte
In der DDR erfolgte seit Mai 1953 die Gründung von "Hausgemeinschaften": Die Bewohner eines Hauses oder eines Häuserblocks wählten mit Unterstützung des Wohngebietsausschusses der Nationalen Front der DDR und der Wohnparteiorganisation der SED eine "Hausgemeinschaftsleitung" und beschlossen gemeinsame Vorhaben in einem jährlichen Arbeitsplan.
Diese Initiativen bezogen sich u. a. auf die Erhaltung der Bausubstanz und die Verbesserung der Wohnverhältnisse, die Pflege der Grundstücke und Grünanlagen oder die Beteiligung am Nationalen Aufbauwerk (NAW). Doch auch gemeinsame Feiern, Feste oder Veranstaltungen, sportliche Freizeitaktivitäten oder die Nachbarschaftshilfe prägten das Wirken einer Hausgemeinschaft.
Als Stützpunkte der Nationalen Front der DDR boten die Hausgemeinschaften vielfältige Möglichkeiten für die politisch-ideologische Arbeit mit den Bürgern, z. B. bei der Durchführung von Solidaritätsaktionen oder bei der Vorbereitung von Wahlen in der DDR. Um die Gründung und die Arbeit von Hausgemeinschaften zu fördern, organisierten die Ausschüsse der Nationalen Front und die Städte und Gemeinden verschiedene Wettbewerbe und lobten Preise aus.
Die Hausgemeinschaften verfügten über finanzielle Mittel - z. B. durch die Auszeichnung mit Geldprämien oder die Vergütung von in Eigenleistung erbrachten Reparaturen durch den Vermieter - und führten ein "Hauskonto".
Zu den Aufgaben einer Hausgemeinschaft gehörten auch die ordnungsgemäße Führung des Hausbuches bezüglich der melderechtlichen Regelungen in der DDR sowie die Durchsetzung und Organisation der Hausordnung. Die Hausordnung beinhaltete sämtliche Reinigungsarbeiten im Haus; außerdem gehörte die Pflege des Vorgartens, des Trockenplatzes und ggf. der Winterdienst dazu.
Die Hausgemeinschaftsleitung hatte zudem die Aufgabe, die Interessen der Hausgemeinschaft gegenüber staatlichen Organen und Institutionen zu vertreten.
Die "Hausgemeinschaft Fennstraße 12, 12a und 13" wurde 1957 gegründet; in den Häusern wohnten damals insgesamt 26 Familien.
Die Hausgemeinschaftsleitung bestand aus Vertretern aller drei Häuser. Auf Hausversammlungen mit allen Mitgliedern der Hausgemeinschaft wurden gemeinsame Vorhaben und Pläne besprochen und dann entsprechend erledigt. Auch die Verwendung der finanziellen Mittel wurde beraten.
Durch die Kündigung aller Verträge zum 01. Juli 1990 durch die Vermieterin, die Wohnungsbaugesellschaft Treptow mbH, wurde der Hausgemeinschaft die Grundlage ihrer Tätigkeit entzogen und sie löste sich zum Oktober 1990 auf.
Die Überlieferung gelangte aus Privathand im Juni 2008 in das Landesarchiv Berlin und erhielt hier die Repositur C Rep. 060-02.
2. Beschreibung
Der Bestand umfasst 9 Archivalieneinheiten (0,15 lfm) mit der Laufzeit1957-1992. Er belegt - auch mit Fotos und Urkunden - sowohl die zahlreichen Aktivitäten der Hausgemeinschaft und das Engagement ihrer Mitglieder, als auch die Würdigung dieses Wirkens.
Er wurde 2008 mit der Software Augias-Archiv in einer Datenbank verzeichnet.
Einige Akten sind auf Grund archivgesetzlicher Bestimmungen bzw. der EU-Datenschutz-Grundverordnung sowie einer Vereinbrung bei der Übergabe des Archivgutes für die Benutzung befristet gesperrt. Eine Verkürzung der Schutzfristen kann auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es der besonderen Zustimmung des Landesarchivs Berlin. [Ergänzung 2017]
3. Korrespondierende Bestände
LAB C Rep. 100 - Magistrat von Berlin, Bereich Sekretär
LAB C Rep. 101 - Der Oberbürgermeister von Berlin
LAB C Rep. 101-07 - Magistrat von Berlin, Pressestelle beim Oberbürgermeister von Berlin
LAB C Rep. 111 - Magistrat von Berlin, Abteilung Wohnungspolitik
LAB C Rep. 116 - Magistrat von Berlin, Abteilung Stadttechnische Versorgung
LAB C Rep. 303 - Präsidium der Volkspolizei Berlin
LAB C Rep. 902 - Bezirksleitung Berlin der SED
LAB F Rep. 260-02 - Plakate Besatzung Berlins (1945-1949) und Berlin Hauptstadt der DDR (1949-1990)
4. Literatur
Hinweise zur Förderung des sozialistischen Gemeinschaftslebens in der Hausgemeinschaften von Berlin / Magistrat von Groß-Berlin | Nationale Front des Demokratischen Deutschland / Ausschuß der Hauptstadt Berlin.- Berlin 1962. Signatur: 06493 (1).
Berlin, 2008 / Oktober 2019 / Januar 2024 Heike Schroll / Kerstin Bötticher
1. Institutionengeschichte
In der DDR erfolgte seit Mai 1953 die Gründung von "Hausgemeinschaften": Die Bewohner eines Hauses oder eines Häuserblocks wählten mit Unterstützung des Wohngebietsausschusses der Nationalen Front der DDR und der Wohnparteiorganisation der SED eine "Hausgemeinschaftsleitung" und beschlossen gemeinsame Vorhaben in einem jährlichen Arbeitsplan.
Diese Initiativen bezogen sich u. a. auf die Erhaltung der Bausubstanz und die Verbesserung der Wohnverhältnisse, die Pflege der Grundstücke und Grünanlagen oder die Beteiligung am Nationalen Aufbauwerk (NAW). Doch auch gemeinsame Feiern, Feste oder Veranstaltungen, sportliche Freizeitaktivitäten oder die Nachbarschaftshilfe prägten das Wirken einer Hausgemeinschaft.
Als Stützpunkte der Nationalen Front der DDR boten die Hausgemeinschaften vielfältige Möglichkeiten für die politisch-ideologische Arbeit mit den Bürgern, z. B. bei der Durchführung von Solidaritätsaktionen oder bei der Vorbereitung von Wahlen in der DDR. Um die Gründung und die Arbeit von Hausgemeinschaften zu fördern, organisierten die Ausschüsse der Nationalen Front und die Städte und Gemeinden verschiedene Wettbewerbe und lobten Preise aus.
Die Hausgemeinschaften verfügten über finanzielle Mittel - z. B. durch die Auszeichnung mit Geldprämien oder die Vergütung von in Eigenleistung erbrachten Reparaturen durch den Vermieter - und führten ein "Hauskonto".
Zu den Aufgaben einer Hausgemeinschaft gehörten auch die ordnungsgemäße Führung des Hausbuches bezüglich der melderechtlichen Regelungen in der DDR sowie die Durchsetzung und Organisation der Hausordnung. Die Hausordnung beinhaltete sämtliche Reinigungsarbeiten im Haus; außerdem gehörte die Pflege des Vorgartens, des Trockenplatzes und ggf. der Winterdienst dazu.
Die Hausgemeinschaftsleitung hatte zudem die Aufgabe, die Interessen der Hausgemeinschaft gegenüber staatlichen Organen und Institutionen zu vertreten.
Die "Hausgemeinschaft Fennstraße 12, 12a und 13" wurde 1957 gegründet; in den Häusern wohnten damals insgesamt 26 Familien.
Die Hausgemeinschaftsleitung bestand aus Vertretern aller drei Häuser. Auf Hausversammlungen mit allen Mitgliedern der Hausgemeinschaft wurden gemeinsame Vorhaben und Pläne besprochen und dann entsprechend erledigt. Auch die Verwendung der finanziellen Mittel wurde beraten.
Durch die Kündigung aller Verträge zum 01. Juli 1990 durch die Vermieterin, die Wohnungsbaugesellschaft Treptow mbH, wurde der Hausgemeinschaft die Grundlage ihrer Tätigkeit entzogen und sie löste sich zum Oktober 1990 auf.
Die Überlieferung gelangte aus Privathand im Juni 2008 in das Landesarchiv Berlin und erhielt hier die Repositur C Rep. 060-02.
2. Beschreibung
Der Bestand umfasst 9 Archivalieneinheiten (0,15 lfm) mit der Laufzeit1957-1992. Er belegt - auch mit Fotos und Urkunden - sowohl die zahlreichen Aktivitäten der Hausgemeinschaft und das Engagement ihrer Mitglieder, als auch die Würdigung dieses Wirkens.
Er wurde 2008 mit der Software Augias-Archiv in einer Datenbank verzeichnet.
Einige Akten sind auf Grund archivgesetzlicher Bestimmungen bzw. der EU-Datenschutz-Grundverordnung sowie einer Vereinbrung bei der Übergabe des Archivgutes für die Benutzung befristet gesperrt. Eine Verkürzung der Schutzfristen kann auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es der besonderen Zustimmung des Landesarchivs Berlin. [Ergänzung 2017]
3. Korrespondierende Bestände
LAB C Rep. 100 - Magistrat von Berlin, Bereich Sekretär
LAB C Rep. 101 - Der Oberbürgermeister von Berlin
LAB C Rep. 101-07 - Magistrat von Berlin, Pressestelle beim Oberbürgermeister von Berlin
LAB C Rep. 111 - Magistrat von Berlin, Abteilung Wohnungspolitik
LAB C Rep. 116 - Magistrat von Berlin, Abteilung Stadttechnische Versorgung
LAB C Rep. 303 - Präsidium der Volkspolizei Berlin
LAB C Rep. 902 - Bezirksleitung Berlin der SED
LAB F Rep. 260-02 - Plakate Besatzung Berlins (1945-1949) und Berlin Hauptstadt der DDR (1949-1990)
4. Literatur
Hinweise zur Förderung des sozialistischen Gemeinschaftslebens in der Hausgemeinschaften von Berlin / Magistrat von Groß-Berlin | Nationale Front des Demokratischen Deutschland / Ausschuß der Hauptstadt Berlin.- Berlin 1962. Signatur: 06493 (1).
Berlin, 2008 / Oktober 2019 / Januar 2024 Heike Schroll / Kerstin Bötticher
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Für nähere Informationen zu Nutzungs- und Verwertungsrechten kontaktieren Sie bitte info@landesarchiv.berlin.de.
22.08.2025, 11:21 MESZ