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Bestandsgeschichte: 1. Zur Geschichte des Klosters Osterholz
Das Kloster Osterholz wurde im Jahr 1182 vermutlich als Doppelkloster des Benediktinerordens gegründet. Schon seit dem beginnenden 13. Jahrhundert findet eindeutig nur einem Frauenkonvent Erwähnung. An der Spitze des Klosters stand ein Propst, der seit den 1470er Jahren fast immer aus den Reihen der Bremer Domherren gewählt wurde. Im Jahr 1521 wurden die Kompetenzen des Propstes zugunsten der Priorin deutlich beschnitten. Der Priorin oblag die innere Leitung des Konvents. Die Zahl der Konventsmitglieder schwankte im 16. und 17. Jahrhundert zwischen 10 und 17.
Der Konvent rekrutierte seinen Nachwuchs aus dem Landadel und aus Bremer Bürgerfamilien. In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts zog auf diese Weise auch reformatorisches Gedankengut in den Klosterkonvent ein, so daß dieser schon im Jahr 1550 als evangelisch anzusehen ist. Im Gefolge der Ausführung des Restitutionsedikts von 1629 mußten die lutherischen Chorschwestern im Jahr 1630 das Kloster verlassen, konnten aber bereits 1633 zurückkehren. Nach der schwedischen Besetzung des Erzstifts Bremen geriet auch das Kloster Osterholz in das Donationssystem der Schweden: Am 27. August 1647 schenkte Königin Christina das Kloster dem Landgrafen Friedrich von Hessen. Am 19. Januar 1650 verzichtete dann der Konvent auf seine Rechtstitel. Nach der Reduktion der Schenkung 1692 wurde der ehemalige Klosterbesitz zum Klosteramt Osterholz zusammengefaßt.
2. Zur Geschichte des Bestandes
Die Urkunden des Klosters Osterholz gelangten nach der Aufhebung des Klosters 1647/50 nicht in das Regierungsarchiv in Stade, sondern verblieben beim Amt Osterholz. Hier wurden sie noch 1838 aufbewahrt. Im Jahr 1846 veranlaßte der mit der Ordnung des Stader Regierungsarchivs beauftragte Auditor Dietrich Möhlmann die Überführung nach Stade. In den Jahren 1864 bis 1869/70 wurde das Stader
Bestandsgeschichte: Regierungsarchiv aufgelöst, seine Bestände in das Staatsarchiv Hannover verbracht. Hier überstanden die Urkunden den Zweiten Weltkrieg unbeschadet, während die Kopialüberlieferung im Oktober 1943 dem Brand des Staatsarchivs zum Opfer fiel.
Im September 1964 wurden die Osterholzer Urkunden mit den anderen Stader Beständen von Hannover in das wiedererrichtete Staatsarchiv Stade überführt. Hier wurde der Bestand seither um einige Nummern ergänzt: Eine Urkunde wurde aus dem Bestand des Amtes Osterholz (Rep. 74 Osterholz) ausgesondert, zwei weitere Urkunden entstammen einer Reichskammergerichtsakte des Staatsarchivs (Rep. 27).
Der größte Teil der Urkunden des Bestandes Rep. 3 Osterholz ist in das von Hans-Heinrich Jarck bearbeitete Urkundenbuch des Klosters Osterholz (1982) aufgenommen worden. Die Edition der Stader Originalurkunden in diesem Urkundenbuch enthält leider zahlreiche Lesefehler (etwa Jarck Nr. 442 "sechtzigk" statt Rep. 3 Osterholz Nr. 28 korrekt "achtzigk". Auch die Angaben zum Vorhandensein und zur Zahl der Siegel stimmt nicht immer (vgl. Jarck Nr. 339 = Rep. 3 OHZ Nr. 6 und Jarck Nr. 395 = Rep. 3 Osterholz Nr. 12). Schließlich mußten auch Fehler bei Datierungen (Jarck Nr. 339 = Rep. 3 Osterholz Nr. 6 und Jarck Nr. 431 = Rep. 3 Osterholz Nr. 24) sowie bei der Angabe des Beschreibstoffes (Jarck Nr. 375 = Rep. 3 Osterholz Nr. 10) festgestellt werden. Deshalb mußte für die EDV-gestützte Verzeichnung der Urkunden im Sommer 2002 auf die Originale zurückgegriffen werden, während das Urkundenbuch zur Kollationierung der Regesten verwendet wurde. In seiner derzeitigen Gestalt umfaßt der Bestand 40 Urkunden aus der Zeit von 1322 bis 1649.
Ergänzende Quellen zur Geschichte des Klosters Osterholz liegen im Staatsarchiv Stade in erster Linie in den Beständen Rep. 5b (Erzstift-bremisches Archiv), hier v. a. Fach 77 Nr. 118-137, Rep. 27 (Reichskammergericht)
Bestandsgeschichte: und Rep. 76 (Amtsregister), hier Nr. 1-2 vor. Im Bestand Dep. 10 (Stader Geschichts- und Heimatverein) sind die Urkundenabschriften von Hodenbergs aus dem 19. Jahrhundert überliefert (Nr. 712, alte Signatur: Fa 3 Nr. 2). Weitere Urkundenabschriften finden sich unter Rep. 74 Osterholz Nr. 695 (alte Signatur Fach 103 Nr. 10). Das von Pratje abgedruckte Kopiar von 1545 (StA Hannover Cop. II 158) und ein weiteres Kopiar sind 1943 in Hannover beim Brand des Staatsarchivs vernichtet worden.
3. Literatur:
Wilhelm von der Decken, Das Nonnenkloster zu Osterholz bei Bremen und die Urkundensammlung des dortigen Amts, in: Vaterländisches Archiv des Historischen Vereins für Niedersachsen Jg. 1838, S. 195-197.
Bernd-Ulrich Hucker, Die Gründung des Klosters Osterholz, in: Niedersächsisches Jahrbuch 44 (1972), S. 159-188.
Hans-Heinrich Jarck (Bearb.), Urkundenbuch des Klosters Osterholz (Bremer Urkundenbuch, 8. Abteilung) (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Niedersachsen und Bremen XXXVII, Quellen und Untersuchungen zur Geschichte Niedersachsens im Mittelalter, 5), Hildesheim 1982.
Hans-Heinrich Jarck, Osterholz, in: Ulrich Faust (Bearb.), Die Frauenklöster in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bremen (Germania Benedictina, 11), St. Ottilien 1984, S. 487-497.
Johann Hinrich Pratje, Copiarius des ehemahls berühmten Closters Osterholtz im Erzstifte Bremen, 3 Teile, in: Ders. (Hrsg.), Die Herzogthümer Bremen und Verden. Oder vermischte Abhandlungen zur Erläuterung der Politischen, Kirche-, Gelehrten- und Naturgeschichte wie auch der Geographie dieser beiden Herzogthümer, Teil 4, Bremen 1760, S. 1-122; Teil 5, Bremen 1761, S. 367-444 und Teil 6, Bremen 1762, S. 407-422.
Heinz Joachim Schulze, Osterholz, in: Ulrich Faust (Bearb.), Die Benediktinerklöster in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Bremen (Germania Benedictina, 6), St. Ottilien 1979,
Bestandsgeschichte: S. 401-403.
Erich Weise, Geschichte des Niedersächsischen Staatsarchivs in Stade nebst Übersicht seiner Bestände (Veröffentlichungen der Niedersächsischen Archivverwaltung, 18), Göttingen 1964, S. 222 und S. 225.
Stade, den 19. Dezember 2002 Dr. Christian
Bestandsgeschichte: Hoffmann
Zusatzinformationen: Abgeschlossen: Nein
Zusatzinformationen: teilweise verzeichnet
Kurzbeschreibung: Das Kloster wurde 1182 gegründet, 1647 wurde es als schwedisches Lehen an den Landgrafen Friedrich zu Hessen vergeben und 1650 aufgelöst, ergänzend ist der Bestand Rep. 74 Osterholz heranzuziehen.
Findmittel: EDV-Findbuch 2002.
Umfang: 40 Nummern
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.