Scherer-Mundt (Bestand)
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Sch/Mu
Stadt- und Kreisarchiv Düren (Archivtektonik) >> Nachlässe von Personen, Familien und Vereinen, Firmenarchive >> Personen >> Nachlass Scherer Mundt
1722-2003
Form und Inhalt: Vorwort: BestandsgeschichteDer vorliegende Nachlass der Marianne Scherer geb. Mundt besteht aus Familiendokumenten, Firmenmaterialien, Gegenständen aus dem Besitz der Familie Mundt und Gegenständen zur Dürener Geschichte. Marianne Scherer hat in ihrem Leben in Düren, Polen, Berlin und Wien alle möglichen Erinnerungsstücke gesammelt. Sie hing sehr an ihrer Heimatstadt Düren und hat auch nach ihrer Heirat alles, was Düren und Umgebung betraf, aufgehoben. Von diesen Materialien ging im Krieg wenig verloren. Der Bestand enthält viele Postkarten und Ansichten des "alten" Düren aus der Zeit zwischen 1918 und 1944.Der Nachlass wurde von Marianne (von) Scherer und nach ihrem Tod von ihrer Tochter Margret Gressenbauer in mehreren Ablieferungen seit den 1970er Jahren in das Archiv abgegeben. Die Korrespondenz darüber findet sich unter den Aktenzeichen 4100 d 8 und 9 und 4100 s 5.FamiliengeschichteDer Bestand enthält, soweit es personenbezogenes Material angeht, vor allem Material über Marianne selber und über ihre Eltern.Marianne Mundt wurde am 20.4.1903 in Düren geboren und starb am 11.3.1979 in Wien. Ihre Mutter Anna Mundt geb. Büngeler wurde am 28.7.1878 in Düren geboren und starb am 23.10.1945 in Wien. Deren Eltern waren die Brauereibesitzer Büngeler. Mariannes Vater Eduard Mundt wurde in Düren als Sohn des Papier- und Lederwarenhändlers Hugo Mundt und seiner Frau Therese geb. Ernst in Düren geboren und starb dort 1925 51jährig.Marianne hatte eine Schwester namens Else, geb. 2.12.1905. Diese heiratete Albert Jansen aus Geilenkirchen. Sie starb in den 70er Jahren.Marianne selber heiratete 1930 Hans von Scherer und zog mit ihm über Polen nach Wien. Dieser brachte ein Kind mit in die Ehe, Anneliese von Scherer. 1947 wurde die Ehe geschieden.Aus dieser Ehe ging eine Tochter Margarete/a hervor.In den Materialien befinden sich auch Bilder bzw. Dokumente der Familie Hauff. Berta Mundt, die Schwester von Eduard Mundt heiratete Richard Hauff und bekam mit ihm drei Kinder: Albert (1899), Berta und Richard (Zwillinge 1903).Marianne führte sehr viel Korrespondenz mit der Schriftstellerin Christel Bröhl-Delhaes (geb. 1903, gest. 1943). Diese heiratete 1922 Rudolf Delhaes (gest. 1956) und hatte mit ihm einen Sohn Rolf (geb. 1926/7). Bald nach der Geburt trennte sie sich von ihrem Mann und hatte bis zu ihrem Tod verschiedene Romanzen. Ihr größter Erfolg war der Roman "Kamerad Mutter", der unter dem Titel "Aus erster Ehe" auch verfilmt wurde.Darüber hinaus gibt es Korrespondenzen mit der Familie Schloßmacher aus Wien. Die Eltern Mariannes und die Eltern Schloßmacher verband eine Freundschaft, da die Familie ursprünglich aus Düren stammte. Marianne und Ihre Schwester unternahmen einige Urlaubsreisen mit ihnen.Marianne Mundt führte außerdem Bekanntschaften mit der Familie des Heimatdichters Josef Schregel und den Familien Ohst, Bernartz und Terhöven.FirmengeschichteDie Firmengeschichte lässt sich in zwei Teile aufteilen. Die Geschichte der Papier- und Linieranstalt in der Hirschgasse und des Hauptgeschäftes: Lederwaren Mundt in der Kölnstr.3.Das Papiergeschäft in der Hirschgasse wurde von Eduard Mundt gegründet und 1914 an Boving und Müller übergeben. Diese führten das Geschäft bis 1944 gemeinsam, dann starb Heinrich Boving im Angriff vom 16.11.1944. 1953 führte nur noch Anton Müller das Geschäft, jetzt in der Eschstraße.Das Lederwarenhaus Mundt wurde am 15.4.1873 durch Hugo Mundt gegründet. Bis zum 16.11.1944 blieb das Geschäft in der Kölnstraße.Am 14.4.1923 wurde das goldene Jubiläum in der Dürener Zeitung erwähnt. 1925 starb Eduard Mundt und die Firma wurde zunächst von Anna und Marianne Mundt weitergeführt. Am 1.10. 1938 verkauften bzw. verpachteten diese das Geschäft und das Haus an Heinrich Schmidt und seine Frau Elfriede. Anna Mundt zog aus Düren fort nach Wien zu ihrer Tochter. Im Krieg wurde die Familie Schmidt nach Geisa in der Rhön evakuiert.Nach der Zerstörung des Hauses in der Kölnstraße wurde das Geschäft durch H. Schmidt zunächst in der Aachenerstr. 59 wiedereröffnet. 1949 zog man um in die Schenkelstr. 21. Am 13.11.1953 in der Dürener Zeitung und am 16. 11. 1953 im Lokalanzeiger wurde wieder Jubiläum gefeiert. 1956 zog das Geschäft um zum Wirteltorplatz, an dieser Stelle befindet sich das Geschäft noch heute (2003). Im März 1973 wurde das Geschäft von Schmidts an Maria-Christine Wynands und Heinz Rieke übergeben. Die Firma heißt seitdem: Hugo Mundt, Inh. M.-C. Wynands KG. (M.-C. Wynands ist auch mit 82 Jahren 2002 noch Inhaberin.)VerzeichnungDer ungeordnete Nachlass wurde zuerst vorsortiert und es wurde versucht das Material nach Betreffen zu ordnen. In den meisten Fällen wurden Dokumente und Photos oder Bilder getrennt. Eine Ausnahme bilden die Postkarten in der Korrespondenz, die nur jeweils einem der Korrespondenzpartner zugeordnet wurde. Außerdem wurde versucht Geschäftliches und Privates zu trennen.Das Hauptmaterial des Bestandes stammt aus der Zeit zwischen 1900 und 1960. Es wurde in vier große und 8 kleine Kisten eingeordnet. Das Bär'sche Prinzip wurde angewendet, das heißt, im Zuge der Verzeichnung wurden laufende Nummern vergeben und der Bestand dann in der Klassifikation geordnet.Die Nummer der Verzeichnungseinheit befindet sich fettgedruckt am linken Rand der Findbuchseite mit dem Kürzel Sch/Mu. Diese Nummer sollte bei der Bestellung angegeben werden. Daneben zentriert befindet sich die Nummer, auf die sich der Index bezieht.LiteraturLiteratur zur Geschichte Dürens gibt es in der Bibliothek des Stadtarchivs. Darüberhinaus kann Material zu einigen Personen in der Sammlung S2 bzw. in der Totenzettelsammlung eingesehen werden.IndexDer Index besteht aus einem Personen- und einem Sachindex. Aufgrund der Schwierigkeit, Orte und Sachen eindeutig zu trennen, wurden alle Orte mit in den Sachindex übernommen und nur die Personen getrennt angegeben. Hinter jedem Indexbegriff befinden sich Nummern, die sich auf die Nummern in der Mitte des Kopfes des Verzeichnungssatzes beziehen.DatenschutzIm Bestand befindet sich personenbezogenes Schriftgut. Dieses unterliegt grundsätzlich einer Sperrfrist von 90 Jahren nach Geburt bzw. 10 Jahren nach dem Tod der jeweiligen Person (Archivgesetz NW vom 16.5.1989, § 7 (Nutzung von Archivgut durch Dritte)). Alle andern Materialien unterliegen einer Sperrfrist von 30 Jahren nach der letzten Nutzung. Eine mögliche Verkürzung der Sperrfristen ist ebenfalls durch die Bestimmungen des Archivgesetzes NW geregelt. Eine Ausnahme bilden die Stammbäume der Familien Mundt und Büngeler, die nur mit Genehmigung von Frau Gressenbauer veröffentlicht werden dürfen.Düren, im September 2003Berit Arentz
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.11.2025, 13:59 MEZ