Gutsarchiv Schkölen (Bestand)
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H 203 (Benutzungsort: Wernigerode)
Landesarchiv Sachsen-Anhalt (Archivtektonik) >> 10. Adelsarchive >> 10.02. Gutsarchive
(1601) 1613 - 1928
Findhilfsmittel: Findbuch von 1987 (online recherchierbar)
Registraturbildner: Schkölen ist eine Stadt im Saale-Holzland-Kreis, Freistaat Thüringen.
Schkölen gehörte im 12. Jh. zur Grafschaft Groitzsch, wurde 1158 unter Kaiser Friedrich I. Reichsgut und gelangte schließlich unter wettinische Oberhoheit. Im 15. Jh. gehörte es zum Amt Weißenfels. Es war 1485 albertinisch, seit 1547 kursächsisch, gehörte von 1657–1746 zum Herzogtum Sachsen-Weißenfels und kam 1815 an Preußen, wo es 1816–1945 der Provinz Sachsen zugeordnet war.
Aus dem Nukleus einer mittelalterlichen Burganlage entwickelte sich ein Rittergut, das seit 1413 die von Bünau zu Droyßig von den Wettinern zu Lehen hatten. Während die Stadtherrschaft 1413–1711 und 1721–1818 bei der Herrschaft Droyßig lag, wurde das Rittergut offenbar nur zeitweilig von dort aus verwaltet. Dies erklärt auch, warum das Rittergut länger als die Herrschaft Droyßig selbst im Besitz derer von Bünau bleiben konnte und erst um 1686 an die Freiherren (später Grafen) von Hoym gelangte, die bis 1818 hier saßen.
Ein Intermezzo bildeten die Jahre 1711–1721, in denen Marschall Moritz von Sachsen, ein unehelicher Sohn Augusts des Starken, als Herr von Schkölen Stadt und Rittergut besaß. 1818 erwarb Friedrich Heinrich Bollmann das Rittergut, das er noch 1839 innehatte. Durch die Heirat seiner Tochter Auguste Sophie gelangte es spätestens 1845 an Ernst Wilhelm Tellemann, dessen später geadelte Familie das Gut bis zur Enteignung im Zuge der Bodenreform 1945 besaß.
Bei dem 1812 als altschriftsässig bezeichneten Rittergut lagen 1827 die Patrimonialgerichtsbarkeit über Kämmeritz, Kischlitz, Launewitz und Pratschütz sowie Teilen von Willschütz und Zschorgula, hingegen in Schkölen selbst nur über das Gesinde und eine Feldflur.
Bestandsinformationen: Der Bestand wurde nach der Bodenreform im Jahre 1946 vom Museum Weißenfels sichergestellt und gelangte von dort an das damalige Staatsarchiv Magdeburg.
Die Ordnung und Verzeichnung des Bestandes sowie die Erstellung des vorliegenden Findbuches wurden im Jahre 1986 vorgenommen.
Im November 2016 erfolgte die Retrokonversion der Verzeichnungsinformationen.
Zusatzinformationen: Literatur:
Adelsarchive im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt. Übersicht über die Bestände, bearb. von Jörg Brückner, Andreas Erb und Christoph Volkmar (Quellen zur Geschichte Sachsen-Anhalts; 20), Magdeburg 2012.
Registraturbildner: Schkölen ist eine Stadt im Saale-Holzland-Kreis, Freistaat Thüringen.
Schkölen gehörte im 12. Jh. zur Grafschaft Groitzsch, wurde 1158 unter Kaiser Friedrich I. Reichsgut und gelangte schließlich unter wettinische Oberhoheit. Im 15. Jh. gehörte es zum Amt Weißenfels. Es war 1485 albertinisch, seit 1547 kursächsisch, gehörte von 1657–1746 zum Herzogtum Sachsen-Weißenfels und kam 1815 an Preußen, wo es 1816–1945 der Provinz Sachsen zugeordnet war.
Aus dem Nukleus einer mittelalterlichen Burganlage entwickelte sich ein Rittergut, das seit 1413 die von Bünau zu Droyßig von den Wettinern zu Lehen hatten. Während die Stadtherrschaft 1413–1711 und 1721–1818 bei der Herrschaft Droyßig lag, wurde das Rittergut offenbar nur zeitweilig von dort aus verwaltet. Dies erklärt auch, warum das Rittergut länger als die Herrschaft Droyßig selbst im Besitz derer von Bünau bleiben konnte und erst um 1686 an die Freiherren (später Grafen) von Hoym gelangte, die bis 1818 hier saßen.
Ein Intermezzo bildeten die Jahre 1711–1721, in denen Marschall Moritz von Sachsen, ein unehelicher Sohn Augusts des Starken, als Herr von Schkölen Stadt und Rittergut besaß. 1818 erwarb Friedrich Heinrich Bollmann das Rittergut, das er noch 1839 innehatte. Durch die Heirat seiner Tochter Auguste Sophie gelangte es spätestens 1845 an Ernst Wilhelm Tellemann, dessen später geadelte Familie das Gut bis zur Enteignung im Zuge der Bodenreform 1945 besaß.
Bei dem 1812 als altschriftsässig bezeichneten Rittergut lagen 1827 die Patrimonialgerichtsbarkeit über Kämmeritz, Kischlitz, Launewitz und Pratschütz sowie Teilen von Willschütz und Zschorgula, hingegen in Schkölen selbst nur über das Gesinde und eine Feldflur.
Bestandsinformationen: Der Bestand wurde nach der Bodenreform im Jahre 1946 vom Museum Weißenfels sichergestellt und gelangte von dort an das damalige Staatsarchiv Magdeburg.
Die Ordnung und Verzeichnung des Bestandes sowie die Erstellung des vorliegenden Findbuches wurden im Jahre 1986 vorgenommen.
Im November 2016 erfolgte die Retrokonversion der Verzeichnungsinformationen.
Zusatzinformationen: Literatur:
Adelsarchive im Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt. Übersicht über die Bestände, bearb. von Jörg Brückner, Andreas Erb und Christoph Volkmar (Quellen zur Geschichte Sachsen-Anhalts; 20), Magdeburg 2012.
Laufmeter: 2.6
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
14.04.2025, 8:12 AM CEST