Bürgerunruhen 1677/78
Vollständigen Titel anzeigen
F 8, Nr. 1931
F 8, Nr. 185
F 8 - Evangelisches Dekanatamt Biberach
F 8 - Evangelisches Dekanatamt Biberach >> II. Akten >> 1. Reichsstädtische Zeit >> 1.1. Verfassung, Verfassungsstreitigkeiten, konfessionelle Konflikte >> 1.1.4. Verfassungskonflikte, konfessionelle Konflikte >> 1.1.4.5. Konflikte zwischen Bürgerschaft und Obrigkeit
o.D., [1648, 1660], 1678
Enthält:
- Korrespondenz der "gemeinen" Bürgerschaft mit der kaiserlichen Kommission, die mit Beauftragten der kreisausschreibenden Fürsten beschickt wurde
- Korrespondenz der Bürgermeister und Ratsmitglieder mit der kaiserlichen Kommission
- Beschwerdeschriften der Gemeinde an den Magistrat
- Korrespondenz der "gemeinen" Bürgerschaft mit der kaiserlichen Kommission, die mit Beauftragten der kreisausschreibenden Fürsten beschickt wurde
- Korrespondenz der Bürgermeister und Ratsmitglieder mit der kaiserlichen Kommission
- Beschwerdeschriften der Gemeinde an den Magistrat
19 Schr. (71 Bl.)
Sachakte
Die Aufblähung des öffentlichen Haushaltes durch die paritätische bzw. alternierende Besetzung sowie die Vorrangstellung der Nobilitierten und Graduierten durch den Interpositionsrezess 1668 leitete einen weiteren Verfassungskonflikt ein. 1677/78 standen sich jedoch nicht Katholiken und Protestanten gegenüber, sondern Bürger beider Konfessionen und städtische Obrigkeit. Die Bürgerschaft beklagte sich über die Misswirtschaft der Spitalpfleger und die ungerechte Besteuerung, denn das Vermögen der Vermögen der patrizischen, nobilitierten und graduierten Innere Räten war von der Besteuerung ausgenommen. Zudem war die Stadt durch Truppeneinquartierungen stark belastet. 1677 wurde schließlich die Steuergerechtigkeit gefordert. Der Rat stimmte einer Reduzierung der Besoldungen und Abschaffung der "spitälischen Schickungen" (Naturalleistungen des Spitals an die Regimentspersonen und höheren Beamten). Die Bürgerschaft war damit jedoch noch nicht zufrieden. Sie forderte auch den Zugang zu höheren Ämtern. Der Rat beschwerte sich zwischenzeitlich beim Kaiser, der die kreisausschreibenden Fürsten zur Bildung einer Kommission beauftrage. Die Kommission lehnte die Abschaffung oder Aufhebung der öffentlichen Dienste und Ämter ab, stimmte der Beschneidung der Amts- und Dienstgelder sowie der Abschaffung der spitälischen Schickungen zu. Zu einer konkreten Entscheidung über den Zugang der Gemeinde zu höheren Ämtern kam es 1678 nicht, was im Verlauf der kommenden Zeit zu weiteren Konflikten führte. Bei der Besteuerung sollte eine "durchgehende Gleichheit" beachtet werden. Alle Bestimmungen wurden in einem Subdelegationsrezess vom 9./19. September 1678 festgehalten. Die Akte ist teilweise so stark beschädigt, dass eine Benutzung nicht möglich ist. Die Schriftstücke haben zum größten Teil kein Datum und wurden deshalb in der Ordnung belassen, wie sie vorgefunden wurden.
Bürgerunruhen
Bürgerschaft
Kommission
Kreisausschreibender Fürst
Bürgermeister
Rat
Beschwerdeschrift
Nobilität
Graduität
Obrigkeit
Besteuerung
Patriziat
Steuergerechtigkeit
Spitälische Schickung
Naturalleistung
Spital
Stadtregiment
Besoldung
Dienstgeld
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
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Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
11.08.2025, 11:20 MESZ
Hierarchie
Hierarchie Detailansicht
- Landeskirchliches Archiv Stuttgart (Archivtektonik)
- F - Dekanatsarchive (Tektonik)
- F 8 - Evangelisches Dekanatamt Biberach (Bestand)
- II. Akten (Gliederung)
- 1. Reichsstädtische Zeit (Gliederung)
- 1.1. Verfassung, Verfassungsstreitigkeiten, konfessionelle Konflikte (Gliederung)
- 1.1.4. Verfassungskonflikte, konfessionelle Konflikte (Gliederung)
- 1.1.4.5. Konflikte zwischen Bürgerschaft und Obrigkeit (Gliederung)