C Rep. 720 Archenhold-Sternwarte (Bestand)
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C Rep. 720
Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> C Bestände (Ost-) Berliner Behörden bis 1990 >> C 2 Magistrat von Berlin und nachgeordnete Einrichtungen >> C 2.2 Nachgeordnete Einrichtungen
Vorwort: Die Archenhold-Sternwarte wurde 1896 von Friedrich Simon Archenhold gegründet und ist die älteste und größte Volkssternwarte Deutschlands. Das 21 Meter lange Linsenfernrohr war ursprünglich als Ausstellungsstück auf der Berliner Gewerbeausstellung 1896 gedacht - blieb dann aber dauerhaft stehen. Durch die Einwirkungen des Zweiten Weltkrieges verlor die Sternwarte fast sämtliche Instrumente und Einrichtungen, ihre Bibliothek und ihre Sammlungen.
Nach Kriegsende wurde die Sternwarte kurzzeitig von der "Himmelskundlichen Arbeitsgemeinschaft Sternwarte Treptow" geführt. Der Magistrat berief dann den hauptberuflich als Diplom-Meteorologe an der Freien Universität Berlin tätigen Edgar Mädlow zum Kommissarischen Leiter. Mädlow bewirkte die Wiederaufnahme des Sternwartenbetriebes und eine vorläufige Instandsetzung des Großen Refraktors. Er sicherte das erhalten gebliebene Unterrichtsmaterial aus dem Planetarium am Zoo und sorgte für die Überführung zweier Teleskope und der Bibliothek der aufgegebenen Urania-Sternwarte nach Treptow.
Zum 1. August 1946 wurde die Sternwarte von der Abteilung Volksbildung des Magistrats übernommen und zu Ehren ihres Begründers wurde sie in "Archenhold-Sternwarte" umbenannt.
1948 übernahm der Astronom Diedrich Wattenberg die Leitung der Sternwarte. Er fühlte sich der Popularisierung der Astronomie verpflichtet und prägte die Weiterführung der Einrichtung zur Volks- und Schulsternwarte. Mit der Einführung des Astronomieunterrichts an den Erweiterten Oberschulen 1959 erfuhr das Aufgabenspektrum der Sternwarte mit der Durchführung lehrplangebundener Lehrveranstaltungen eine bedeutende Erweiterung, was auch zu einer Ergänzung und Modernisierung der technischen Ausstattung führte. Dazu zählen die Errichtung eines Zeiss-Kleinplanetariums 1959 und eines Sonnenphysikalischen Kabinetts 1966. Die Sternwarte war an der Weiterbildung von Astronomie-Lehrern beteiligt. Die Sammlung von Exponaten und Geräten für Unterrichts- und Demonstrationszwecke mündete in einer astronomiegeschichtlichen Ausstellung. Außerdem baute die Sternwarte eine neue Bibliothek und eine Kunstsammlung auf.
1970 bildete die Sternwarte eine eigene Forschungsabteilung für Astronomiegeschichte. Nachdem Wattenberg in den Ruhestand getreten war, übernahm ab dem 1. November 1976 Dieter B. Herrmann die Leitung der Institution. 1987 wurde ihr das neu eröffnete Zeiss-Großplanetarium im Bezirk Prenzlauer Berg angegliedert.
Die Sternwarte gab ab 1949 eigene "Mitteilungen" heraus und publizierte darüber hinaus "Vorträge und Schriften", "Sonderdrucke" sowie "Veröffentlichungen der Archenhold-Sternwarte".
Bei der Sternwarte bestanden als Freundeskreis der "Bruno-H.-Bürgel-Kreis Berlin" und mehrere fachliche und Schüler-Arbeitsgemeinschaften.
Bis 1990 unterstand die Sternwarte der Aufsicht des Magistrats. Die Archenhold-Sternwarte mit Zeiss-Großplanetarium Berlin ist seit dem 1. Juli 2002 Teil der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin.
Der Bestand wurde Anfang der 1980er Jahre durch das Stadtarchiv Berlin übernommen.
Nach Kriegsende wurde die Sternwarte kurzzeitig von der "Himmelskundlichen Arbeitsgemeinschaft Sternwarte Treptow" geführt. Der Magistrat berief dann den hauptberuflich als Diplom-Meteorologe an der Freien Universität Berlin tätigen Edgar Mädlow zum Kommissarischen Leiter. Mädlow bewirkte die Wiederaufnahme des Sternwartenbetriebes und eine vorläufige Instandsetzung des Großen Refraktors. Er sicherte das erhalten gebliebene Unterrichtsmaterial aus dem Planetarium am Zoo und sorgte für die Überführung zweier Teleskope und der Bibliothek der aufgegebenen Urania-Sternwarte nach Treptow.
Zum 1. August 1946 wurde die Sternwarte von der Abteilung Volksbildung des Magistrats übernommen und zu Ehren ihres Begründers wurde sie in "Archenhold-Sternwarte" umbenannt.
1948 übernahm der Astronom Diedrich Wattenberg die Leitung der Sternwarte. Er fühlte sich der Popularisierung der Astronomie verpflichtet und prägte die Weiterführung der Einrichtung zur Volks- und Schulsternwarte. Mit der Einführung des Astronomieunterrichts an den Erweiterten Oberschulen 1959 erfuhr das Aufgabenspektrum der Sternwarte mit der Durchführung lehrplangebundener Lehrveranstaltungen eine bedeutende Erweiterung, was auch zu einer Ergänzung und Modernisierung der technischen Ausstattung führte. Dazu zählen die Errichtung eines Zeiss-Kleinplanetariums 1959 und eines Sonnenphysikalischen Kabinetts 1966. Die Sternwarte war an der Weiterbildung von Astronomie-Lehrern beteiligt. Die Sammlung von Exponaten und Geräten für Unterrichts- und Demonstrationszwecke mündete in einer astronomiegeschichtlichen Ausstellung. Außerdem baute die Sternwarte eine neue Bibliothek und eine Kunstsammlung auf.
1970 bildete die Sternwarte eine eigene Forschungsabteilung für Astronomiegeschichte. Nachdem Wattenberg in den Ruhestand getreten war, übernahm ab dem 1. November 1976 Dieter B. Herrmann die Leitung der Institution. 1987 wurde ihr das neu eröffnete Zeiss-Großplanetarium im Bezirk Prenzlauer Berg angegliedert.
Die Sternwarte gab ab 1949 eigene "Mitteilungen" heraus und publizierte darüber hinaus "Vorträge und Schriften", "Sonderdrucke" sowie "Veröffentlichungen der Archenhold-Sternwarte".
Bei der Sternwarte bestanden als Freundeskreis der "Bruno-H.-Bürgel-Kreis Berlin" und mehrere fachliche und Schüler-Arbeitsgemeinschaften.
Bis 1990 unterstand die Sternwarte der Aufsicht des Magistrats. Die Archenhold-Sternwarte mit Zeiss-Großplanetarium Berlin ist seit dem 1. Juli 2002 Teil der Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin.
Der Bestand wurde Anfang der 1980er Jahre durch das Stadtarchiv Berlin übernommen.
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
Für nähere Informationen zu Nutzungs- und Verwertungsrechten kontaktieren Sie bitte info@landesarchiv.berlin.de.
22.08.2025, 11:21 AM CEST