Anspruch auf 6,5 Morgen Land und Nichtigkeitserklärung einer Verschreibung wegen Wuchers. Am 30. Mai 1587 hatte der gleichnamige Vater des Appellanten von Elisabeth Hartmann, der Äbtissin der Weißen Frauen in Aachen, 150 Aachener Taler aufgenommen. Als nach dem Tode des Vaters die fälligen Renten nicht bezahlt wurden, ließ sich die Gläubigerin in die zum Pfand gesetzten Güter, nämlich ein Haus und Hof mit dem umstrittenen Land „auf dem Hasefeld“ und ein Weinhaus oder Herberge Vettmenges in Aachen immittieren („mit der kertzen an sich gehalten“) und verkaufte sie für 428 Rtlr. am 21. Mai 1596 an Zille von Uersfeld. Die Appellanten, die zu diesem Zeitpunkt noch minderjährig waren, fühlen sich „über die Halbscheid weit betrogen“ und vertreten die Auffassung, die von ihrem Vater in Korn verlangten 12% Zinsen seien Wucher gewesen. Die Appellaten behaupten, die Sache sei wegen des zu geringen Streitwerts nicht appellabel. Das RKG bestätigte am 21. November 1656 das Urteil der Vorinstanz.
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Anspruch auf 6,5 Morgen Land und Nichtigkeitserklärung einer Verschreibung wegen Wuchers. Am 30. Mai 1587 hatte der gleichnamige Vater des Appellanten von Elisabeth Hartmann, der Äbtissin der Weißen Frauen in Aachen, 150 Aachener Taler aufgenommen. Als nach dem Tode des Vaters die fälligen Renten nicht bezahlt wurden, ließ sich die Gläubigerin in die zum Pfand gesetzten Güter, nämlich ein Haus und Hof mit dem umstrittenen Land „auf dem Hasefeld“ und ein Weinhaus oder Herberge Vettmenges in Aachen immittieren („mit der kertzen an sich gehalten“) und verkaufte sie für 428 Rtlr. am 21. Mai 1596 an Zille von Uersfeld. Die Appellanten, die zu diesem Zeitpunkt noch minderjährig waren, fühlen sich „über die Halbscheid weit betrogen“ und vertreten die Auffassung, die von ihrem Vater in Korn verlangten 12% Zinsen seien Wucher gewesen. Die Appellaten behaupten, die Sache sei wegen des zu geringen Streitwerts nicht appellabel. Das RKG bestätigte am 21. November 1656 das Urteil der Vorinstanz.
AA 0627, 3219 - K 773/2045
AA 0627 Reichskammergericht, Teil V: I-L
Reichskammergericht, Teil V: I-L >> 2. Buchstabe K
1643 - 1657 (1480 - 1657)
Enthaeltvermerke: Kläger: Erben des Andreas Kockelkorn, Aachen, und Konsorten: Quirin und Dries Herwartz, (Kl.) Beklagter: Johann im Pohl gen. Orthmans und Konsorten: Peter von Uersfeld (Ursfeldt), Leonhard von Bardenberg, (Bekl.) als Erben der Zille von Uersfeld; als Interessent der Herzog von Jülich Prokuratoren (Kl.): Dr. Barthold Giesenbier 1643 - Lic. Bernhard Henningh 1656 Prokuratoren (Bekl.): Lic. Johann Walraff 1648 - Dr. Vinzenz König 1651 Prozeßart: Appellationsprozeß Instanzen: 1. Wilhelm von Bongart als Herr zu Heyden, Horbach im Land Heyden (Hzm. Jülich, Amt Wilhelmstein; Kr. Aachen) 1622 - 2. Hauptgericht Jülich 1623 - 3. Jül.-berg. Hofkanzlei Düsseldorf 1623 - 4. RKG 1643 - 1657 (1480 - 1657) Beweismittel: Bd. I: RKG-Urteil vom 21. Nov. 1656 (9). Urteil des Hofgerichts Düsseldorf 30. Sept. 1642 (Q 7). Zessions- und Übertragungsbrief der Elisabeth von Hartman, Äbtissin der Weißen Frauen in Aachen, an Zill (Cecilie?) von Uersfeld, Witwe des Lemmen Kockelkorn, über das umstrittene Land im Wert von 427,5 Rtlr. 21. Mai 1596 (Q 8). Pachtbrief des Dietrich von Palant zu Wildenberg über Land im Land Heyden 1480 (Q 17). Bd. II: Rentbrief des Dries Kockelkorn und seiner Frau Anna für das Kloster der Weißen Frauen über sechs Mud Roggen jährlich 30. März 1587 (14 - 17). Urteil der ersten Instanz 25. Feb. 1623 (68f.). Beschreibung: 2 Bde., 7 cm, 246 Bl.; Bd. I: 40 Bl., lose, Q 1 - 19 außer Q 12; 1 Beilage; Bd. II: 206 Bl., gebunden, Q 12 (Vorakten).
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
28.04.2026, 8:13 AM CEST