Werenwag-Kallenberg (Bestand)
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, B 145
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Neuwürttembergische Herrschaften vor 1803/1806-1810 >> Sonstige weltliche Herrschaften
1742, 1781-1808
Inhalt und Bewertung
Akten aus der Verwaltung der Freiherren von Ulm-Erbach (seit 1721 Inhaber der österreichischen Lehenherrschaft Werenwag-Kallenberg) betreffend Dormettingen, Erlaheim, Kolbingen und Oberheim
Zur Geschichte der Herrschaft Werenwag-Kallenberg: Die Herrschaft Werenwag-Kallenberg bestand als solche seit 1702: Österreich, das sowohl Kallenberg als auch Werenwag 1381 im Zuge des Kaufs der Grafschaft Hohenberg erworben hatte, verpfändete die Herrschaft Kallenberg nach wechselnden Pfandnehmern schließlich an die Freiherren von Ulm, die gleichzeitig die Nachbarherrschaft Werenwag erwarben und auf Schloss Werenwag den gemeinsamen Verwaltungssitz einrichteten. 1722 wurde aus der Pfandschaft ein erbliches Mannlehen samt Blutgerichtsbarkeit. Nach dem Sieg Napoleons über Österreich 1805 gelangte im Zuge der territorialen Neuordnung Werenwag-Kallenberg unter württembergische Herrschaft (Patrimonialamt Werenwag). 1810 bekam dann das Großher-zogtum Baden Kallenberg und Teile von Werenwag zugesprochen. 1830 konnten die Fürsten von Fürstenberg, die im 17. Jahrhundert bereits mit der Herrschaft belehnt waren, Werenwag zurückerwerben. Literatur: Blessing, Elmar, Kolbingen und die Herrschaft Werenwag. Geschichte eines Dorfes auf dem Heuberg in der ehemaligen Grafschaft Werenwag (mit Beiträgen von Josef Bauer, Maria Müller und Thomas Rathgeber), Horb am Neckar 1999. Die Freiherren von Ulm. Eine Adelsfamilie in Schwaben und im Breisgau zwischen Reich, Vorderösterreich und Reichskirche (Katalog Nr. 1 des Vorderösterreich-Museums im Üsenberger Hof in Endingen am Kaiserstuhl. Sonderausstellung vom 28.03.1997 bis zum 19.05.1997), zusammengestellt von Franz Quarthal (hrsg. v. Verein der Freunde des Vorderösterreich-Museums im Üsenberger Hof e.V. in Zusammenarbeit mit der Stadt Endingen), Endingen 1997. Vorderösterreichische Regierung und Kammer 1753-1805. Oberamt Rottenburg (Veröffentlichungen der staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg, Bd. 50/6), bearb. v. Petra Schön, Eugen Stemmler und Peter Steuer, Stuttgart 1999. Zürn, Martin, "Ir aigen libertet". Waldburg, Habsburg und der bäuerliche Widerstand an der oberen Donau 1590-1790 (Oberschwaben - Geschichte und Kultur, Bd. 2), Tübingen 1998.
Zum Bestand: Nach Aufteilung der Herrschaft wurde das werenwagsche Archiv zerstreut. Somit befinden sich heute Teile im Hauptstaatsarchiv Stuttgart, im Generallandesarchiv Karlsruhe, im Fürstlich Fürstenbergischen Archiv zu Donaueschingen und im Archiv der Freiherren von Ulm in Erbach. (1) Der ins Hauptstaatsarchiv Stuttgart gelangte Bestand wurde zunächst unter der Signatur B 145 geführt und dann zwischenzeitlich dem Sammelbestand Adelsarchive B 155 als B 155/9 zugeordnet. B 155 umfasst frühere Einzelbestände, die im Staatsarchiv Ludwigsburg bei Ordnungsarbeiten aufgefunden und, als Fremdprovenienzen aussortiert, im Stuttgarter Hauptstaatsarchiv zu einer Sammlung von Kleinstbestän-den vereinigt wurden. Später wurde aus B 155/9 wieder B 145. (2) Zunächst befanden sich in dem Bestand neben vier von Karl Otto Müller in einem handschriftlichen Repertorium (o. J.) erschlossenen Büscheln auch 20 unverzeichnete Rechnungsbände. Diese wurden bei der Neuverzeichnung aus dem Bestand herausgenommen, da es sich offenkundig um vorderösterreichische zentralbehördliche Provenienzen handelt. Die Bände wurden daher dem Bestand B 38 b Ho-henbergische Rechnungen zugeordnet. Die Neuverzeichnung des vorliegenden Bestandes B 145 nahm Jochen Fuchs im Rahmen seiner Ausbildung zum Diplom-Archivar unter Anleitung von Unterzeichneter im Februar 2003 vor. Der Bestand umfasst 0,03 lfd. m in vier Büscheln, deren Bestellnummern beibehalten wurden. Stuttgart, im März 2003 Petra Schön (1) Siehe Blessing, Kolbingen, S. 17. (2) Vgl. Übersicht über die Bestände des Hauptstaatsarchivs Stuttgart. B- und C-Bestände (Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg, hrsg. v. d. Landesarchivdirektion Baden-Württemberg, Bd. 34), bearb. v. Margareta Bull-Reichenmiller und Konrad Krimm, Stuttgart 1994, S. 86ff.; Gesamtübersicht über die Bestände der staatlichen Archive Württembergs in planmäßiger Einteilung, bearb. v. K. O. Müller, Stuttgart 1937, S. 116.
4 Büschel (0,06 lfd. m)
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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13.11.2025, 2:39 PM CET