Streit um die Eigentumsrechte am Gut zu Rösberg (Gem. Bornheim, Rhein-Sieg-Kr.), das die Eheleute Johannes und Gertrud Calcker 1714 von dem Vorgänger des jetzigen Abtes Adrian Valck (Falck) von Groß- St. Martin für 1200 Rtlr. gekauft haben. Die Appellanten behaupten, es habe sich um einen Erbkauf gehandelt. Das Gut sei gerichtlich erbfest gemacht worden. Sie stützen ihren Eigentumsanspruch auf die erzstiftischen Statuten, wonach das Eigentum durch gerichtliche Ab- und Anerbung übertragen werde. Ferner sei aus der Kaufsumme ersichtlich, daß Abt und Konvent auf ihre Eigentumsrechte verzichtet hätten, da sie um 200 Rtlr. den Preis übersteige, den diese selbst beim Erwerb des Gutes bezahlt hätten. Die Appellaten befürchten demgegenüber die Entfremdung des Gutes, leugnen die Übertragung der Eigentumsrechte und fordern die Einräumung des streitigen Gutes „ob defectum causae et consensus ordinarii“. Sämtliche Vorinstanzen verurteilten die Kläger bzw. Appellanten zur Abtretung des streitigen Gutes bei Erstattung der Kaufsumme von 1200 Rtlr. Dagegen machen die Appellanten nun geltend, daß aufgrund vorgenommener Investitionen (Meliorationen) der Wert des Gutes mindestens 2328 Tlr. betrage.
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Streit um die Eigentumsrechte am Gut zu Rösberg (Gem. Bornheim, Rhein-Sieg-Kr.), das die Eheleute Johannes und Gertrud Calcker 1714 von dem Vorgänger des jetzigen Abtes Adrian Valck (Falck) von Groß- St. Martin für 1200 Rtlr. gekauft haben. Die Appellanten behaupten, es habe sich um einen Erbkauf gehandelt. Das Gut sei gerichtlich erbfest gemacht worden. Sie stützen ihren Eigentumsanspruch auf die erzstiftischen Statuten, wonach das Eigentum durch gerichtliche Ab- und Anerbung übertragen werde. Ferner sei aus der Kaufsumme ersichtlich, daß Abt und Konvent auf ihre Eigentumsrechte verzichtet hätten, da sie um 200 Rtlr. den Preis übersteige, den diese selbst beim Erwerb des Gutes bezahlt hätten. Die Appellaten befürchten demgegenüber die Entfremdung des Gutes, leugnen die Übertragung der Eigentumsrechte und fordern die Einräumung des streitigen Gutes „ob defectum causae et consensus ordinarii“. Sämtliche Vorinstanzen verurteilten die Kläger bzw. Appellanten zur Abtretung des streitigen Gutes bei Erstattung der Kaufsumme von 1200 Rtlr. Dagegen machen die Appellanten nun geltend, daß aufgrund vorgenommener Investitionen (Meliorationen) der Wert des Gutes mindestens 2328 Tlr. betrage.
AA 0627, 833 - C 45/62
AA 0627 Reichskammergericht, Teil II: C-D
Reichskammergericht, Teil II: C-D >> 1. Buchstabe C
1731 - 1742 (1714 - 1736)
Enthaeltvermerke: Kläger: Gertrud Calcker (Kalcker) geb. Scheffer, Witwe des Johannes Calcker, und Erben: die Geschwister Godefridus, Johannes und Wilhelm Calcker, Michael Cremer namens seiner Frau Gertrudis, Johannes Gramans namens seiner Frau Elisabeth und Wilhelm Heinrich Callen namens seiner Frau Catharina Calcker, (Kl.) Beklagter: Prälat/Abt und Konvent von Groß-St. Martin zu Köln, (Bekl.) Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Wilhelm Weylach 1731 - Subst.: Lic. A(nselm) F(ranz) Spoenla Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Christian Wigand(t) [1727] 1731 - Subst.: Lic. J(ohann) Konrad Helffrich Prozeßart: Appellationis Instanzen: 1. Gericht zu Rösberg (Schultheiß und Schöffen) 1726 - 1728 - 2. Kurfürstl. Hohes Weltliches Gericht zu Bonn (Vogt und Schöffen) 1728 - 1739 - 3. Kurköln. Weltliches Hofgerichtskommissariat zu Köln 1730 - 1731 - 4. RKG 1731 - 1742 (1714 - 1736) Beweismittel: Urteil der 3. Instanz vom 12. Mai 1731 (25). Erbkaufbrief betr. Gut zu Rösberg von 1714 (Q 7). Gutachten der Schöffen von Rösberg betr. den Wert des Gutes von 2328 Tlr. im Jahre 1731 (Q 9). Urteil der 1. Instanz vom 2. April 1728 (Q 10). Vorurteil der 2. Instanz vom 13. Okt. 1729 (Q 11). Insinuationsgebühren (Q 13). Urteil der 2. Instanz vom 9. Sept. 1730 (56). Beschreibung: 4,5 cm, 231 Bl., lose; Q 1 - 29; 3 Beilagen prod. 6. Juni 1736.
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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28.04.2026, 8:07 AM CEST
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- 1.4. Reichsbehörden (Archival tectonics)
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- Reichskammergericht AA 0627 (Archival tectonics)
- Reichskammergericht, Teil II: C-D (Archival holding)
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