Ostindische Regimenter - allgemeine Militärverwaltung (Bestand)
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NLA HA, Hann. 38 C
Nds. Landesarchiv, Abt. Hannover (Archivtektonik) >> Gliederung >> 1 Staatliche Bestände >> 1.11 Kurfürstentum/Königreich Hannover >> 1.11.4 Militaria
1732-1791
Enthält: v.a. Berichte der Offiziere an Feldmarschall von Hardenberg und General von Reden über den Einsatz der Ostindienregimenter, deren Etat und Verwaltung
Geschichte des Bestandsbildners: 1780 wandte sich die East India Company (EIC), die in Indien seit 1773 in finanzielle Schwierigkeiten geraten war und aufgrund militärischer Konflikte mit einheimischen Herrschern und französischen Truppen unter Druck stand, an König Georg III. mit der Bitte um Verstärkung ihrer eigenen Truppen. Wegen des anhaltenden Krieges in Amerika, verfügte Georg III. seinen kurhannoverschen Räten die Errichtung zweier neuer Bataillone für den Dienst in Indien. 1781 wurden die erstmals mit Nummern gekennzeichneten 15. und 16. Infanterieregimenter (ab 1783 umbenannt in 14. und 15. Regiment) neu auf- und für acht Jahre in den Dienst der EIC gestellt. Die Kosten für den Sold, die Überführung nach Indien und die Verpflegung hatte die EIC zu tragen, ebenso die Rückführungskosten für invalide Offiziere. Oberstleutnant Carl Ludwig Reinbold erhielt den Befehl über das 15. (14.) Regiment und das Oberkommando, Oberstleutnant Christoph August von Wangenheim befehligte das 16. (15.) Regiment. Unter den Offizieren, die nicht zuletzt durch hohe Soldzahlungen zum Dienst animiert wurden, finden sich die Namen späterer Generäle der King’s German Legion und der hannoverschen Armee, die Unteroffiziere stammten aus hannoverschen Regimentern, während die Soldaten aus Freiwilligen der kurhannoverschen Armee, aber überwiegend aus fremden Territorien angeworben wurden.
Geschichte des Bestandsbildners: Im April 1783 waren beide Regimenter nach schwierigen und verlustreichen Überfahrten in Madras angelangt und wurden dort in die Truppen der EIC integriert und in den Kämpfen gegen die Franzosen um Cuddalore und gegen das Königreich Mysore unter Tipu Sultan eingesetzt. Das Korps verzeichnete hohe Verluste durch Gefechte und durch Krankheiten aufgrund der ungewohnten klimatischen Verhältnisse, außerdem gab es Rivalitäten zwischen den Oberstleutnants von Wangenheim und Reinbold. Christian August von Wangenheim kehrte 1785 nach Europa zurück, auf ihm folgte Christian Ludwig von Wangenheim bis 1791. Reinbold wurde 1787 abgelöst, verstarb aber auf der Rückreise in China.
Geschichte des Bestandsbildners: Wegen der hohen Verluste fanden 1786 und 1787 neue Werbungen statt, so dass die beiden ostindischen Regimenter schließlich insgesamt 2800 Mann zählten. Nach dem regulären Ende des Vertrags 1789 wurde ein neues Abkommen geschlossen, wonach das 14. Regiment, verstärkt durch Soldaten des 1791 nach Hannover zurückgekehrten 15. Regiments, noch ein weiteres Jahr in Indien verblieb.
Bestandsgeschichte: Der Teilbestand Hann. 38 C - Ostindischen Regimenter - stammt zum Teil aus der Registratur des ehemaligen hannoverschen Generalkommandos; der andere Teil, der fast durchweg Geldangelegenheiten der Regimenter betrifft, bildete ehemals anscheinend Registraturen der Regimenter.
Bestandsgeschichte: Das Generalkommando entstand durch Regierungsreglement des nach England übersiedelnden Kurfürsten Georg Ludwig, welches unter anderem einem kommandierenden General die rein militärischen Aufgaben des Landesherrn übertrug. Die Organisation des Generalkommandos, das in den Staatshandbüchern nicht erscheint, ist unklar; vielleicht hat es überhaupt erst zur Zeit des Siebenjährigen Krieges festere behördliche Formen angenommen. Den überlieferten Akten wurden später, wohl zu Ende des 19. Jahrhunderts, Akten anderer Provenienz hinzugefügt und so die heutigen Teilbestände Hann. 38 A, Hann. 38 B, Hann. 38 C, Hann. 38 D und Hann. 38 E formiert.
Findmittel: Walter, Jörg, Personengeschichtliche Quellen in den Militaria-Beständen des Niedersächsischen Hauptstaatsarchivs Hannover. – Vandenhoeck & Ruprecht in Göttingen 1979 (Veröffentlichungen der Niedersächsischen Archivverwaltung, Heft 38)
Bearbeiter: Drögereit (bis 1968), Rautenberg, Walter, Haberer (2019)
Zusatzinformationen: verzeichnet
Geschichte des Bestandsbildners: 1780 wandte sich die East India Company (EIC), die in Indien seit 1773 in finanzielle Schwierigkeiten geraten war und aufgrund militärischer Konflikte mit einheimischen Herrschern und französischen Truppen unter Druck stand, an König Georg III. mit der Bitte um Verstärkung ihrer eigenen Truppen. Wegen des anhaltenden Krieges in Amerika, verfügte Georg III. seinen kurhannoverschen Räten die Errichtung zweier neuer Bataillone für den Dienst in Indien. 1781 wurden die erstmals mit Nummern gekennzeichneten 15. und 16. Infanterieregimenter (ab 1783 umbenannt in 14. und 15. Regiment) neu auf- und für acht Jahre in den Dienst der EIC gestellt. Die Kosten für den Sold, die Überführung nach Indien und die Verpflegung hatte die EIC zu tragen, ebenso die Rückführungskosten für invalide Offiziere. Oberstleutnant Carl Ludwig Reinbold erhielt den Befehl über das 15. (14.) Regiment und das Oberkommando, Oberstleutnant Christoph August von Wangenheim befehligte das 16. (15.) Regiment. Unter den Offizieren, die nicht zuletzt durch hohe Soldzahlungen zum Dienst animiert wurden, finden sich die Namen späterer Generäle der King’s German Legion und der hannoverschen Armee, die Unteroffiziere stammten aus hannoverschen Regimentern, während die Soldaten aus Freiwilligen der kurhannoverschen Armee, aber überwiegend aus fremden Territorien angeworben wurden.
Geschichte des Bestandsbildners: Im April 1783 waren beide Regimenter nach schwierigen und verlustreichen Überfahrten in Madras angelangt und wurden dort in die Truppen der EIC integriert und in den Kämpfen gegen die Franzosen um Cuddalore und gegen das Königreich Mysore unter Tipu Sultan eingesetzt. Das Korps verzeichnete hohe Verluste durch Gefechte und durch Krankheiten aufgrund der ungewohnten klimatischen Verhältnisse, außerdem gab es Rivalitäten zwischen den Oberstleutnants von Wangenheim und Reinbold. Christian August von Wangenheim kehrte 1785 nach Europa zurück, auf ihm folgte Christian Ludwig von Wangenheim bis 1791. Reinbold wurde 1787 abgelöst, verstarb aber auf der Rückreise in China.
Geschichte des Bestandsbildners: Wegen der hohen Verluste fanden 1786 und 1787 neue Werbungen statt, so dass die beiden ostindischen Regimenter schließlich insgesamt 2800 Mann zählten. Nach dem regulären Ende des Vertrags 1789 wurde ein neues Abkommen geschlossen, wonach das 14. Regiment, verstärkt durch Soldaten des 1791 nach Hannover zurückgekehrten 15. Regiments, noch ein weiteres Jahr in Indien verblieb.
Bestandsgeschichte: Der Teilbestand Hann. 38 C - Ostindischen Regimenter - stammt zum Teil aus der Registratur des ehemaligen hannoverschen Generalkommandos; der andere Teil, der fast durchweg Geldangelegenheiten der Regimenter betrifft, bildete ehemals anscheinend Registraturen der Regimenter.
Bestandsgeschichte: Das Generalkommando entstand durch Regierungsreglement des nach England übersiedelnden Kurfürsten Georg Ludwig, welches unter anderem einem kommandierenden General die rein militärischen Aufgaben des Landesherrn übertrug. Die Organisation des Generalkommandos, das in den Staatshandbüchern nicht erscheint, ist unklar; vielleicht hat es überhaupt erst zur Zeit des Siebenjährigen Krieges festere behördliche Formen angenommen. Den überlieferten Akten wurden später, wohl zu Ende des 19. Jahrhunderts, Akten anderer Provenienz hinzugefügt und so die heutigen Teilbestände Hann. 38 A, Hann. 38 B, Hann. 38 C, Hann. 38 D und Hann. 38 E formiert.
Findmittel: Walter, Jörg, Personengeschichtliche Quellen in den Militaria-Beständen des Niedersächsischen Hauptstaatsarchivs Hannover. – Vandenhoeck & Ruprecht in Göttingen 1979 (Veröffentlichungen der Niedersächsischen Archivverwaltung, Heft 38)
Bearbeiter: Drögereit (bis 1968), Rautenberg, Walter, Haberer (2019)
Zusatzinformationen: verzeichnet
3,3 lfdm
Bestand
Literatur: Knesebeck, Ernst Julius Georg: Geschichte der churhannoverschen Truppen in Gibraltar, Minorca und Ostindien, Hannover 1845 Dienstbibliothek NLA HA Signatur: Oa 4 und HV 05829/45-8
Literatur: Christoph August v. Wangenheim. Im Dienste der British East India Company. Tagebuch der Reise nach Gibraltar, São Salvador/Brasilien und Madras 1782 bis 1785. Hrsg. und kommentiert von Steffen Arndt. Schriften des Thüringischen Staatsarchivs Gotha Bd. 12. Gotha 2017
Literatur: Christoph August v. Wangenheim. Im Dienste der British East India Company. Tagebuch der Reise nach Gibraltar, São Salvador/Brasilien und Madras 1782 bis 1785. Hrsg. und kommentiert von Steffen Arndt. Schriften des Thüringischen Staatsarchivs Gotha Bd. 12. Gotha 2017
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
16.06.2025, 12:45 PM CEST