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Mit dem vorliegenden Repertorium 8/Bildarchiv Schlesiger Band 14/1966 liegt das vierzehnte Findbuch des Stadtarchivs Karlsruhe zum Bildnachlass des Fotografen Horst Schlesiger vor, den die Stadt Karlsruhe im Dezember 1994 von Frau Lilo Schlesiger, der Witwe des am 5. März 1993 verstorbenen Fotografen, käuflich erworben hat.
Horst Schlesiger wurde am 28. Mai 1925 in Halle an der Saale geboren. Im Alter von 12 Jahren kam er nach Karlsruhe, wo er die Helmholtz-Oberrealschule bis zur Obersekunda besuchte und vom 15. August 1941 bis 1. Januar 1943 eine Fotografenlehre im Fotoatelier Wilhelm Bauer absolvierte. Danach setzte Horst Schlesiger seine Lehrzeit als Assistent bei einem Kriegsberichterstatter fort und legte am 25. August 1943 vor der Handwerkskammer Karlsruhe die Gesellenprüfung ab. Im Anschluss daran war er - neben seiner Ausbildung als Beobachter und Flugzeugführer - als Bildstellenleiter bei der Luftwaffe tätig. Am 1. Juli 1945 erhielt Horst Schlesiger im Fotoatelier Guido Boucher in Karlsruhe eine Anstellung als Fotograf, die er aber wegen Materialmangels zum 31. August 1945 aufgeben musste. Am 1. September 1945 wurde er Fotograf bei der Landespolizei, Kriminalhauptstelle Karlsruhe. Seine Meisterprüfung legte Horst Schlesiger am 14. Januar 1948 vor der Handwerkskammer Karlsruhe ab.
Von 1950 bis 1990 war Horst Schlesiger als freiberuflicher Bildjournalist für die Zeitung "Badische Neueste Nachrichten" tätig. Sein Bildnachlass enthält die Bilder, die er während dieser Jahre für die "BNN" fotografiert hat. Der Nachlass enthält außerdem Bilder, die Horst Schlesiger bis 1952 für die "Badische Abendzeitung" (AZ) angefertigt hat. Der Nachlass umfasst 61 Leitz-Ordner mit schwarz-weiß-Negativen der Größe 24 x 36 mm sowie neun Leitz-Ordner mit schwarz-weiß-Negativen der Größe 6 x 6 cm. Es sind außerdem Negative der Größen 6 x 9 cm und 5 x 7 cm vorhanden. Sofern im Findbuch keine Negativ-Formate angegeben wurden, handelt es sich um 24 x 36 mm-Formate. Die zu den Negativen gehörenden Positive liegen original als Zeitungsausschnitte, in Form der jeweils in den "BNN" veröffentlichten Bilder vor und sind in 66 Leitz-Ordnern abgeheftet. Hinzu kommen 39 Kartons mit Papierfotos der Größe 18 x 24 cm, die nach Sachthemen geordnet sind. Das Veröffentlichungsrecht für Abzüge der im Bestand 8/Bildarchiv Schlesiger enthaltenen Negative liegt beim Stadtarchiv Karlsruhe.
Das Findbuch 8/Bildarchiv Schlesiger Band 14/1966 dokumentiert den Zeitraum vom 1. Januar bis 31. Dezember 1966, der Bestand enthält 1625 Bilder. Die Zuordnung der Positive und Negative, die Verzeichnung der Bilder mit Vergabe der Indexbegriffe, die Klassifizierung des Bildmaterials in 49 Sachthemen sowie die Erstellung des Findbuchs mit Hilfe des Archivierungsprogramms Augias 7.2 wurde von der Archivarin Angelika Sauer vorgenommen. Zu 128 Bildern waren die dazugehörenden Negative nicht auffindbar. Die Vielfalt der Themen, die im vorliegenden Bildbestand dokumentiert sind, kommt in dem in 49 Themenbereiche gegliederten Inhaltsverzeichnis sowie im Branchen-, Institutionen-, im Orts-, Personen- und Sachindex zum Ausdruck. Aus verschiedenen Blickwinkeln und über unterschiedliche Zugänge spiegelt dieser Bildbestand das öffentliche, politische und gesellschaftliche Leben der Stadt Karlsruhe, den Alltag, die Freizeit und Arbeitswelt und zum Teil auch Schicksale der in ihr wohnenden Menschen im Jahr 1966. Stimmungsvolle Natur- und Landschaftsaufnahmen von den Grünanlagen Karlsruhes sowie vom Rhein und seinen Altrheinarmen ergänzen die Dokumentation.
Der Bildbestand des Jahres 1966 ist intensiv von den Vorbereitungen für die Bundesgartenschau 1967 geprägt und dementsprechend vielfältig ist die Bilddokumentation zur Umgestaltung und zum Umbau des Stadtgartens mit Rosengarten, Lauterberg und Zoo, des Schlossgartens und des Schlossplatzes. Besonders bemerkenswert sind in diesem Zusammenhang je ein Luftbild von Schlossgarten und Stadtgarten, die den damaligen Bauzustand zeigen und die künftige Gestalt schon erkennen lassen. Der Bau des Orangerie-Cafés, der Aufbau des Aussichtsturms auf dem Festplatz, die Anlegung eines Arzneipflanzengartens, die Stadtgarten-Illumination, Werbemaßnahmen und der Kartenvorverkauf für die Bundesgartenschau sind gartenschauspezifische Themen, die Horst Schlesiger mit 39 Fotos überliefert hat. Die Bundesgartenschau bot außerdem Themen für den Karlsruher Fastnachtsumzug 1966, der gemäß Urteil der "Badischen Neuesten Nachrichten" der "Umzug der Umzüge" war.
Bedeutende Bauprojekte des Jahres 1966 waren die Baufertigstellung der Rheinbrücke Maxau, der Bau der Umgehungsstraße Durlach, der Neubau der Urologischen und Chirurgischen Klinik des Städtischen Krankenhauses sowie der Baubeginn für das Bundesverfassungsgericht. Zur Rheinbrücke Maxau enthält der Bildbestand eindrucksvolle Fotos von der Bautechnik, von der Belastungsprobe mit französischen Panzern und von der Einweihung der Brücke am 17. Dezember 1966. Den Bau der Umgehungsstraße Durlach hat Horst Schlesiger an verschiedenen Baustellen fotografiert. Zum Neubau des Bundesverfassungsgerichts liegen Fotos vom Baubeginn im Mai 1966 vor. Ein weiteres großes Projekt, den Bau, die Einweihung und den Betrieb der modernisierten und elektrifizierten Turmbergbahn hat Horst Schlesiger vom Baubeginn im April bis zur Ehrung des 25 000. Fahrgastes im Oktober 1966 in zehn Bildern dokumentiert.
Mehrere bedeutende Kunstausstellungen wurden 1966 in Karlsruhe gezeigt. Der Badische Kunstverein präsentierte im Januar eine Ausstellung mit Werken der Bildhauerin Barbara Hepworth, im Juli Plastiken und Graphiken des Wiener Künstlers Alfred Hrdlicka sowie von August bis November eine Ausstellung mit Porträtwerken Oskar Kokoschkas. Zur Kokoschka-Ausstellung liegen acht Fotos vor, auf denen auch Exponate zu sehen sind. Die Stadt Karlsruhe veranstaltete im August 1966 eine Gedächtnisausstellung für den Daxlander Kunstmaler August Kutterer. Eine reichhaltige Bilddokumentation ist zum Badischen Landesmuseum anlässlich seiner Neueröffnung am 14. Juni 1966 vorhanden.
Der Bildnachlass des Fotografen Horst Schlesiger ist für die Stadt Karlsruhe, ihre Bürgerinnen und Bürger und für das Stadtarchiv von unschätzbarem Wert. Das Stadtarchiv besitzt mit diesem Nachlass einen Bildbestand, der über 40 Jahre hinweg das Leben in der Stadt aus nahezu allen seinen Perspektiven dokumentiert. Die fotografische Tätigkeit Horst Schlesigers und sein Bildnachlass wurden durch die Herausgabe der beiden Bildbände im G. Braun Verlag Karlsruhe: "Die 50er Jahre. Ein Karlsruher Jahrzehnt in Bildern. Karlsruhe 1993" und "Die 60er Jahre. Ein Karlsruher Jahrzehnt in Bildern. Karlsruhe 1994" mit jeweiligen Begleitausstellungen im "Medienhaus" am Rondellplatz im Dezember 1992 und während der "Karlsruher Bücherschau" im Herbst 1994 gewürdigt und der Karlsruher Bevölkerung vorgestellt. Eine weitere Ausstellung fand im "Neuen Ständehaus" anlässlich dessen einjährigen Bestehens im August 1994 statt. Schließlich wurde 1999 der Bildband "Die 70er Jahre. Ein Karlsruher Jahrzehnt in Bildern." vom G. Braun Verlag herausgegeben.
Auch das 14. Findbuch zum Bildnachlass Horst Schlesigers bedeutet eine Würdigung Horst Schlesigers, seiner fotografischen Arbeit und seines Beitrags zur Karlsruher Stadtgeschichte. Mit dem vorliegenden Repertorium wurden die Fotos des Jahres 1966 systematisch und detailliert verzeichnet, inhaltlich geordnet und außerdem über ausführliche Indices zugänglich gemacht. Dass etwa 128 der Negative nicht auffindbar waren, ist bedauerlich und schade, es ist jedoch anzunehmen, dass zumindest ein Teil der Negative bei den weiteren Verzeichnungsarbeiten gefunden wird. Weitere Findbücher zum Bildnachlass Horst Schlesigers sollen folgen, so dass die Bilddokumentation für die Bevölkerung der Stadt Karlsruhe, für das Stadtarchiv, für Historiker und Historikerinnen und andere, an der Stadtgeschichte interessierte Personen weiter zugänglich wird.
Karlsruhe, Januar 2006
Kurzbeschreibung: Der Bestand 8/BA Schlesiger Band 1 bis 38 (1949 - 1990) enthält insgesamt 70 Ordner mit schwarz-weiß Negativen, 66 Archivkartons mit Zeitungsausschnitt-Bildern, 42 Fotokartons mit thematisch geordneten Fotoabzügen, 22 lfm.
Schlesiger, Horst
geb. 28. Mai 1925 in Halle/Saale
gest. 5. März 1993 in Karlsruhe
Von 1950 bis 1990 war Horst Schlesiger als freiberuflicher Bildjournalist für die Badischen Neuesten Nachrichten in Karlsruhe tätig.
Schlesiger, Lilo, geb. Götz
geb. 31. Juli 1926 in Karlsruhe
gest. 31. Dezember 2009 in Karlsruhe
Seit 1950 fotografierte die Autodidaktin Lilo Schlesiger mit ihrem Mann, dem Bildjournalisten Horst Schlesiger, für die Badischen Neuesten Nachrichten und baute mit ihm zusammen das Bildarchiv Schlesiger auf.
Der Bestand wurde in den Jahren 2006 bis 2014 kontinuierlich digitalisiert, in den Jahren 2011 bis 2014 mit Unterstützung der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.