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Archiv der Traditionsgemeinschaft Füsilier-Regiment Fürst Karl Anton von Hohenzollern (Bestand)
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Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Sigmaringen (Archivtektonik) >> Deposita (ohne FAS - Dep. 39) >> Archiv der Traditionsgemeinschaft Füsilier-Regiment Fürst Karl Anton von Hohenzollern
Inhalt und Bewertung
1) Zur Geschichte der Traditionsgeschichte
a) die früheren Vierziger-Vereine und - Verbände
Die Traditionsgemeinschaft Füsilier-Regiment Früst Karl Anton von Hohenzollern (Hohenz.) Nr. 40 und seine Nebenformationen wurde am 1. Juni 1958 in Hechingen offziell gegründet. Der Verein bildet das Ende einer langen Kette von Vereinen und Verbänden ehemaliger Angehöriger des Füsilier-Regiments Nr.40. das am 26. Januar 1818 durch König Friedrich Wilhelm III. von Preußen gebildet wurde und bis zu seiner Auflösung am 31. Mai 1919 nacheinander in den Garnisonen Luxemburg, Mainz, Saarlouis, Trier, Köln, Aachen und an 1910 in Rastatt stationiert war.
Der erste Vierziger-Verein wurde 1888 in Köln gegründet. Es folgten alsbald weitere Gründungen von Vierziger-Vereinen in Bonn, Krefeld, Saarbrücken, Mönchengladbach, Neuß und 1908 dann auch in Hechingen. Bereits 1894 hatten sich die damals bestehenden Vereine zu einem Verband ehemaliger Angehöriger des Regiments Nr.40 zusammengeschlossen.
Nach dem 1. Weltkrieg wurden die Militärverein durch die interalliierte Komissione verboten. An eine Fortführung der Verbands- und Vereinsarbeit der Vierziger im besetzteb Rheinland war nich mehr zu denken. Am 19. Juni 1919 gründeten deshalb Offiziere des Regiments in Rastatt den "Verein der Offiziere des ehemaligen Füsilier-Regiments Fürst Karl Anton von Hohenzollern (Hohenzollernsches) Nr. 40". Eine Filiale dieses Offiziersvereins im rheinland-westfälischen Industriegebiet entstand 1920.
Um den Kameraden aus der besetzten Zone die Möglichkeit zu Zusammenkünften zu geben, wurde am 3. April 1921 der "Verein der Angehörigen des ehemaligen Füsilier-Regiments Nr. 40 im Rheinland-Westfälischen Industriegebiet" gegründet. Die süddeutschen Kameraden schlossen sich im August 1921 in Rastatt zum "Verband ehemaliger Vierziger in Süddeutschland" mit Sitz in Rastatt zusammen.
Um den Zusammenhalt der nord- und süddeutschen Regimentsangehörigen zu gewährleisten, wurden in den folgenden Jahren jeweils Große Vierziger-Tage abgehalten. An dem Vierziger-Tag am 5. und 6. Juli 1924 in Rastatt wurde angeregt, mit dem Landwehr-Regiment Nr. 40 einen Verband zu Pflege der Kameradschaft und der Erstellung eines Vierziger-Denkmals in Rastatt zu Ehren der im Krieg 1914/18 vor dem Feind gefallenen Helden zu gründen. Der gemeinsame Verband ist dann 1925 endgültig besiegelt worden. Die feierliche Enthüllung des Ehrenmals der Vierziger auf dem Schlossplatz in Rastatt fand am 31. Juli 1927 in Anwesenheit des Fürsten Wilhelm von Hohenzollern statt, der wie seine Vorfahren, die Fürsten Karl Anton und Leopold von Hohenzollern, Chef des ehemaligen Füsilier-Regiments Nr. 40 gewesen war.
b) Die Gründung der Traditionsgemeinschaft und ihre Entwicklung
Die Vierziger-Verbände und -Vereine, die 1934 dem NS Reichskriegerbund einverleibt worden waren, sind mit dem Zusammenbruch 1945 zu Grabe getragen worden. Der Geist der Kameradschaft unter den Viezigern blieb indes auch fortan lebendig. Bereits 1951 hatte der frühere Verbandsvorsitzende Prym eine Anzahl von Anschriften ausfindig gemacht und verschickte das erste Rundschreiben, das mit dem Satz begann: "Einen kameradschaftlichen Gruß aus Rastatt, der letzten Garnison unseres stolzen Regiments und Standorts unseres Ehrenmals".
Der Apell des früheren Verbandsvorsitzenden blieb nicht ungehört. 1954 konnte die Kameradschaft in Karlsruhe ins Leben gerufen werden und schon 1955 fand eine erste Wiedersehensfeier in Rastatt statt. Ende Mai 1957 gab eine große Zahl ehemaliger Vierziger dem verstorbenen Kamerade Prym das letzte Geleit. Die dort versammelten Kameraden waren sich einig, dass der Geist der Treue und Anhänglichkeit an das Füsilier-Regiment Nr. 40 weiter gepflegt und das Andenken an die toten Kameraden wachgehalten werden müss te.
In diesem Sinne trafen sich am 28. Juli 1957, am 30. Jahrestag der Einweihung des Ehrenmals der Vierziger im Schlossgarten zu Rastatt, eine große Anzahl ehemaliger Angehöriger des Füsilier-Regiments Nr. 40. Franz Josef, der Zwillingsbruder des Fürsten Friedrich von Hohenzollern, schlug vor, die Verbindung mit den Kameraden aus Hohenzollern wieder aufzunehmen und alle Hohenzollernfüsiliere wieder zusammenzuführen.
Die hierfür eingesetzte Arbeitsgemeinschaft traf Eugen Riedel, Hechingen, die notwendigen Vorbereitungen zu dem Großen Vierziger-Treffen auf der Burg Hohenzollern 1958, bei dem über 600 ehemalige Regimentskameraden aus allen Teilen der Bundesrepublik zusammenkamen, unter ihnen auch Fürst Friedrich und Prinz Josef von Hohenzollern.
Die geschäftlichen Angelegenheiten waren durch einen Ausschuss so weit vorbereitet, dass der eingebrachte Vorschlag, den alten ehemaligen Vierziger-Verband Rastatt in Form einer Arbeitsgemeinschaft neu ins Leben zu rufen, Zustimmung fand. Der Vorschlag wurde dann auch umgehend in die Tat umgesetzt und unter der Schirmherrschaft des Fürsten Friedrich von Hohenzollern am 1. Juni 1958 in Hechingen die "Traditionsgemeinschaft Füsilier-Regiment Fürst Karl Anton von Hohenzollern (Hohenzollernsches) Nr. 40 und seine Nebenformationen" gegründet. Annähernd 100 Kameraden sind damals spontan dem neuen Vierziger-Verein beigetreten. Die Satzung der Traditionsgemeinschaft wurde aus der ersten Sitzung des Gesamtvorstandes am 22. Februar 1959 in Karlsruhe beschlossen. Als Zweck des Vereins wird darin postuliert:
a) die Kameradschaft unter den Angehörigen des ehemaligen Regiments und seiner Foramtionen aufrechtzuerhalten und zu pflegen,
b) die Verbindung zwischen den Kameraden, ihren Angehörigen und den Hinterbliebenen der Gefallenen und Verstorbenen zu erhalten,
c) das Andenken an die Gefallenen und Verstorbenen des ehemaligen Regiments und seiner Formationen wachzuhalten und das ehrende Gedenken im Kameradenkreis zu wahren,
d) die noch lebenden Kameraden von Zeit zu Zeit zur Abhaltung örtlicher und auf Bezirksebene zu organisierender Kameradentreffen zu veranlassen,
e) in wiederkehrenden größeren Zeitabständen Wiedersehensfeiern in Form von Regimentstreffen zu veranstalten. Diese sollten hauptsächlich in der ehemaligen Garnisonsstadt Rastatt stattfinden.
Der Verein hat in den vergangenen beiden Jahrzehnten unter den Vorsitzenden und Geschäftsführern Riedl, Hertel, Hanel, Ruff, Jauch, Weller, Franz Prinz von Hohenzollern und Steim die Pflege der Tradition und der Kameradschaft der ehemaligen Vierziger gefördert und erhalten. Dies geschah vorallem durch regionale und überregionale Kameradschaftstreffen, die Herausgabe einer regelmäßig erscheinenden Vereinsschrift und schließlich durch die alljährlich stattfindende Kranzniederlegung am Ehren- und Mahnmal des Füsilier-Regiments Fürst Karl Anton von Hohehnzollern (Hohenzollernsches) Nr. 40 und des Landwehr-Regiments Nr. 40 in Rastatt.
Der natürliche Auszehrungsprozess des Vereins konnte indes durch die Neuaufnahme von Witwen, Söhnen und Enkeln ehemaliger Vierziger sowie interessierten Zeitgenossen nicht aufgehalten werden. So ist die Mitgliederzahl, die 1964 mit 340 Mitgliedern ihren Höhepunkt erreicht hatte, kontinuierlich auf 131 Mitglieder im Jahre 1985 zurückgegangen.
Der Verein suchte deshalb die Kooperation mit dem Reservistenverband der Bundeswehr. 1984 verpflichtete sich die Kreisgruppe Neckar-Alb im Verband des Reservisten der Deutschen Bundesehr e.V., die Traditionspflege des Vereins der Hohenzollern-Füsiliere mitzuübernehmen. Vor allem soll sich der Kreisverband an der Gestaltung der alljährlichen stattfindenden Gedächtnisfeier in Rastatt beteiligen.
2) Zur Ordnung und Verzeichnung des Archivs
Die Initiative zur Hinterlegung des Archivs der Traditionsgemeinschaft im Staatsarchiv Sigmaringen ging von dem damaligen Geschäftsführer des Vereins, Herrn Redakteur Karl Werner Steim, Riedlingen, aus. Nach Zustimmung des Vorstands der Traditionsgemeinschaft übergab er bereits am 20. März 1984 dem Unterzeichneten 10 Archivalieneinheiten zur Verwahrung. Die unmittelbar danach vom Staatsarchiv Sigmaringen in die Wege geleiteten Verhandlungen einerseits mit der Traditionsgemeinschaft und andererseits mit der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg konnten am 6./16. März 1985 mit der Unterzeichnung eines Hinterlegungsvertrags zum erfolgreichen Abschluss gebracht werden.
In den Jahren 1984 bis 1986 übergab Herr Steim in mehreren Ablieferungen Schriftgut aus der Vereinsregistratur, aber auch Sammlungsgut von Vereinsmitgliedern zur Verwahrung im Depositum 42. Bei dem letzterem handelt es sich um Schriftgut von Kasimir Heinzelmann (Karten aus dem 1. Weltkrieg, Druckschriften und Zeitungsausschnitte), von Balthas Jauch (Redemanuskripte zur 25-Jahrfeier der Traditionsgemeinschaft) und von Oscar Huber (Persönliche Kriegserinnerungen und Literatur zur Geschichte des Füsilier-Regiments).
In das Depositum 42 wurden nach Rücksprache mit Herrn Steim ferner Unterlagen einverleibt, die bereits vor seiner Hinterlegung ins Staatsarchiv Sigmaringen im Jahre 1978 an das Fürstliche Archiv gelangt waren. Das ca. 1 lfd m Archivgut war bei einer Bestandsaufnahme des Fürstlichen Archivs zufällig entdeckt worden. Schriftwechsel über die Angabe dieser Unterlagen konnte in der lfd Registratur des Fürstlichen Archivs nicht ermittlelt werden.
Das bis dahin im Depositum 42 verwahrte Archivgut wurde im Dezember 1986 und Januar 1987 von Staatsarchivassessor Schiffer unter Zuhilfenahme der vom Unterzeichneten angefertigten Übernahmeverzeichnisse verzeichnet. Da das Archiv einmal Registraturgut der Traditionsgemeinschaft und zum anderen Sammlungsgut enthält, wurden bei der Ordnung zwei entsprechende Hauptgruppen gebildet. In die I. Abteilung wurde das Sammlungsgut in vier Untergruppen gegeliedert. Danach wurde das Schriftgut mit fortlaufenden arabischen Zahlen durchnummeriert.
Die danach eingegangenen "Mitteilungen" und die neubearbeitete Satzung des Vereins von 1987 wurden dem Bestand unverzeichnet angeschlossen. Nachdem Herr Steim im Juli 1988 dem Unterzeichneten einen Ordner mit den Beitrittserklärungen aus den Jahren 1958 bis 1972 übergeben hatte, entschloss sich der Unterzeichnete, alle Unterlagen, die nach der Verzeichnung und Ordnung in das Depositum 42 gelangt waren, in das Archiv einzuodnen und im Archivrepertorium nachzutragen.
Die Reinschrift der Titelaufnahmen besorgte Frau Uta Neuendorff im Frühjahr 1987. Das Titelblatt und die Vorbemerkungen schrieb Frau Neuendorff im August 1988.
Das Depositum 42 enthält in seinem Kern Schriftgut, das aus der Verwaltung und Rechnungsführung der Traditionsgemeinschaft erwachsen ist, sowie Sammlungsgut ab 1870. Bei letzterem sind insbesondere Karten von der Westfront im 1. Weltkrieg, das Kriegstagebuch von Oscar Huber (1914-1918) und die Nachrichtenblätter und Mitlgliederverzeichnisse des Vereins der Offiziere des ehemaligen Füsilier-Regiments nach dem 1. Weltkrieg hervorzuheben.
Die Benutzung der Archivalien des Depositums 42 richtet sich gemäß Artikel 6 des Hinterlegungsvertrags vom 6./16. Maärz 1985 nach den jeweils gültigen Bestimmungen der staatlichen Archive in Baden-Württemberg.
Der Bestand weist 99 (Nr. 1-98, 44a) Einheiten auf und misst ca. 2,30 laufende Meter.
Sigmaringen, im August 1988
Dr. Becker
Oberarchivrat
Nachtrag:
Im Juni 2011 gab Magdalena Gruber im Rahmen eines Praktikums das Findbuch in das Erschließungsprogramms scopeArchiv ein.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.