Enthaeltvermerke: Kläger: Catharina Johanna von Gysenberg, Witwe des Anton Werner Guido von Palant, aufHaus Eyll; seit 1729 als ihre Erben Friedrich Heinrich Melchior von Eerde aufEyll; Freiherr von Hasenkamp zu Weitmar, (Bekl.) Beklagter: Simon Heinrich von Wendt zu Papenhausen, Osnabrückischer Oberschenk, seit 1738 sein Sohn Carl Joseph von Wendt, und seine Töchter und Schwiegersöhne Friederica Augusta von Wendt und Philipp Leopold von Arnstedt, Broekhuizen; Charlotta Amalia von Wendt und Joseph Ignatius von Streit (Streidt), Paderborn; Anna Isabella Francisca von Plettenberg, Witwe des Drosten von Schilder, (Kl.) Prokuratoren (Kl.): Lic. Franz Peter Jung 1728, 1729 ? Subst.: Dr. Johann Rudolf Sachs 1728 ? Subst.: Lic. Johann Leonhard Krifft 1729 ? Lic. Wilhelm Ludwig Ziegler 1735 ? Subst.: Lic. Wilhelm Maximilian Brack Prokuratoren (Bekl.): für von Wendt: Lic. Johann Justus Faber [1721] 1728 ? Subst.: Dr. Dimpfel (im Formular wie bei Consens in. subst. steht Dr.) ? Dr. Georg Samuel Scheffer 1736, 1738 ? Subst.: Lic. Johann Franz Wolff ? Dr. Johann Goy 1740, 1744 ? Subst.: Dr. Georg Melchior Hofmann ? Lic. Christian Philipp Lang 1745 ? Subst.: Lic. Godhard Johann Hert ? Lic. Jakob Loskant 1750 ? Subst.: Lic. Ferdinand Wilhelm Helffrich ? für von Schilder: Lic. Johann Justus Faber 1728 ? Subst.: Dr. Pfeiffer ? Dr. Georg Samuel Scheffer 1736 ? Subst.: Lic. Johann Andreas Diez ? Lic. Christian Philipp Lang 1745 ? Subst.: Lic. Franz Christoph Bolles Prozeßart: Appellationis cum mandato attentatorum revocatorium et restitutione sine clausula, seit 1735 appellationis decisae nunc executorialis et petitae restitutionis in integrum Herrschaften Broekhuizen bis 1717, Hameren bis 1720 und Eyll bis jetzt müßten alle eventuell noch bestehenden appellantischen Ansprüche summarisch als erledigt angesehen werden, gemäß der Ansicht, daß eine 20jährige Nutzung dem Wert des Gutes entspreche und mithin alle erdenklichen Ansprüche auf eine spezielle Quote des Bernhard damit erloschen seien. Mit Urteil vom 11. März 1746 verlangte das RKG den Beweis von den Appellanten, daß zum Zeitpunkt der Errichtung des Fideikommisses mehr als die 5 unterschreibenden Geschwister lebten, die legal zugunsten Bernhards testierten. Die bezüglich Godefrida Maria Johanna Francisca und Elisabeth Catharina vorgelegten Schriftstücke wurden nicht anerkannt. Die von der Vorinstanz verfügte Exekution der Demission aus der Herrschaft Eyll wurde zugelassen. Mit Urteil vom 29. März 1754 entschied das RKG, die Demission von Eerdes aus dem Gut Eyll und die Immission von Streits sei, soweit sie dem rechtskräftigen Urteil widerspreche, zu kassieren und von Eerde in den ererbten 6. Teil zu immittieren, sowie in weitere 3/4, bis die Wendtschen Erben ihren Anspruch auch auf den Hasenkampschen und Schilderschen Anteil nachgewiesen hätten. Die entgangenen Einnahmen seien ihm zu erstatten. Die Entscheidung über die anderen Streitigkeiten, insbesondere über für die anderen Herrschaften aufgewandte Gelder, Brautschatzgelder und dergleichen, werden zur schleunigen Entscheidung an die Vorinstanz verwiesen. Daraufhin suchten die Wendtschen Erben um Restitutio in integrum nach. Das wurde mit Urteil vom 11. Februar 1757 abgelehnt und, weil sie nichts Neues vorgebracht und das Verfahren nur verzögert hätten, gegen die Erben Wendt 1 Mark lötigen Goldes, gegen den Prokurator 1 Mark Silber als Strafe verhängt und ihnen die Erstattung der seit dem letzten Urteil entstandenen Gerichtskosten auferlegt. Am 23. Dezember 1757 moderierte das RKG die eingereichten Kostenrechnungen (Q 188, 119) auf 220 Gulden. Weil die dem Fiskal verfallene Strafe nicht bezahlt wurde, erkannte das RKG am 25. September 1767 auf Exekution durch die Richter voriger Instanz. Da keiner der Betroffenen unter ihrer Botmäßigkeit ansässig sei, sah sich die münstersche Regierung außerstande, dies auszuführen. Instanzen: 1. Als fürstlich münstersche Kommissare Hofrat Dr. Detten und Referendar Olffers 1720 - 1727 ? 2. RKG 1728 - 1771 (1638 - 1768) Beweismittel: Abschichtungsvertrag zwischen Bernhard von Palant und seiner Schwester Elisabeth Margaretha von Palant, 1652 (Q 31, 43). Vertrag zwischen den Eheleuten Elisabeth Catharina von Palant und Walter von Tengnagel zu Loenen, 1638 (Q 34). Testament der Alexandrina Sybilla von Palant, 1640 (Q 35, 44). Testament der Anna Christina von Palant, 1670 (Q 38). Beschreibung: 4 Bde., 35,5 cm; Bd. 1: 7,5 cm, 269 Bl., lose; Q 1 - 46, es fehlt Q 11, 2 Beil. (Bl. 53, 133 - 142); Deckblatt des Protokolls fehlt, 1. Seite teilweise unleserlich; Bd. 2: 8 cm, 381 Bl., lose; Q 47 - 92; Bd. 3: 8 cm, 428 Bl., lose; Q 93 - 125, 3 Beil. (Bl. 33 - 35, 388, 428); Bd. 4: 12 cm, 756 Bl., geb.; Q 22. Lit.: Richard Verhuven, Ritter Friedrich von Pallant, Herr zu Vorst, Keppel, Hamm (Hamb) und Eyll (+ 2. März 1605) und seine Geschlechtsnachfolger als Besitzer des Hauses Eyll bei Camp, in: Die Heimat, Krefeld 8 (1929) S. 67 - 72. Louis de Crassier, Dictionnaire historique du Limbourg néerlandais, in: Publ. de la Société historique et archéologique dans le Limbourg à Maestricht 66 (1930) S. 59. Richard Verhuven, Schloß und Pfarre Eyll, in: Die Heimat, Krefeld 25 (1954) S. 192ff.