Citationis et Mandatum arrestatorio Auseinandersetzung um Mißachtung königlicher Symbole
Vollständigen Titel anzeigen
(1) 0890
Wismar F 105 (W F 3 n. 105)
Abt. IV. Rep. 1. B Prozeßakten des Tribunals 1653-1803
Prozeßakten des Tribunals 1653-1803 >> 16. 1. Kläger P
21.12.1750-04.12.1751
Kläger: (2) Johann Franz von Palthen als Fiskal des Tribunals
Beklagter: J.C. Hauswedel, Amtsschreiber im Amt Neukloster
Anwälte, Prokuratoren: Bekl.: Dr. Theodor Johann Quistorp (A & P)
Fallbeschreibung: Tribunalspräsident von Putbus hatte Quartiersmann Öfwermodig beauftragt, einige Eichen, die für Zwecke der Admiralität geschlagen werden sollten, mit dem "Kronhammer" zu kennzeichnen. Bekl. mißachtet dieses Zeichen und läßt es ausschlagen, bereits gefällte Bäume läßt er zu Amtszwecken verbauen. Kl. fordert eine harte Bestrafung für Bekl. und bittet um Mandat an Kammerherr von Lange als Amtsinhaber, Lohn und Habe des Bekl. bis zum Prozeßende zu beschlagnahmen. Das erbetene Mandat und eine Vorladung an Bekl. ergehen am 23.12.1750. Am 15.01.1751 rechtfertigt Bekl. sein Vorgehen und bittet, die Klage fahren zu lassen. Das Tribunal fordert Kl. am 16.01. zur Erwiderung auf. Am 05.02. besteht Kl. auf seiner Klage und der entsprechenden Ahndung, woraufhin das Tribunal den Bekl. am 06.02. zur Erwiderung auffordert. Am 09.03. beschwert sich Kl., daß die Antwort noch nicht eingegangen ist und erbittet Wiederholung des Mandates, das er am 10.03. erhält. Am 02. und 27.04. erbittet Bekl. Fristverlängerung, die er am 03. und 27.04. erhält. Am 18.05. weist Bekl. die Klage erneut zurück, woraufhin das Tribunal am 19. die Beweisaufnahme schließt. Am 05.07. erbitten Parteien Prozeßbeschleunigung, am 25.09. berichtet Kl., daß Bekl. den Dienst quittieren wolle und erbittet Inventierung seiner beschlagnahmten Habe. Das Tribunal lehnt dies am 18.10. ab und verurteilt Bekl. am selben Tag zu 20 Rtlr fiskalischer Strafe und Erstattung der Prozeßkosten. Am 29.11.legt Bekl. dagegen restitutio in integrum ein, wird aber am 03.12.1751 abgewiesen.
Instanzenzug: 1. Tribunal 1750-1751 2. Tribunal 1751
Prozessbeilagen: (7) von Heidereitern J. L. und J.C. Lübke angefertigtes Verzeichnis über gekennzeichnete Bäume vom 30.12.1750; von Dr. Quistorp ausgestellte Quittung über ein Tribunalsmandat vom 06.02.1751; Prozeßvollmacht des Bekl. für Dr. Quistorp vom 20.05.1751
Beklagter: J.C. Hauswedel, Amtsschreiber im Amt Neukloster
Anwälte, Prokuratoren: Bekl.: Dr. Theodor Johann Quistorp (A & P)
Fallbeschreibung: Tribunalspräsident von Putbus hatte Quartiersmann Öfwermodig beauftragt, einige Eichen, die für Zwecke der Admiralität geschlagen werden sollten, mit dem "Kronhammer" zu kennzeichnen. Bekl. mißachtet dieses Zeichen und läßt es ausschlagen, bereits gefällte Bäume läßt er zu Amtszwecken verbauen. Kl. fordert eine harte Bestrafung für Bekl. und bittet um Mandat an Kammerherr von Lange als Amtsinhaber, Lohn und Habe des Bekl. bis zum Prozeßende zu beschlagnahmen. Das erbetene Mandat und eine Vorladung an Bekl. ergehen am 23.12.1750. Am 15.01.1751 rechtfertigt Bekl. sein Vorgehen und bittet, die Klage fahren zu lassen. Das Tribunal fordert Kl. am 16.01. zur Erwiderung auf. Am 05.02. besteht Kl. auf seiner Klage und der entsprechenden Ahndung, woraufhin das Tribunal den Bekl. am 06.02. zur Erwiderung auffordert. Am 09.03. beschwert sich Kl., daß die Antwort noch nicht eingegangen ist und erbittet Wiederholung des Mandates, das er am 10.03. erhält. Am 02. und 27.04. erbittet Bekl. Fristverlängerung, die er am 03. und 27.04. erhält. Am 18.05. weist Bekl. die Klage erneut zurück, woraufhin das Tribunal am 19. die Beweisaufnahme schließt. Am 05.07. erbitten Parteien Prozeßbeschleunigung, am 25.09. berichtet Kl., daß Bekl. den Dienst quittieren wolle und erbittet Inventierung seiner beschlagnahmten Habe. Das Tribunal lehnt dies am 18.10. ab und verurteilt Bekl. am selben Tag zu 20 Rtlr fiskalischer Strafe und Erstattung der Prozeßkosten. Am 29.11.legt Bekl. dagegen restitutio in integrum ein, wird aber am 03.12.1751 abgewiesen.
Instanzenzug: 1. Tribunal 1750-1751 2. Tribunal 1751
Prozessbeilagen: (7) von Heidereitern J. L. und J.C. Lübke angefertigtes Verzeichnis über gekennzeichnete Bäume vom 30.12.1750; von Dr. Quistorp ausgestellte Quittung über ein Tribunalsmandat vom 06.02.1751; Prozeßvollmacht des Bekl. für Dr. Quistorp vom 20.05.1751
Akten
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
29.10.2025, 11:29 MEZ