Die Freiherren von Millendonk erhoben als Nachkommen der Familie von Neuenahr ab intestato Ansprüche auf die Grafschaft Horn. Sie beriefen sich dabei auf einen Fideikommiss: Die Grafschaft Horn sei zunächst von Graf Johann von Horn und seiner Frau Anna, geborener Gräfin von Egmond, an deren Sohn aus erster Ehe, Philipp von Montmorency, vererbt worden, der sie seiner Frau Walburga von Neuenahr als Morgengabe überlassen habe. Bei kinderloser Erbfolge sollte die Grafschafschaft an die nächsten Verwandten der Linie Neuenahr fallen. Die Grafschaft sei jedoch durch Anna von Egmond als usufructuaria und Philipp von Montmorency als proprietarius an Dietrich von der Lippe genannt Hoen, Herr zu Bleijenbeek, verpfändet worden und schließlich an dessen Sohn Kaspar, den Ehemann der Appellatin, als Pfandherrn gefallen. Gegen Besitzansprüche der Appellatin auf die Grafschaft erwirkte Hermann Dietrich von Millendonk beim Kuringer Lehnssaal ein mandatum inhibitorium. Gegen ein in diesem Prozess ergangenes verfahrensrechtliches Urteil des Kuringer Lehnssaals zugunsten Gertruds von Byland appelliert er an das RKG.
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Die Freiherren von Millendonk erhoben als Nachkommen der Familie von Neuenahr ab intestato Ansprüche auf die Grafschaft Horn. Sie beriefen sich dabei auf einen Fideikommiss: Die Grafschaft Horn sei zunächst von Graf Johann von Horn und seiner Frau Anna, geborener Gräfin von Egmond, an deren Sohn aus erster Ehe, Philipp von Montmorency, vererbt worden, der sie seiner Frau Walburga von Neuenahr als Morgengabe überlassen habe. Bei kinderloser Erbfolge sollte die Grafschafschaft an die nächsten Verwandten der Linie Neuenahr fallen. Die Grafschaft sei jedoch durch Anna von Egmond als usufructuaria und Philipp von Montmorency als proprietarius an Dietrich von der Lippe genannt Hoen, Herr zu Bleijenbeek, verpfändet worden und schließlich an dessen Sohn Kaspar, den Ehemann der Appellatin, als Pfandherrn gefallen. Gegen Besitzansprüche der Appellatin auf die Grafschaft erwirkte Hermann Dietrich von Millendonk beim Kuringer Lehnssaal ein mandatum inhibitorium. Gegen ein in diesem Prozess ergangenes verfahrensrechtliches Urteil des Kuringer Lehnssaals zugunsten Gertruds von Byland appelliert er an das RKG.
AA 0648, 159 - M 2851
AA 0648 Reichskammergericht, Teil X: Prozessakten des Hauptstaatsarchivs Düsseldorf im Rijksarchief Maastricht
Reichskammergericht, Teil X: Prozessakten des Hauptstaatsarchivs Düsseldorf im Rijksarchief Maastricht >> 12. Buchstabe M
1614 (1614-1615)
Enthaeltvermerke: Kläger: Hermann Dietrich von Millendonk (Mullendunck), Herr zu Pesch Meijel und Ghoor (Gohr), und Kons.: Kraft und Balthasar Herren von Millendonk zu Hoerstgen-Frohnenbruch, (Kl.) Beklagter: Gertrud von Byland (von dem Bylandt), verwitwete Pfandherrin der Grafschaft Horn, (Bekl.) Prokuratoren (Kl.): Dr. Johann Godelmann [1600] 1614 (für Hermann Dietrich von Millendonk) - Dr. Johann Godelmann [1603] 1614 (für Kraft und Balthasar von Millendonk) Prokuratoren (Bekl.): Mörder (1614) Prozeßart: Appellationis Instanzen: 1. Statthalter und Lehnsmannen des Kuringer Lehnssaals 1613 - 2. RKG 1614 (1614-1615) Beweismittel: Beschreibung: 14 Bl., lose, Q 1-5, 2 Beilagen; die Originalurkunde Q 4 sowie eine weitere, nicht quadrangulierte Urkunde wurden der Akte entnommen.
Sachakte
Sonstiges: Für die Nutzung gesperrt bis 9999
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
28.04.2026, 8:35 AM CEST
Hierarchy
Hierarchy detail view
- Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Rheinland
- Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland (Archivtektonik)
- 1. Behörden und Bestände vor 1816 (Archival tectonics)
- 1.4. Reichsbehörden (Archival tectonics)
- 1.4.1. Reichskammergericht (Archival tectonics)
- Reichskammergericht, Maastricht AA 0648 (Archival holding)
- 12. Buchstabe M (Classification)