C 95 Ortsarchiv Unterjesingen. Neuerer Teil (Bestand)
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C 95
Stadtarchiv Tübingen (Archivtektonik) >> C: Ortsarchive
1701-2016
Form und Inhalt: Geschichte Unterjesingens
Das am Ende des 11. Jahrhunderts erstmals erwähnte Dorf (1275 Yesingen, 1294 Jesingen) gehört mit seinem auf -ingen endenden Ortsnamen zu den ältesten Siedlungen des Amrnertals, aus der Zeit der alemannischen Landnahme. Zuerst den Tübinger Pfalzgrafen gehörig, ging Unterjesingen im 14. Jahrhundert über an die Herren von Ow, die auf der Burg Roseck auf Unterjesinger Gemarkung wohnten. Besitz im Ort hatten auch die Klöster Bebenhausen, Blaubeuren und Kreuzlingen. 1410 kaufte das Kloster Bebenhausen Burg Roseck mitsamt den Vogteirechten an Unterjesingen, womit die hohe Gerichtsbarkeit an Württemberg fiel. Mit der ab 1534 einsetzenden Reformation in Württemberg wurde auch Unterjesingen protestantisch.
1807 wurde Unterjesingen für kurze Zeit zum Oberamt Tübingen geschlagen, bevor es 1810 zum Oberamt Herrenberg kam. Da es hier jedoch bereits ein Jesingen gab, wurde Jesingen an der Ammer in "Unterjesingen" umgetauft, das andere (heute Stadtteil von Herrenberg) in "Oberjesingen". Bei der Auflösung der Oberämter 1938 wurde Unterjesingen ein Teil des Kreises Tübingen.
1945 kam es zu Plünderungen und Verwüstungen durch französische Truppen [vgl. Nr. 972]. In der Folgezeit jedoch weitete sich Unterjesingen vor allem nach Osten aus, bis die Vorkriegsfläche sich mehr als verdoppelt hatte. Auch einige kleinere Industrie siedelte sich an.
1971 wurde Unterjesingen ein Stadtteil von Tübingen. Auch dadurch änderte sich allmählich das soziale Gefüge: Die ehemalige Arbeiterbauerngemeinde wurde immer mehr zur Wohngemeinde, mit einer zunehmenden Anzahl von Beschäftigten im Dienstleistungssektor.
Eine Liste der Bürgermeister seit 1889 findet sich bei Nr. 86.
Bestandsgeschichte
Verwiesen sei an dieser Stelle auf den Bestand C 90 (Ortsarchiv Unterjesingen 1447-1957). Diese Akten und Bände lagerten seit 1945 in chaotischem Zustand auf dem Dachboden des Unterjesinger Rathauses, bevor sie 1974-75 geordnet und verzeichnet wurden. Zurück blieb einiges wenige ältere und jüngere Material, dessen Großteil nach dem Flattich-Aktenplan geordnet war.
Diese nach Flattich geordneten, 1974/75 nicht in C 90 aufgenommenen Akten bilden den vorliegenden Bestand C 95. Er umfasste die Jahre 1701-1988, der Schwerpunkt wird jedoch von Akten aus der Zeit von 1920-1965 gebildet. Die übrigen angesprochenen Akten und Bände lagern noch unverzeichnet auf dem Dachboden des Rathauses in Unterjesingen (so etwa die Gemeindepflegrechnungen ab 1920).
Der Bestand wurde im Juli und August 1992 von Archivinspektoranwärter Peter Ehrmann als Archivarische Probearbeit geordnet, verpackt und verzeichnet. Die EDV-Bearbeitung besorgte Stadtarchivar Udo Rauch.
Gliederung
Der vorliegende Bestand ist nach dem Aktenplan von Hugo Flattich (5. Auflage, 1955) angelegt. Er wurde sicherlich schon in den 1930ern eingeführt, danach aber geriet der Bestand in völlige Unordnung. Bürgermeister Schmid hat ihn 1958 erneut nach dem Flattichplan geordnet. Dieser Aktenplan diente als vorläufiges Repertorium und wurde als Nr. 1 dem Bestand eingefügt, da er oft Hinweise auf sachverwandte Aktenzeichen gibt. Bei der Verzeichnung wurde das jeweilige Aktenzeichen oben rechts mit angegeben. Mit Schrägstrich angefügte Nummern (etwa: 7095/15) entstammen dem Aktenplan selbst, mit Bindestrich angefügte (etwa: 1025-1) stammen vom Bearbeiter. Umfangreichere, in mehrere Faszikel unterteilte Aktenzeichen wurden so nummeriert. Der Bestand besteht vor allem aus Sachakten, und einigen wenigen Bänden. Kassationen erfolgten nicht.
Die vorhandene Gliederung des Bestandes wurde beibehalten. In der Regel bildet also eine Nummer des Aktenplans ein Faszikel. (Ausnahmen wurden gemacht, wo ein Aktenzeichen zu umfangreich (etwa Fasz. 947-954) war, oder völlig neu geordnet werden musste (etwa Fasz. 218-227) .) Die neun Aktengruppen des Flattich-Aktenplanes wurden als Obergruppen verwendet.
Gemeinsam mit dem Bestand C90 wurden die Archivalien von 2014 bis 2015 von der Werkstatt für Buch- und Papierrestaurierung Raum gereinigt.
Das am Ende des 11. Jahrhunderts erstmals erwähnte Dorf (1275 Yesingen, 1294 Jesingen) gehört mit seinem auf -ingen endenden Ortsnamen zu den ältesten Siedlungen des Amrnertals, aus der Zeit der alemannischen Landnahme. Zuerst den Tübinger Pfalzgrafen gehörig, ging Unterjesingen im 14. Jahrhundert über an die Herren von Ow, die auf der Burg Roseck auf Unterjesinger Gemarkung wohnten. Besitz im Ort hatten auch die Klöster Bebenhausen, Blaubeuren und Kreuzlingen. 1410 kaufte das Kloster Bebenhausen Burg Roseck mitsamt den Vogteirechten an Unterjesingen, womit die hohe Gerichtsbarkeit an Württemberg fiel. Mit der ab 1534 einsetzenden Reformation in Württemberg wurde auch Unterjesingen protestantisch.
1807 wurde Unterjesingen für kurze Zeit zum Oberamt Tübingen geschlagen, bevor es 1810 zum Oberamt Herrenberg kam. Da es hier jedoch bereits ein Jesingen gab, wurde Jesingen an der Ammer in "Unterjesingen" umgetauft, das andere (heute Stadtteil von Herrenberg) in "Oberjesingen". Bei der Auflösung der Oberämter 1938 wurde Unterjesingen ein Teil des Kreises Tübingen.
1945 kam es zu Plünderungen und Verwüstungen durch französische Truppen [vgl. Nr. 972]. In der Folgezeit jedoch weitete sich Unterjesingen vor allem nach Osten aus, bis die Vorkriegsfläche sich mehr als verdoppelt hatte. Auch einige kleinere Industrie siedelte sich an.
1971 wurde Unterjesingen ein Stadtteil von Tübingen. Auch dadurch änderte sich allmählich das soziale Gefüge: Die ehemalige Arbeiterbauerngemeinde wurde immer mehr zur Wohngemeinde, mit einer zunehmenden Anzahl von Beschäftigten im Dienstleistungssektor.
Eine Liste der Bürgermeister seit 1889 findet sich bei Nr. 86.
Bestandsgeschichte
Verwiesen sei an dieser Stelle auf den Bestand C 90 (Ortsarchiv Unterjesingen 1447-1957). Diese Akten und Bände lagerten seit 1945 in chaotischem Zustand auf dem Dachboden des Unterjesinger Rathauses, bevor sie 1974-75 geordnet und verzeichnet wurden. Zurück blieb einiges wenige ältere und jüngere Material, dessen Großteil nach dem Flattich-Aktenplan geordnet war.
Diese nach Flattich geordneten, 1974/75 nicht in C 90 aufgenommenen Akten bilden den vorliegenden Bestand C 95. Er umfasste die Jahre 1701-1988, der Schwerpunkt wird jedoch von Akten aus der Zeit von 1920-1965 gebildet. Die übrigen angesprochenen Akten und Bände lagern noch unverzeichnet auf dem Dachboden des Rathauses in Unterjesingen (so etwa die Gemeindepflegrechnungen ab 1920).
Der Bestand wurde im Juli und August 1992 von Archivinspektoranwärter Peter Ehrmann als Archivarische Probearbeit geordnet, verpackt und verzeichnet. Die EDV-Bearbeitung besorgte Stadtarchivar Udo Rauch.
Gliederung
Der vorliegende Bestand ist nach dem Aktenplan von Hugo Flattich (5. Auflage, 1955) angelegt. Er wurde sicherlich schon in den 1930ern eingeführt, danach aber geriet der Bestand in völlige Unordnung. Bürgermeister Schmid hat ihn 1958 erneut nach dem Flattichplan geordnet. Dieser Aktenplan diente als vorläufiges Repertorium und wurde als Nr. 1 dem Bestand eingefügt, da er oft Hinweise auf sachverwandte Aktenzeichen gibt. Bei der Verzeichnung wurde das jeweilige Aktenzeichen oben rechts mit angegeben. Mit Schrägstrich angefügte Nummern (etwa: 7095/15) entstammen dem Aktenplan selbst, mit Bindestrich angefügte (etwa: 1025-1) stammen vom Bearbeiter. Umfangreichere, in mehrere Faszikel unterteilte Aktenzeichen wurden so nummeriert. Der Bestand besteht vor allem aus Sachakten, und einigen wenigen Bänden. Kassationen erfolgten nicht.
Die vorhandene Gliederung des Bestandes wurde beibehalten. In der Regel bildet also eine Nummer des Aktenplans ein Faszikel. (Ausnahmen wurden gemacht, wo ein Aktenzeichen zu umfangreich (etwa Fasz. 947-954) war, oder völlig neu geordnet werden musste (etwa Fasz. 218-227) .) Die neun Aktengruppen des Flattich-Aktenplanes wurden als Obergruppen verwendet.
Gemeinsam mit dem Bestand C90 wurden die Archivalien von 2014 bis 2015 von der Werkstatt für Buch- und Papierrestaurierung Raum gereinigt.
Ortsverwaltung Unterjesingen
7 lfd. m
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
29.04.2025, 08:21 MESZ