Vor dem Notar Peter Mauer von Kronenburg, Bürger zu Münstereifel, erschien auf Schloß Virneburg der ehrenfeste Bernhard von dem Neuenhoven, Amtmann zu Virneburg und zu Kronenburg, im Namen der Gräfin und trug vor, daß am 9. Januar 1599 etwa 100 kurtrierische Untertanen von Mayen mit Wissen und Willen des Erzbischofs mit Gewalt in die Grafschaft Virneburg eingefallen wären und den armen Leuten Vieh, Nahrungsmittel und sonstigen Besitz geraubt sowie sie mit tödlichen Waffen bedroht hätten. Da außerdem in den Dörfern die Pest grassiert, hat der Amtmann die beleidigten und bedrohten Untertanen mit dem Notar auf Schloß Virneburg geladen, um durch ein Verhör ein sicheres Beweismittel für die Zukunft zu erlangen. Der Notar hat die Untertanen einzeln verhört, nachdem er sie ermahnt hatte, die Wahrheit zu sagen. Zunächst sagten die Nachbarn zu Münk aus. Als erste sagte Margarete, die Frau des Heimbürgen, aus, ihr Mann sei während des Überfalls mit einer Sau nach Losheim gegangen. Sie, ihre Tochter Katharina (Tringen) und viele andere Nachbarn seien aus dem Dorf geflohen, als sie das Geschrei hörten; ihre Söhne Steffen und Matthias hätten sich im Heu verborgen. Die Mayener hatten ihre verschlossene Haustür aufgebrochen, ihr ein irdenes Töpfchen mit einem Pfund Butter, drei Käse, ein Pfund Wachs, einen Hahn, zwei [...], einer ganz neu, der andere etwa ein Jahr gebraucht, einen halben Bodem Unschlitt sowie Würste von einem Schwein weggenommen und dazu von der Herde, die sie aus dem Gebüsch geholt hatten, zwei Jungschweine, die am vergangenen Fronleichnamstag jung gewesen waren. - Nikolaus Baur sagt aus, die Mayener seien mit bewaffneter Hand in ihr Dorf eingefallen, hätten seine Haustüre mit einer Bank gewaltsam geöffnet, zwei mal zwei hätten sich mit brennenden Lumpen in seine Haustüre gestellt, ein anderer habe eine Axt ergriffen, und sie hätten drei von seinem Gesinde gefangen genommen. Dabei habe ihm einer mit der Büchse oder Faust so aufs Auge gestoßen, daß dieses ganz schwarz geworden sei, geschwollen und schließlich aufgebrochen. Als sie ihn zur Tür hinaus stießen, habe seine Frau sich an ihm festgehalten und laut geschrien, da habe sie einem der Mayener mit einer Kinderpfanne etliche Male auf den Kopf geschlagen. Als der Soldat ihn deswegen nicht wegschleifen konnte und um Hilfe rief, habe ein anderer Soldat mit einem Rohr nach ihr geschlagen, in ihre Haare gegriffen, den Schleier abgerissen und behalten. Den Stoß in die Seite habe seine Frau mehr als acht Tage gespürt. Schließlich sei der Befehlshaber der Soldaten, Heinrich Loer von Mayen, dazu geritten und habe gerufen, wer sich wehre, den solle man zu Boden schlagen. Die Gefangenen seien dann auf den Platz bei Heinrich Loer gebracht worden und befragt, wo ihre Schweine seien. Als er behauptete, die seien nicht zu Hause, sondern zu Nitz, habe der Anführer dem Henker Pützhagk befohlen, ihm die Daumenschrauben anzulegen. Als er darauf gesagt habe, die seien doch nur für Diebe und Schelmen, habe der Henker zwar in die Büchse gefaßt, ihm aber nichts getan. Dann sei er zusammen mit Servatius (Zirvaß) Lux, Johanns Sohn, mit in das Gebüsch genommen worden und unter Drohungen zur Suche nach der Spur der Schweine gezwungen worden. Da der Zeuge befürchtete, alle seine fünf Schweine seien bei der Herde und damit für ihn verloren - tatsächlich waren zwei aber im Gebüsch geblieben -, hatte er Michel Emmerich von Nachtsheim gebeten, ihm wenigstens eines zu lassen, worauf dieser ihm ein kleines hinkendes Schwein zurückgegeben habe. Als sie ihn dann aber gefangen wegführen wollten, sei seine Frau laut schreiend hinter ihm hergelaufen, daher sei er schließlich freigelassen worden. Dafür habe seine Frau den Soldaten zwei Kammstücke Schweinefleisch gegeben. - Johan Ferber sagt aus, er sei nicht zu Hause gewesen und seine Frau sei aus dem Haus gelaufen, in sein Haus seien die Schützen auch nicht eingedrungen. Allerdings hätten sie ihm bei der Herde eine Sau im Alter von drei Jahren und ein junges Schwein, das am letzten Fronleichnam ein Ferkel gewesen war, weggenommen, die Sau war etwa sieben Taler wert, das junge Schwein hätte er wohl für sieben Gulden verkaufen können. Am gleichen Tag seien vier Mayener nach Mimbach gekommen und hätten den Kindern seines Schwagers Georg und seiner Schwester Anna zwei Pferde weggenommen, eines habe einen Wert von 30, das andere von 16 kölnischen Gulden gehabt. Die Pferde hätten dann zwei Tage zu Mayen bei Jakob Müller gestanden und er habe sie dort mit zwei Gulden für Futter wieder ausgelöst. - Johann Schneider sagt, er sei gerade mit Anton Paulus dabei gewesen, auf dem Kirchhof zu Nachtsheim ein Grab für Martins Frau auszuheben, die im Kindbett gestorben war. Die Soldaten hätten sie gefangen mitnehmen wollen, dies jedoch auf ihre Bitten hin in Anbetracht des Ortes und der Umstände gelassen. Seiner Frau seien aus dem Haus ein Schleier und drei Brote weggenommen worden, außerdem sei ihm von der Herde ein Schwein weggenommen worden, das ihm sechs Taler gebracht hätte, wenn er es bis Fastnacht behalten hätte. - Niclas Johans, der Sohn des alten Heimbürgen, an Stelle seines Vaters, sagt aus, dieser sei am 9. Januar schon krank im Haus gelegen; obwohl die Tür aufgebrochen wurde, hätte man ihnen aus diesem Grunde nichts geraubt, allerdings sei ihnen ein Schwein im Wert von drei Talern von der Herde weggenommen worden. - Godard Martins, der Schneider, sagt aus, er sei am 9. Januar zu Cochem gewesen, von der Herde seien ihm drei Schweine weggetrieben worden, von denen er jedes für 7 Gulden und 18 kölnische Albus hätte verkaufen können. Aus seinem Haus hätten sie das Fleisch eines halben Schweines weggenommen. Am Abend zuvor habe er das Fleisch eines ganzen Schweines eingesalzen, das hätten sie ganz wegnehmen wollen, dann hätte aber jemand angeordnet, daß die Hälfte dem Haushalt - er habe vier kleine Kinder - bleiben solle. - Peter Lux bezeugt, man hätte ihm von der Herde eine Sau im Wert von sechs Gulden weggenommen, ihn hätten sie auf seinem Hof angetroffen und ihn nach der Schweineherde befragt. Als er sich unter Lebensgefahr gewehrt habe, sei er mit einem Rohr in den Nacken geschlagen worden und zur Erde gefallen, er habe noch acht Tage später an den Nachwirkungen gelitten. - Peter Hofmann sagt aus, die von Mayen hätten ihm zwei Säue von der Herde weggetrieben, jede etwa sechs Taler wert, da sie zwei Jahre alt waren. Außerdem seien ihm zwei Pferde aus dem Stall weggenommen und nach Mayen geführt worden, welche er mit einem Orttaler für Futter wieder ausgelöst hat. Ein Pferd war dabei am Hinterbein so verletzt worden, daß es einen Monat im Stall bleiben mußte und einen dauerhaften Schaden zurückbehalte. Außerdem hätten sie ihm die Zügel von einem neuen Zaumzeug weggenommen und behalten und auch die zwei eingesalzenen Stücke Rindfleisch, die er besaß. - Greth Schmitz, Hermanns Frau, deren Mann abwesend war, sagt aus, ihre zwei Pferde hätten gefesselt im Stall gestanden, auf die Fesseln hätten die Soldaten einen Stein gelegt und diese so zerrissen; sie sei dann den Pferden nach Mayen gefolgt und habe sie auslösen können. Einem im Haus hängenden frisch geschlachteten Schwein hätten sie den Kopf und die Vorderhälfte abgeschnitten und mitgenommen. Die Türen von Haus und Scheuern seien mit Gewalt aufgebrochen (uffgelauffen) worden, so daß sie mit Mann und Kindern diese hätten erst wieder instandsetzen (ver lauffen) müssen. - Paulus Steffens Sohn Rölman sagt anstelle seines inzwischen verstorbenen Vaters aus, die Mayener hätten ihnen bei dieser Gelegenheit zwei Schinken aus dem Salz genommen. - Johann Borler wurden ebenfalls die Fesseln seiner beiden Pferde im Stall mit einem Stein beschwert und mit einer Axt durchgehauen; das schlechtere hätte man ihm gelassen, das andere vierjährige sei nach Mayen geführt worden, er habe es aber nicht auslösen können, da es mit dem Fohlen an Welsche verkauft worden sei. Der Wiederbeschaffungspreis für ein entsprechendes Tier liege bei 36 Talern. Weiter seien ihm zwei Zäume, ein eingesalzenes Schwein im Wert von acht Talern weniger 1 Orttaler bis auf den Kopf und ein Rückenstück fortgenommen worden, das Fleisch eines dreijährigen gemästeten Ochsen, den er an Weihnachten geschlachtet hatte und von dem sie noch nichts gegessen hatten, hätten sie bis auf vier Stücke, die im Keller gelegen hatten, und zwei, die sein Knecht auf der Straße wieder bekommen hatte, weggenommen. Seiner Frau sei ein Schleier von drei Ellen, ein Horn und etliche Bräter, deren Zahl er nicht genau wisse, weggenommen worden. Die Tür des Pferdestalls sei entzwei gehauen worden, das Schloß der Haustür gewaltsam aufgebrochen und auch die Kammertür entzweigehauen. - Claß Greten sagt aus, er habe gerade in Lux Peters Ofen gebacken, als ihm aber gesagt wurde, daß die Schützen in seinem Haus seien, sei er nach Hause gelaufen und habe in seiner Kammer einen Mayener vorgefunden, der die Büchse mit brennender Lunte auf das Bett gelegt habe und gerade seine Kiste mit einer Axt aufschlug. Es seien dann noch zwei weitere dazu gekommen, und hätten ihm sein Geld, das er eigentlich für den Kauf eines Schweines vorgesehen hatte, nämlich eine Sonnenkrone, drei französische Schleffer, drei Kopfstücke und 26 kleine Albus, weggenommen, wovon er nur ein Kopfstück wiedergefunden habe. Den ersten habe er in die Kellergrube geworfen, aber als auf dessen Schreien hin zwei andere dazu gekommen seien, habe er eilig weglaufen müssen. Außerdem sei ihm ein ganzer Schweinskopf weggenommen worden. Seinem Nachbar Mey, der wegen der Pestseuche nicht habe kommen dürfen, sei ein Schwein von der Herde weggenommen worden, für das ihm ein Andernacher schon sechs Taler geboten hatte, die er aber nicht habe nehmen wollen. Am folgenden Tag wurde das Verhör fortgesetzt. - Johann Weber von Münk sagte aus, die Mayener hätten ihm eine Sau weggenommen, an die er schon fünf Sümmer Hafer verfüttert hatte, bevor sie zu der Herde gekommen sei, und die jetzt einen Wert von acht Talern hätte, außerdem einen Hahn. Sie seien zu fünft in sein Haus gekommen und hätten gefragt, wo er sei, wenn sie ihn fänden, müsse er mit nach Mayen gehen oder sie würden ihn erstechen, das habe er gehört, als er im Heu versteckt gelegen hatte. Pützhagk, der Henker, habe verhindert, daß sie sein Haus weiter durchsucht hätten. Am Donnerstag sei er nach Mimbach an das Kammerfenster des Bruders seiner Frau, Clas, gekommen und habe diesen nach seiner Krankheit gefragt. Der habe gesagt, die Mayener hätten ihn sehr fest gestoßen, seitdem habe er Schmerzen in der Brust, er wisse aber nicht, ob das von dem Stoß käme; am Folgetag sei er gestorben und seine Frau, die krank neben ihm gelegen habe, sei vier Wochen später gestorben. - Adam Scheffer von Mimbach sagt aus, es seien vier Mayener in den Ort gekommen, zwei hätten die Pferde der Kinder des (å) Görgen weggetrieben und zwei hätten Rohre gehabt, um die Schweine wegzutreiben. Die Schützen hätten versucht, die Herdenschweine wegzutreiben, aber sein Gevatter Leis Kölges und sein Schwager Clas Martins hätten die Säue gelockt, so daß diese im Dorf blieben. Als die Schweine wild wurden, seien die Schützen zornig geworden, und einer habe zu seinem Schwager Claß gesagt, er solle auf die Seite weichen, habe ihm jedoch nichts getan, der andere habe aber, in Anwesenheit des Zeugen, unterhalb von Theiß Schafsstall am Weg Claß mit einem Rohr in die Seite gestoßen, so daß der in eine Hecke fiel, aber selber wieder aufstand und nach Hause ging. Die Schützen verlangten von ihm, er solle die Schweine suchen und treiben, aber er antwortete, er könne jetzt nicht gehen. Nach acht Tagen habe er sich ins Bett gelegt und sei nicht mehr aufgestanden, bis er am folgenden Freitag gestorben sei. - Es folgte das Verhör von Anwohnern zu Luxem: Zeige, Witwe von Bohr sagte aus, die Mayener hätten ihr drei Hühner von der Stange genommen und eine Bratwurst. Einige, die sie kannte, hätten die Täter abgehalten, sonst sei ihr vielleicht große Gewalt geschehen. Hofmanns Johann sagte, am Abend seien die Mayener mit bewaffneter Hand in sein Haus gekommen, er sei in der Scheune gewesen, seine Frau habe die Tür geschlossen. Zwei hätten mit Hilfe einer Leiter versucht, die Tür aufzustoßen, die aber nicht aufging, da seine Frau sie zuhielt. Er sei dann dazu gekommen und habe seine Frau gebeten, die Tür aufzumachen und die Schützen, daß sie vor der Tür blieben, er wolle ihnen einen Schinken geben. Sie hätten aber gesagt, sie wollten sieben haben. Sie seien dann ins Haus gekommen, hätten aber, weil sie die Leiter an der Haustür zerbrochen hatten, nicht in den Horst gelangen können. Sie hätten dann mit einer Hacke in den Horst gegriffen und seien auch in die anderen Räume gelaufen, aus denen wieder herauszugehen er sie aber überreden konnte. Man hätte ihm aber aus dem Vorrat ein Stück Rind- und vier Stücke Schaffleisch weggenommen zusammen mit einer Mag- und einer Bratwurst. Als seine Frau darum bat, ihr ein Stück zurückzugeben, hätte ihr einer mit der Faust so aufs Auge geschlagen, daß es blutete. Seine Frau habe dies Heinrich Loer geklagt, der erklärte, es ginge jetzt nicht anders, immerhin habe er einen angehalten, der ihm heimlich eine Schweinefeder weggenommen hatte, und dem befohlen, sie zurückzugeben. Seinem (å) Vater Johann Hofmann hätten sie eine Seite Speck, zwei Schinken, ein paar gestrickte Handschuhe, ein Huhn, und ein Fäßchen Butter, die sie schon im Haus aufaßen, weggenommen. Seinem Schwiegersohn Hans Bell, der damals allein, jetzt aber bei ihm wohne, hätten sie zwei Hühner, ein Tischtuch, ein Pfund Unschlitt, eine Schweinefeder und einen Handkäse weggenommen. - Hans Beltges sagt aus, sein Knecht habe im Hof gestanden und Holz gehauen, als die Mayener hinter seinem Hof standen. Der Zeuge habe dies gesehen, sei ins Haus gegangen und habe die Tür schließen lassen. Zwei Mayener hätten dem Knecht gewaltsam die Axt weggenommen, auf die Tür eingeschlagen und schließlich damit das Schloß aufgebrochen. Vier seien in die Stube gelaufen und hätten trotz allen Flehens eine Kiste mit der Axt aufgeschlagen, so daß das Schloß zerbrach. Aus dem Horst hatten sie vier Magwürste und Bratwürste von vier Schweinen weggenommen sowie Rotwurst von zwei Schweinen. Weiter hätten sie eine Überhose und ein Metzgermesser weggenommen. Sie hätten gedroht, seine schwangere Frau mit der Axt zu schlagen und zu stoßen. - Peter Chärs Frau sagt, sie sei gerade bei ihren Nachbarn gewesen und ihr Mann in ihrer Holzscheuer. Sie sei darauf ins Haus gelaufen und hätte die Tür mit einem dicken hölzernen Nagel verschlossen. Sie hätten wohl zu zehnt versucht, die Tür aufzubrechen, das sei aber nicht gelungen. Darauf hätten sie ein dickes Holzstück aus dem Hühnerstall genommen und die Tür eingeschlagen, es seien darauf so viele Schützen ins Haus gekommen, daß sie die Zahl nicht sagen könne. Sie hätte gebeten, gemach zu tun, ihr Dorf hätte ihnen doch nie etwas getan und sie würde geben, was sie könnte. Das habe aber nichts genutzt, man habe ihr aus dem Horst sechs oder sieben Stück Rindfleisch, zwei Magwürste, ein Horn, einen Hahn und ein neues Blechsieb, das zehn Albus gekostet hatte, weggenommen. Außerdem sei sie mit einer Büchse auf die Stirn und ins Gesicht geschlagen worden, so daß alles schwarz und blutig wurde, sie habe jetzt noch eine Beule davon. Von dem Stoß sei sie nach hinten in einen Kessel kochendes Wasser gefallen. Man habe auch ihren Schrank gewaltsam aufgebrochen und zwei Käse daraus weggenommen. - Ternus Tiel erklärte, er sei damals in Hirten unterwegs gewesen, man habe ihm ein halbes Schwein aus dem Haus geschleift, seine kranke Frau habe vergeblich versucht sich zu wehren, sie hätten auch eine Mag- und eine Bratwurst weggenommen und seiner Frau mit gezogenem Hahn gedroht, sie zu erschießen. - Hans Sortz zu Lirstal (Lierstall) sagt aus, er sei an dem besagten Samstag auf dem Haus Virneburg gewesen und sei gerade auf dem Heimweg über die hohe Straße in den Nachtsheimer Weg gegangen, als er vom Haus Virneburg aus Hauptschüsse hörte und hinter sich auf der Straße zwei Gruppen Bewaffnete erblickt hätte. Die hätten ihn mehrfach angerufen, aber aus Furcht sei er davongelaufen, es hätte ihn jedoch einer gefaßt und ihn gefragt, wo er herkomme, worauf er sagte, von seiner Herrschaft zu Virneburg, wo er zu tun gehabt habe. Ein anderer habe ihn dann gefragt, was die Schüsse bedeuteten, worauf er sagte, er wisse das nicht, worauf sie ihm vorwarfen, ein Landesverräter und Spion zu sein, was er abstritt, er verleugne jedoch seine Obrigkeit nicht, auch wenn es den Hals koste. Darauf habe der andere gefragt, ob denn der Kurfürst nicht mehr sei als eine siebensakramentische Frau. Danach sei er mit einem Rohr auf die Achsel und hinter das linke Ohr geschlagen worden, daß ihm Hören und Sehen vergangen sei, schließlich sei er wieder auf dieselbe Achsel geschlagen worden, so daß er seinen Arm drei Wochen lang nicht gebrauchen konnte, noch heute könne er nicht mit einem Beil hauen. - Anschließend las der Notar den Zeugen ihre Aussagen vor und sie erklärten alle, sie entsprächen der Wahrheit und sie würden sie gegenüber jedem Gericht mit leiblichem Eid beschwören. - Zeugen: Meister Hans Schmidt und Threin Peters, olbrückische Untertanen und Schöffen zu Herresbach. Ausf. Not.-Instr., Perg. - Signet - Rv.

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