Verein für Naturwissenschaft und Mathematik in Ulm (Bestand)
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E Verein Naturwissenschaft und Mathematik
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1865/1974
Vorwort: Die Unterlagen des Vereins wurden 1992 dem Stadtarchiv übergeben. Es handelt sich vor allem um Schriftgut, das beim Vorsitzenden Friedrich Waaser (geb. 10.12.1891, gest. 26.04.1974, Lehrer am Humboldt-Gymnasium, Vereinsvorsitzender 1946-1974) und dem langjährigen Vereinsvorstandsmitglied Ludwig Schäfle (geb. 20.01.1898, gest. 29.09.1978, Lehrer am Kepler-Gymnasium) entstanden ist.
Bei der Ablage wurden keine Sachakten gebildet, sondern die Vorgänge mehr oder weniger chronologisch abgelegt. Bei der Verzeichnung wurde die vorgefundene Ordnung bis auf wenige kleinere Korrekturen beibehalten. Durch die Vergabe von Enthält-Vermerken wurde versucht, die einzelnen Archivalieneinheiten inhaltlich näher zu beschreiben. Der Umfang beträgt 1 lfm in 16 Verzeichnungdseinheiten.
Geschichte des Vereins (nach http://www.vnm-ulm.de/about.htm)
Auf Initiative von zehn wissenschaftlich und gesellschaftlich angesehenen Männern wurde der Verein am 29. Januar 1865 unter der Bezeichnung "Verein für Mathematik und Naturwissenschaften in Ulm a. D." gegründet. Von Wilhelm, Herzog von Urach, Graf von Württemberg, der damals Gouverneur der Bundesfestung war, ging der stärkste Antrieb zur Gründung des Vereins aus. Er wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt. Bereits im 1. Jahr stieg die Mitgliederzahl auf 31. Die neu eingetretenen Mitglieder waren meist Offiziere, namentlich solcher der Spezialtruppen, des Ingenieur- und Geniekorps. Naturkundlich und naturwissenschaftlich Interessierte, wissenschaftlich arbeitende Amateure und akademische Forscher zählen zu den Mitgliedern. Als herausragende Vortragende und Mitglieder in der langen Geschichte des Vereins seien nur einige genannt: Der große Zoologe Prof. Brehm ("Brehm's Tierleben"), der Tübinger Neurologe und Psychologe Prof. Ernst Kretschmer (Typenlehre), Karl Müller und Hugo Rauneker - weitbekannte schwäbische Botaniker und Begründer/Bearbeiter der "Ulmer Flora".
Im Jahr 1916 wurde der Verein umbenannt in "Verein für Naturwissenschaft und Mathematik Ulm a. D." Erst am 06. Dezember 1962 wurde er in das Vereinsregister von Ulm eingetragen. Dass die Disziplin Mathematik an zweiter Stelle steht, hat innere und äußere Gründe. Einerseits verlagerten sich seit der Jahrhundertwende die Interessen immer mehr auf die naturwissenschaftlichen und technischen Gebiete. Dies hatte andererseits zur Folge, dass die zur ihrer Beherrschung benötigte Mathematik immer abstraktere Formen annahm.
Um den streng wissenschaftlichen Charakter des Vereins zu wahren, war die Aufnahme von Mitgliedern mit Vorbehalten verbunden. Es war der Vorschlag seitens eines Mitgliedes erforderlich, dann die Unterstützung dieses Vorschlages durch 12 Mitglieder und letztendlich erfolgte die Abstimmung mit Kugeln. Der Besuch der Sitzungen, so nannte man damals die Veranstaltungen, waren Pflicht und wurden bei Nichterscheinen mit 12 Kreuzern geahndet. Jährlich fanden mindestens 30 zum Teil sehr ausgedehnte "Sitzungen" statt. Bereits 1867 wurden die Damen zu einer Sitzung ins Hotel Kronprinz eingeladen. So konnten sie sich vergewissern, dass die "Spätheimkehrer" tatsächlich wissenschaftlich gearbeitet haben. Damit die Damen tatsächlich überzeugt waren, mussten sie vor dem Auftragen des Essens drei wissenschaftliche Vorträge "genießen". Sehr früh wurde ein Austausch mit 68 Gesellschaften und Institutionen der alten und neuen Welt betrieben. Im Dezember 1910 übergab der Verein seine Bibliothek der Stadtbibliothek Ulm zur Verwaltung. Sie befindet sich auch heute, also über 100 Jahre später, immer noch dort. Auch der Tauschverkehr mit inzwischen ca. 150 Vereinen, Instituten und Gesellschaften des In- und Auslandes lebt weiterhin fort.
Leider ist die Geschichte des Vereins nicht mehr lückenlos aufzuzeigen. Dem 2. Weltkrieg fielen Protokolle und Akten von 20 Jahren zum Opfer. Im Dezember 1949 fand die erste Hauptversammlung nach dem Krieg statt und ab 1951 verlief die Arbeit des Vereins fast wieder normal. Jetzt erst war es auch Frauen gestattet, Mitglied zu werden!
Ziele und Aufgaben des Vereins sind die Erforschung der naturkundlichen Gegebenheiten des Ulmer Raumes, die Verbreitung naturwissenschaftlicher (und mathematischer) Erkenntnisse, sowie Stellungnahme zu aktuellen Problemen des Natur- und Umweltschutzes. Mittel zur Erreichung dieses Zieles sind die Beobachtungen der heimischen Tier- und Pflanzenwelt, der geologischen und klimatischen Verhältnisse und die Veranstaltung von Vorträgen und Exkursionen. Die Herausgabe der Mitteilungshefte - die naturwissenschaftlichen Abhandlungen enthalten wurden bis zum Jahr 2006 in verschiedenen Abständen betrieben. Im Laufe dieser vielen Jahre sind 41 Hefte erschienen. Ein beachtenswertes Werk ist die "Pilzflora des Ulmer Raumes", die Manfred Enderle in über 25 jähriger Arbeit erstellt hat. In Zeiten des Internets und der Digitalisierung von Schriften und Bildern wurde die Herausgabe dieser Mitteilungen eingestellt. Eine stattliche Anzahl dieser Hefte steht auch heute noch zur Verfügung und eine Inhaltsübersicht kann hier auf der Homepage eingesehen werden.
Bei der Ablage wurden keine Sachakten gebildet, sondern die Vorgänge mehr oder weniger chronologisch abgelegt. Bei der Verzeichnung wurde die vorgefundene Ordnung bis auf wenige kleinere Korrekturen beibehalten. Durch die Vergabe von Enthält-Vermerken wurde versucht, die einzelnen Archivalieneinheiten inhaltlich näher zu beschreiben. Der Umfang beträgt 1 lfm in 16 Verzeichnungdseinheiten.
Geschichte des Vereins (nach http://www.vnm-ulm.de/about.htm)
Auf Initiative von zehn wissenschaftlich und gesellschaftlich angesehenen Männern wurde der Verein am 29. Januar 1865 unter der Bezeichnung "Verein für Mathematik und Naturwissenschaften in Ulm a. D." gegründet. Von Wilhelm, Herzog von Urach, Graf von Württemberg, der damals Gouverneur der Bundesfestung war, ging der stärkste Antrieb zur Gründung des Vereins aus. Er wurde zum 1. Vorsitzenden gewählt. Bereits im 1. Jahr stieg die Mitgliederzahl auf 31. Die neu eingetretenen Mitglieder waren meist Offiziere, namentlich solcher der Spezialtruppen, des Ingenieur- und Geniekorps. Naturkundlich und naturwissenschaftlich Interessierte, wissenschaftlich arbeitende Amateure und akademische Forscher zählen zu den Mitgliedern. Als herausragende Vortragende und Mitglieder in der langen Geschichte des Vereins seien nur einige genannt: Der große Zoologe Prof. Brehm ("Brehm's Tierleben"), der Tübinger Neurologe und Psychologe Prof. Ernst Kretschmer (Typenlehre), Karl Müller und Hugo Rauneker - weitbekannte schwäbische Botaniker und Begründer/Bearbeiter der "Ulmer Flora".
Im Jahr 1916 wurde der Verein umbenannt in "Verein für Naturwissenschaft und Mathematik Ulm a. D." Erst am 06. Dezember 1962 wurde er in das Vereinsregister von Ulm eingetragen. Dass die Disziplin Mathematik an zweiter Stelle steht, hat innere und äußere Gründe. Einerseits verlagerten sich seit der Jahrhundertwende die Interessen immer mehr auf die naturwissenschaftlichen und technischen Gebiete. Dies hatte andererseits zur Folge, dass die zur ihrer Beherrschung benötigte Mathematik immer abstraktere Formen annahm.
Um den streng wissenschaftlichen Charakter des Vereins zu wahren, war die Aufnahme von Mitgliedern mit Vorbehalten verbunden. Es war der Vorschlag seitens eines Mitgliedes erforderlich, dann die Unterstützung dieses Vorschlages durch 12 Mitglieder und letztendlich erfolgte die Abstimmung mit Kugeln. Der Besuch der Sitzungen, so nannte man damals die Veranstaltungen, waren Pflicht und wurden bei Nichterscheinen mit 12 Kreuzern geahndet. Jährlich fanden mindestens 30 zum Teil sehr ausgedehnte "Sitzungen" statt. Bereits 1867 wurden die Damen zu einer Sitzung ins Hotel Kronprinz eingeladen. So konnten sie sich vergewissern, dass die "Spätheimkehrer" tatsächlich wissenschaftlich gearbeitet haben. Damit die Damen tatsächlich überzeugt waren, mussten sie vor dem Auftragen des Essens drei wissenschaftliche Vorträge "genießen". Sehr früh wurde ein Austausch mit 68 Gesellschaften und Institutionen der alten und neuen Welt betrieben. Im Dezember 1910 übergab der Verein seine Bibliothek der Stadtbibliothek Ulm zur Verwaltung. Sie befindet sich auch heute, also über 100 Jahre später, immer noch dort. Auch der Tauschverkehr mit inzwischen ca. 150 Vereinen, Instituten und Gesellschaften des In- und Auslandes lebt weiterhin fort.
Leider ist die Geschichte des Vereins nicht mehr lückenlos aufzuzeigen. Dem 2. Weltkrieg fielen Protokolle und Akten von 20 Jahren zum Opfer. Im Dezember 1949 fand die erste Hauptversammlung nach dem Krieg statt und ab 1951 verlief die Arbeit des Vereins fast wieder normal. Jetzt erst war es auch Frauen gestattet, Mitglied zu werden!
Ziele und Aufgaben des Vereins sind die Erforschung der naturkundlichen Gegebenheiten des Ulmer Raumes, die Verbreitung naturwissenschaftlicher (und mathematischer) Erkenntnisse, sowie Stellungnahme zu aktuellen Problemen des Natur- und Umweltschutzes. Mittel zur Erreichung dieses Zieles sind die Beobachtungen der heimischen Tier- und Pflanzenwelt, der geologischen und klimatischen Verhältnisse und die Veranstaltung von Vorträgen und Exkursionen. Die Herausgabe der Mitteilungshefte - die naturwissenschaftlichen Abhandlungen enthalten wurden bis zum Jahr 2006 in verschiedenen Abständen betrieben. Im Laufe dieser vielen Jahre sind 41 Hefte erschienen. Ein beachtenswertes Werk ist die "Pilzflora des Ulmer Raumes", die Manfred Enderle in über 25 jähriger Arbeit erstellt hat. In Zeiten des Internets und der Digitalisierung von Schriften und Bildern wurde die Herausgabe dieser Mitteilungen eingestellt. Eine stattliche Anzahl dieser Hefte steht auch heute noch zur Verfügung und eine Inhaltsübersicht kann hier auf der Homepage eingesehen werden.
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
03.04.2025, 12:43 MESZ