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030 (Bestand)
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Archiv der Hansestadt Lübeck (Archivtektonik) >> 05 Private Archive >> 05.4 Vereins- und Verbandsarchive
1870-2008
Erschließungszustand, Umfang: Findbuch (1955, mit Nachträgen)
21 lfm
Verwandte Verzeichnungseinheiten: Verein für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde
Literaturhinweis: Ahasver von Brandt, Hundert Jahre Hansischer Geschichtsverein. Ein Stück Sozial- und Wissenschaftsgeschichte, in: HGbll 88 Teil I /1970, S. 3-67
Vorwort: Erste Anregungen zur Gründung des Hansischen Geschichtsvereins gab Karl Koppmann (Sekretär des Vereins für Hamburgische Geschichte) an die hansestädtischen Geschichtsvereine. Während einer im Mai 1870 in Stralsund stattfindenden Feierlichkeit anlässlich des Stralsunder Friedens von 1370 wurde der Hansische Geschichtsverein (HGV) von Mitgliedern der Geschichtsvereine zu Bremen, Greifswald, Stralsund, Hamburg und Lübeck als persönlicher Verein hansischer Geschichtsforscher und Freunde gegründet. Beschlossen wurden die Durchführung jährlicher Pfingstversammlungen und die Herausgabe einer Vereinszeitschrift. Die nächste Tagung fand im Mai 1871 in Lübeck statt, hier wurde auch die Satzung unter wesentlicher Mitwirkung von Georg Waitz bearbeitet und beschlossen. Sie gab dem Verein das Gepräge eines wissenschaftlichen Vereins und gleichermaßen die Funktion einer historischen Kommission mit überregionaler Bedeutung.
Wichtigste Aufgabe des Vereins sollte das Sammeln und Veröffentlichen von Quellen der hansischen Geschichte sein, Lübeck sollte Vereinssitz und zwei Mitglieder des siebenköpfigen Vorstandes sollten in Lübeck ansässig sein. Spätere Satzungen führten diese Ziele weiter aus, indem sie die Bedeutung des Vereins als "Mittel- und Vereinigungspunkt" hansischer Forschung betonten.
Die Finanzierung sollte durch Beihilfen der Hansestädte sowie durch Beiträge der Mitglieder und Tagungsteilnehmer geschehen. In den Grundzügen blieb die Satzung bis heute unverändert, einige Punkte wichen im Laufe der Zeit vom Statut ab (z.B. die faktische Aufnahme auch körperschaftlicher Mitglieder, v. a. der Hansestädte, in den Verein).
Einschnitte in die Vereinsgeschichte verursachten die beiden Weltkriege. So schieden jene Hansestädte aus, die in den Gebieten nun polnischer Verwaltung lagen.
Während nach der Errichtung des Eisernen Vorhangs zuerst auch die ostdeutschen persönlichen Mitglieder weiterhin dem Verein angehörten, wurde in der damaligen DDR seit 1955 eine "Arbeitsgemeinschaft des Hansischen Geschichtsvereins in der DDR" gebildet.
Wissenschaftliche und menschliche Kontakte bestanden, seit 1961 sehr eingeschränkt, weiter fort. So blieb die Hanseforschung lange Zeit noch in einer der ganz wenigen gesamtdeutschen Gesellschaften repräsentiert. 1967 gab sich die Arbeitsgemeinschaft eine eigene Satzung.
1970 verfügten staatliche Stellen der DDR die Trennung der Hansischen Arbeitsgemeinschaft vom HGV, die erst mit der Wiedervereinigung Deutschland 1989 beendet wurde. 1990/91 kam es wieder zu einer Verschmelzung, die sich mit der Aufnahme ostdeutscher Mitglieder in den Vorstand und die Fortsetzung der Veröffentlichungsreihe "Hansische Studien" manifestierte. Die Jahresversammlungen des HGV fanden nun häufiger in ostdeutschen Hansestädten statt. Sie sind wie eh und je ein Höhepunkt des Vereinslebens geblieben.
Die zahlreichen Veröffentlichungen des Vereins umfassen neben der noch heute erscheinenden Vereinszeitschrift "Hansische Geschichtsblätter" das "Hansische Urkundenbuch", die "Hanserezesse", die heute noch herausgegebenen "Quellen und Darstellungen zur Hansischen Geschichte" und die "Hansischen Studien", wogegen die "Inventare hansischer Archive", die "Pfingstblätter" (bis auf eine Ausnahme) und die "Hansischen Volkshefte" seit dem 2. Weltkrieg nicht mehr veröffentlicht werden. Die Arbeitsgemeinschaft in der DDR gab die Reihe "Abhandlungen zur Handels- und Sozialgeschichte" heraus.
Der Bestand wurde 1955 von Olof Ahlers geordnet und verzeichnet. Das in den vergangenen 50 Jahren angesammelte Schriftgut wurde 2008/09 von Antjekathrin Graßmann archivisch bearbeitet und der Gesamtbestand in eine einheitliche Ordnung gebracht.
Der Bestand wird als Depositum (lt. Vertrag von 1975) im Archiv der Hansestadt Lübeck verwahrt und verwaltet.
Zu den Ordnungsarbeiten
Der Bestand enthält das bei der Geschäftsstelle entstandene Schriftgut. Hinzukamen einzelne Unterlagen, die von Vorstandsmitgliedern abgeliefert wurden, z. B. Johansen, Weczerka, Loose, Beutin, Steinberg. Sie sind kenntlich gemacht, wurden aber der einfacheren Benutzung halber in den Gesamtbestand aufgenommen.
Die Ahlerssche Ordnung wurde übersichtlicher gestaltet, jedoch inhaltlich und umfangsmäßig unangetastet gelassen, wogegen das Schriftgut der folgenden Jahrzehnte durchkassiert werden musste. Insbesondere die bei der Tagungsorganisation entstandenen Papiere (Prospekte, Anmeldungen, Doppelstücke usw.) konnten ohne Schaden dezimiert werden. Dies geschah jedoch behutsam. Dies galt auch für die zwei Generationen umfassenden Jahre nach 1955, die archivalisch im Hinblick auf das Wiedererstehen des Vereins nach dem 2. Weltkrieg - nun auch mit stärkeren Auslandsbeziehungen und Spiegelung der methodischen Entwicklung der Geschichtswissenschaft jener Jahre - sehr wichtig sind.
Die umfangreichen wissenschaftlichen Nachlässe, die auch die Umzüge der Geschäftsstelle in den 1970er Jahre mitmachen mussten, wurden unter Beibehaltung des Charakters von Deposita in den Nachlassbestand des Archivs der Hansestadt Lübeck eingegliedert. Es handelt sich um Unterlagen von Höhlbaum, Adolf Hofmeister, Willmann, von der Ropp, Kunze, Frensdorff, Nordmann, Bernhard Hagedorn, Beutin undVogel. Die Unterlagen von Friedrich Bruns sind dem schon im Archiv der Hansestadt Lübeck vorhandenen Nachlaß Bruns zugeordnet worden, so dass dieser nun dessen sämtliches Schriftgut enthält. Ebenso wurde im Falle der Papiere von Gerhard Schneider verfahren.
Den Benutzer mag die Ungleichmäßigkeit der Überlieferung erstaunen. Aber auch Vereinsarchive sind organisch gewachsen, zudem fördern der mehrfache Wandel der Funktionsträger des Vereins und seine fehlende Verankerung an einem Ort nicht gerade die Kontinuität der Aktenüberlieferung. Zudem ist mancher Schriftführer und Redakteur wortreich, mancher lakonisch. Ohnehin nimmt der Papierausstoß in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts stark zu. Die anschließende Zeit elektronischer Kommunikation wird wiederum Auswirkungen haben.
Aufbewahrt wurden auch Schriftwechsel mit Nichtmitgliedern und Anfragen als zeittypisch (und nicht sehr umfangreich). Ebenso erschienen die Korrespondenzen mit den Verlagen der Veröffentlichungen des HGV aussagekräftig, spiegeln doch auch sie die veränderte Situation nach dem 2. Weltkrieg.
Die Geschichte der Hansischen Arbeitsgemeinschaft in der ehem. DDR wird im vorliegenden Bestand nur dokumentiert, soweit sie sich aus ihren Beziehungen zum HGV ergab. Ihre eigentliche Überlieferung wird im Archiv der Humboldt-Universität Berlin verwahrt und ist bis 2010 für die Benutzung gesperrt.
Anders als vielleicht eine behördliche Registratur bildet die Aktenführung den individuellen Charakter und die "Regierungszeiten" der Funktionsinhaber ab. So wurden insbes. bei den Mitgliederverzeichnissen und den Listen des Zeitschriftentauschverkehrs Parallelüberlieferungen nicht kassiert, da sie nicht identisch waren. Schriftgut, das bei der Herausgabe von Veröffentlichungen entstand, wurde meistenteils verzeichnet, um so mehr als es nicht durchgängig in die Registratur des Schriftführers gelangte und erhalten ist.
Benutzungshinweise
Da die Akten z.Z. neu formiert wurden, d.h. Schriftgut der Jahre 1955-2008 älteren Unterlagen angeschlossen und diese Zusammenfassungen sodann thematisch neugeordnet wurden, wäre eine Konkordanz nur in begrenztem Maße treffsicher. Zudem fand Benutzung des Bestandes bisher nur sehr selten statt und bezog sich auf den früheren Abschnitt I, der zumeist in den Abschnitt 01 übernommen wurde.
Um sich ein Bild machen zu können, wird im folgenden eine Kurzübersicht an die Hand gegeben.
Alt
I,1/1-5 neu: 01 und 02
I,1/6 neu: 08
I,2/1-2 neu: 09
I,2/3-6 neu: 19
I,3/1-11 und 13-17 neu: 13
I,3/12 neu: 14
II,1/1-15 neu: 10 (Städtemitglieder), 11 (persönliche Mitglieder), 12 (körperschaftliche Mitglieder)
III/1-2 und 7 neu: 05
III/3-6 neu: 03 und 04
IV neu: 07
V/1-20 neu: 16 und 17
V/21-23 neu: 18
VI/ 1-2 neu: 20 und 24
VI/3 nicht erhalten
VI/4-7 neu: 23
VI/8-24 neu: 21
VI/25-28 neu: 25
VI/ 29-34 und 37-38 neu: 21
VI/ 35 und 36 neu: 22
VI/39-42 neu: 26
VI/43 neu: 23
VI/44 neu: 09
Die Nachlassbestände (früher VII) Beutin (wissenschaftlicher Nachlaß), Frensdorff, Hagedorn, Höhlbaum, Hofmeister, Kunze, Nordmann, von der Ropp und Willmann sind jetzt in den Archivbeständen "Nachlässe und Familienarchive" zu finden. Die Nachlässe Bruns und Schneider wurden deren Nachlassbeständen zugeordnet, der Nachlaß Schwebel, ein Zettelkasten zu seiner Veröffentlichung über den Stralsunder Frieden (1370) im Jahrbuch der Wittheit 14 (1970) wurde kassiert. Ein Nachlaß Kalkbrenner wurde nicht festgestellt.
Umfang: 15 lfm
Zitierweise: HGV und die Nummer
Liste der Vorsitzenden
1871-1879 Wilhelm Mantels, Stadtbibliothekar
1879-1903 Dr. Wilhelm Brehmer, Bürgermeister
1903-1919 Dr. Emil Ferdinand Fehling, Bürgermeister
1919-1928 D. Dr. .Johann Martin Neumann, Bürgermeister
1928-1934 Dr. Johannes Kretzschmar, Staatsrat, Staatsarchivar
1935-1950 Dr.Georg Kalkbrenner, Senator
1950-1959 Emil Helms, Stadtdirektor
1960-1975 Gerhard Schneider, Senator
1976-1985 Dr. Robert Knüppel, Bürgermeister
1986-1996 Heinz Lund. Senator
1997-2010 Prof. Dr. Antjekathrin Graßmann, Archivdirektorin
2010- Prof. Dr. Rolf Hammel-Kiesow
Literatur
- Ahasver v. Brandt, Hundert Jahre Hansischer Geschichtsverein. Ein Stück Sozial- und Wissenschaftsgeschichte, S. 5-67.
- Hugo Weczerka, Die Tagungen des HGV 1871-1969, S. 68-71 (mit Karte)
- Ders., Die Vorstandsmitglieder des HGV 1871-1969, S. 72-80 (mit Tabelle)
Alle genannten Aufsätze in den Hansischen Geschichtsblättern 88 I/1970.
s.a. die Jahresberichte in den jeweiligen Hansischen Geschichtsblättern.
Abkürzungen
AHL = Archiv der Hansestadt Lübeck
DDR = Deutsche Demokratische Republik
HGBll = Hansische Geschichtsblätter
HGV = Hansischer Geschichtsverein
Jgg = Jahrgang
Lübeck, Ende März 2009 Graßmann
Eingrenzung und Inhalt: Satzung, Mitglieder, Vorstand, Rechnungswesen, Jahresversammlungen, Veröffentlichungen, wissenschaftliche Sammlungen und Nachlässe (s.d.)
Verwaltungsgeschichte/biographische Angaben: extra Findbuch
a. Erste Anregungen zur Gründung des Hansischen Geschichtsvereins gab Karl Koppmann (Sekretär des Vereins für Hamburgische Geschichte) an die hansestädtischen Geschichtsvereine. Während einer im Mai 1870 in Stralsund stattfindenden Feierlichkeit anlässlich des Stralsunder Friedens von 1370 wurde der Verein von Mitgliedern der Geschichtsvereine zu Bremen, Greifswald, Stralsund, Hamburg und Lübeck als persönlicher Verein hansischer Geschichtsforscher und -freunde gegründet. Beschlossen wurden die Durchführung jährlicher Pfingstversammlungen und die Herausgabe einer Vereinszeitschrift. Die nächste Tagung fand im Mai 1871 in Lübeck statt, hier wurde auch die Satzung unter wesentlicher Mitwirkung von Georg Waitz bearbeitet und beschlossen. Sie gab ihm das Gepräge eines wissenschaftlichen Vereins.
Wichtigste Aufgabe des Vereins sollte das Sammeln und Veröffentlichen von Quellen der hansischen Geschichte sein. Lübeck sollte Vereinssitz sein und zwei Mitglieder des siebenköpfigen Vorstandes in Lübeck ansässig sein. Die Finanzierung solle durch Beihilfen der Hansestädte sowie durch Beiträge der Mitglieder und Tagungsteilnehmer geschehen. In den Grundzügen blieb die Satzung bis heute unverändert, einige Punkte wichen im Laufe der Zeit vom Statut ab (z.B. die faktische Aufnahme auch körperschaftlicher Mitglieder, v.a. der beisteuernden Städte).
Die Pfingsttagungen sind bis heute ein Höhepunkt im Vereinsleben geblieben.
Die umfangreichen Veröffentlichungen des Vereins umfassen neben der noch heute erscheinenden Vereinszeitschrift (Hansische Geschichtsblätter) u.a. das Hansische Urkundenbuch, die Hanserezesse, Quellen und Darstellungen zur Hansischen Geschichte (werden fortgesetzt), Inventare hansischer Archive, die Pfingstblätter und die Hansischen Volkshefte.
b. Der Bestand wurde 1955 von Olof Ahlers geordnet und verzeichnet.
Bestand
Benutzungsbeschränkung: keine
Angaben zum entzogenen Vermögen
Sonstige Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.