Hofbuchdruckerei Trowitzsch & Sohn (Splitter) (Bestand)
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StAFF 1-706
Stadtarchiv Frankfurt (Oder) (Archivtektonik) >> Private und volkseigene Wirtschaftsbetriebe
1730-1903
Bestandsbeschreibung: Der preußische König Friedrich I. privilegierte im Jahr 1711 den neumärkischen Regierungsbuchdrucker Gottfried Heinichen in Küstrin zum Hofbuchdrucker. Durch Erbschaft gelangte die Druckerei im Jahr 1738 an die Familie Hübner, diese wiederum verkaufte sie im Jahr 1759 an Johann Friedrich Grunow in Königsberg in der Neumark. Dessen Schwiegersohn Carl Gottlieb Trowitzsch erbte sie 1779.
Nachdem die Neumärkische Regierung ihren Sitz von Küstrin nach Frankfurt (Oder) verlegte, zog 1813 auch die Druckerei in die neue preußische Provinzhauptstadt. Das Unternehmen wuchs durch Ankauf weiterer Druckereien. 1815 erwarb Trowitzsch die ehemalige Frankfurter Universitätsbuchdruckerei von Christian Ludwig Apitz, im Jahr 1821 die Berliner Druckerei Unger, die die Preußischen Adress- und Staatskalender und Schriften der Preußischen Akademie der Wissenschaften herausgab, sowie im Jahr 1826 die hebräische Druckerei in Frankfurt. Nach mehreren Umzügen erbaute Eugen Trowitzsch im Jahr 1887 eine neue Druckerei am Wilhelmsplatz 21 mit einer Villa als Redaktionsgebäude. Dessen Sohn Joachim verlegte die Produktionsstätten in den 1920er Jahren in die Fürstenwalder Straße, seine Schwester Hedwig erhielt die Villa am Wilhelmsplatz und richtete dort mit ihrem Mann Rudolf Hahn eine Arztpraxis ein. Während der Druckereibetrieb in Frankfurt nach 1945 nicht mehr existierte, blieb die Villa Hahn als Arztpraxis in der heutigen Heilbronner Straße 19 noch bis in die 1960er Jahre bestehen.
Die Hofbuchdruckerei Trowitzsch und Sohn zählt zu den bedeutendsten preußischen Buchdruckereien. In Frankfurt erlangte sie Bedeutung aufgrund der Herausgabe des Amtsblattes der Provinzialregierung, des Frankfurter Patriotischen Wochenblattes sowie der Frankfurter Oderzeitung, als wichtigste Zeitung für den preußischen Regierungsbezirk Frankfurt (Oder). Mit dem Magistrat gab es eine vertragliche Vereinbarung für die Publikation von amtlichen Verlautbarungen. Darüber hinaus publizierte Trowitzsch die Frankfurter Adressbücher sowie literarische und wissenschaftliche Werke aus den Bereichen Garten, Kunst, Geschichte und Theologie.
Anlässlich des 200jährigen Firmenjubiläums im Jahr 1911, gab Joachim Trowitzsch in der Frankfurter Oderzeitung am 5. Juli 1910 bekannt, dass er beabsichtige, eine Firmengeschichte herauszugeben und hierfür die Bevölkerung um Nachweise über vorhandene Akten und Druckwerke bitte. Diese Absicht ist mit dem im Jahr 1911 erschienenen Werk "Das Haus Trowitzsch & Sohn in Berlin. Sein Ursprung und seine Geschichte von 1711 bis 1911" umgesetzt worden. Die Monographie enthält neben einer geschichtlichen Darstellung auch eine Quellenedition. Zum 225jährigen Firmenjubiläum erschien das Werk "Frankfurt an der Oder als Druckerstadt", die der Verfasser Dr. Walter Maushake dem Andenken Joachim Trowitzschs am 01.10.1936 widmete. Maushakes Untersuchung beruht auf Quellenstudien u.a. im Preußischen Geheimen Staatarchiv, im Stadtarchiv Frankfurt (Oder) sowie in den Beständen des Historischen Vereins für Heimaktkunde im Lienauhaus Frankfurt (Oder).
Wann die Unterlagen des Unternehmens ins Stadtarchiv gelangten ist unklar, da die Bestandsakten mit der Übernahmedokumentation im Zweiten Weltkrieg verloren gingen. Der Bestand umfasst lediglich vier Akteneinheiten, so dass der Bestand als Splitterüberlieferung zu betrachten ist. Er wuchs geringfügig durch die Schenkung eines Aktenbandes zur Lehrlingsausbildung von Werner Schmolling aus Lossow im Jahr 2008.
Stadtarchivarin Elfriede Schirrmacher verzeichnete den Bestand nach 1948 auf Karteikarten. Die Karteikartenerschließung ist in den 1990er Jahren durch ABM-Kräfte in die Archivdatenbank übertragen worden, dabei sind Eingabefehler gemacht worden. Im Jahr 2021 ist die Erschließung durch Dr. Denny Becker überarbeitet worden, Titel und Enthältvermerke wurden redaktionell überarbeitet bzw. neu erstellt.
Frankfurt (Oder), im August 2021
Dr. Denny Becker
(Wissenschaftlicher Archivar)
Zitierweise: Bestandsnummer zzgl. Archivaliensignatur, bspw.: StAFF 1-706 BA I Tit. 31 Nr. 48
Nachdem die Neumärkische Regierung ihren Sitz von Küstrin nach Frankfurt (Oder) verlegte, zog 1813 auch die Druckerei in die neue preußische Provinzhauptstadt. Das Unternehmen wuchs durch Ankauf weiterer Druckereien. 1815 erwarb Trowitzsch die ehemalige Frankfurter Universitätsbuchdruckerei von Christian Ludwig Apitz, im Jahr 1821 die Berliner Druckerei Unger, die die Preußischen Adress- und Staatskalender und Schriften der Preußischen Akademie der Wissenschaften herausgab, sowie im Jahr 1826 die hebräische Druckerei in Frankfurt. Nach mehreren Umzügen erbaute Eugen Trowitzsch im Jahr 1887 eine neue Druckerei am Wilhelmsplatz 21 mit einer Villa als Redaktionsgebäude. Dessen Sohn Joachim verlegte die Produktionsstätten in den 1920er Jahren in die Fürstenwalder Straße, seine Schwester Hedwig erhielt die Villa am Wilhelmsplatz und richtete dort mit ihrem Mann Rudolf Hahn eine Arztpraxis ein. Während der Druckereibetrieb in Frankfurt nach 1945 nicht mehr existierte, blieb die Villa Hahn als Arztpraxis in der heutigen Heilbronner Straße 19 noch bis in die 1960er Jahre bestehen.
Die Hofbuchdruckerei Trowitzsch und Sohn zählt zu den bedeutendsten preußischen Buchdruckereien. In Frankfurt erlangte sie Bedeutung aufgrund der Herausgabe des Amtsblattes der Provinzialregierung, des Frankfurter Patriotischen Wochenblattes sowie der Frankfurter Oderzeitung, als wichtigste Zeitung für den preußischen Regierungsbezirk Frankfurt (Oder). Mit dem Magistrat gab es eine vertragliche Vereinbarung für die Publikation von amtlichen Verlautbarungen. Darüber hinaus publizierte Trowitzsch die Frankfurter Adressbücher sowie literarische und wissenschaftliche Werke aus den Bereichen Garten, Kunst, Geschichte und Theologie.
Anlässlich des 200jährigen Firmenjubiläums im Jahr 1911, gab Joachim Trowitzsch in der Frankfurter Oderzeitung am 5. Juli 1910 bekannt, dass er beabsichtige, eine Firmengeschichte herauszugeben und hierfür die Bevölkerung um Nachweise über vorhandene Akten und Druckwerke bitte. Diese Absicht ist mit dem im Jahr 1911 erschienenen Werk "Das Haus Trowitzsch & Sohn in Berlin. Sein Ursprung und seine Geschichte von 1711 bis 1911" umgesetzt worden. Die Monographie enthält neben einer geschichtlichen Darstellung auch eine Quellenedition. Zum 225jährigen Firmenjubiläum erschien das Werk "Frankfurt an der Oder als Druckerstadt", die der Verfasser Dr. Walter Maushake dem Andenken Joachim Trowitzschs am 01.10.1936 widmete. Maushakes Untersuchung beruht auf Quellenstudien u.a. im Preußischen Geheimen Staatarchiv, im Stadtarchiv Frankfurt (Oder) sowie in den Beständen des Historischen Vereins für Heimaktkunde im Lienauhaus Frankfurt (Oder).
Wann die Unterlagen des Unternehmens ins Stadtarchiv gelangten ist unklar, da die Bestandsakten mit der Übernahmedokumentation im Zweiten Weltkrieg verloren gingen. Der Bestand umfasst lediglich vier Akteneinheiten, so dass der Bestand als Splitterüberlieferung zu betrachten ist. Er wuchs geringfügig durch die Schenkung eines Aktenbandes zur Lehrlingsausbildung von Werner Schmolling aus Lossow im Jahr 2008.
Stadtarchivarin Elfriede Schirrmacher verzeichnete den Bestand nach 1948 auf Karteikarten. Die Karteikartenerschließung ist in den 1990er Jahren durch ABM-Kräfte in die Archivdatenbank übertragen worden, dabei sind Eingabefehler gemacht worden. Im Jahr 2021 ist die Erschließung durch Dr. Denny Becker überarbeitet worden, Titel und Enthältvermerke wurden redaktionell überarbeitet bzw. neu erstellt.
Frankfurt (Oder), im August 2021
Dr. Denny Becker
(Wissenschaftlicher Archivar)
Zitierweise: Bestandsnummer zzgl. Archivaliensignatur, bspw.: StAFF 1-706 BA I Tit. 31 Nr. 48
Schriftgut und Kartenwerk, 0,2 lfd. Meter = 6 VZE
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
17.06.2025, 10:21 AM CEST