Der Priester Heinrich Pistoris von Geislingen [a. d. Steige/Lkr. Göppingen] wurde von Bürgermeister und Rat der Stadt Ulm als Inhabern des Patronatsrechts auf die Heiligkreuzkapelle bei dem Dorf Gingen [a. d. Fils/Lkr. Göppingen] präsentiert. Er legt daher vor diesen in Gegenwart des öffentlichen Notars Konrad Locher, der dies auch beurkundet, und den hinzugebetenen Zeugen den vor Übersendung der Präsentationsurkunde an den Bischof von Konstanz üblichen Eid ab. Er verpflichtet sich, nach der endgültigen Übertragung der Pfründe durch den Diözesanbischof dort persönlich zu residieren und alle bei der Stiftung der Kapelle einem dortigen Kaplan übertragenen Aufgaben getreulich zu erfüllen. Sollte ihm einmal eine andere Pfründe übertragen werden, dann wird er auf die Kapelle verzichten, damit Bürgermeister und Rat der Stadt Ulm dort einen neuen Kaplan präsentieren können. Kommt es mit Rat, Bürgerschaft oder Untertanen der Stadt Ulm zu Streitigkeiten in weltlichen Angelegenheiten, dann wird er diese vor dem Stadtgericht in Ulm austragen und dessen Urteile anerkennen. Wird er eines Vergehens überführt und leistet dafür trotz mehrfacher Mahnung vor dem Bischof von Konstanz keine Sühne, dann verliert er seine Pfründe ohne irgendwelche Appellationsmöglichkeit. Bei Verstößen gegen diese Bestimmungen kann der Rat die Erträge seiner Pfründe solange einziehen, bis er wieder alle eingegangenen Verpflichtungen erfüllt. Dafür stellt er Bürgermeister und Rat die Ulmer Bürger Magnus ("Mang") Krafft, Wilhelm Besserer und Konrad Lins als Bevollmächtigte.

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Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm
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