Familienarchiv von Klüber (Bestand)
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Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 69 von Klüber
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik) >> Nichtstaatliches Archivgut >> Familien- und Herrschaftsarchive >> Adel >> von Klüber
(1642 -) 18. Jahrhundert - 1958
Überlieferungsgeschichte
Zahlreiche Vertreter der aus der Rhön stammenden, in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts in Preußen geadelten Familie standen als leitende Beamte, Militärs und Professoren vorwiegend in badischen und preußischen Militär- und Staatsdiensten. Ihre Karrieren spiegeln die enge Verbindung zwischen Baden und Preußen im 19. Jahrhundert wider. Schwerpunkte dieser kulturhistorisch bedeutsamen Überlieferung sind Skizzen und Fotos vor allem von Mittelmeerreisen aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts und die seit dem Thüngener Amtmann Johann Klüber erhaltenen Familienkorrespondenzen, in denen auch Berufliches zur Sprache kommt. Von besonderer Bedeutung sind hierbei die Berichte Johann Ludwig Klübers vom Wiener Kongress, in denen er dessen Teilnehmer scharfzüngig beschreibt. Obwohl ein Teil der Familienpapiere in den 1990er Jahren vernichtet wurde, haben sich einige persönliche Briefe der Großherzogin Luise von Baden an Charlotte von Klüber erhalten. Die inventarmäßigen Innenaufnahmen der Berliner Wohnungen sind seltene Dokumente großbürgerlicher Wohnkultur.
Inhalt und Bewertung
V.a. Korrespondenz, Familienpapiere und Fotos von Staatsrat Johann Ludwig Klüber, Minister Friedrich Adolf Klüber, Generalmajor Friedrich von Klüber und Prof. für Astronomie Harald von Klüber.
Überlieferung: 1904 löste Generalmajor Friedrich von Klüber aus dem Familienarchiv den beruflichen Nachlass seines Großvaters Johann Ludwig Klüber heraus und schenkte ihn dem Generallandesarchiv (GLA N Klüber); sein Enkel Harald von Klüber fügte 1973 weitere Teile an, darunter auch Schriftgut anderer Familienmitglieder wie Friedrich Adolf Klüber und Johann Philipp Adolf von Klüber. Die eher persönlichen Korrespondenzen seit dem 18. Jahrhundert blieben jedoch im Familienbesitz und so auch manches, was eher zum beruflichen Schriftgut gehört hätte. Um 1990, vor dem Verkauf des Baden-Badener Hauses, wurden weite Teile des jüngeren Schriftguts vernichtet. Nach dem Tod der letzten Eigentümerin, Lotte von Klüber, im Jahr 2005 wurden die Reste des Familienarchivs 2008 und 2009 dem Generallandesarchiv übergeben. Teile des Vermögens wie die Bibliothek waren testamentarisch an die Universität Heidelberg gefallen; zwischen den Büchern fand sich vereinzelt Schriftgut, das ebenfalls 2008 dem Generallandesarchiv übergeben wurden.
Inhalt: Schwerpunkte der Überlieferung sind 1) Familienkorrespondenzen seit der Zeit des Vaters Johann Ludwig Klübers, des Amtmanns Johann Klüber in Thüngen, bis in die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Dass dabei Familiäres und Berufliches ineinanderübergeht, versteht sich von selbst. Von besonderer Bedeutung sind etwa die bisher unbekannten Berichte Johann Ludwig Klübers vom Wiener Kongress, dessen Teilnehmer er scharfzüngig beschreibt; die meist verschlüsselten Namen sind z.T. zeitgenössisch am Rand dechiffriert. 2) Skizzen und Fotos vor allem von Reisen in Europa und Übersee in der 2. Hälfte des 19. und 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Familienarchiv enthält damit vor allem bedeutende kulturgeschichtliche Quellen einer Familie leitender Beamter, Militärs und Professoren, die 1863 bzw. 1874 in Preußen geadelt wurden und in ihren Karrieren zugleich die enge Verbindung zwischen Baden und Preußen im 19. Jahrhundert widerspiegeln. Beispielhaft im einzelnen zu erwähnen sind Stammbücher Johann Ludwig und Friedrich Adolf Klübers, Tagebücher des Ministers Friedrich Adolf Klüber aus der Revolutionszeit 1848/49, Reisezeichnungen aus Oberbayern oder Fotos des vom Erdbeben 1883 zerstörten Ischia und von Exerzierübungen in der Militärakademie in Ohio/Massachusets. Trotz der Vernichtungsaktion von 1990 haben sich immer noch zahlreiche persönliche Briefe der Großherzogin Luise an Charlotte von Klüber erhalten. Die inventarmäßigen Innenaufnahmen der Berliner Wohnungen - in der Graf Spee-Staße vor dem Abriss zu Gunsten des Neubaus der Italienischen Botschaft 1938 - sind seltene Dokumente großbürgerlicher Wohnkultur. Aus der Tätigkeit Harald von Klübers im Astrophysikalischen Observatorium in Potsdam stammen Aufnahmen von Forschungsreisen in der Südsee sowie Bilder des beschädigten, aber unzerstörten Einsteinturms in Potsdam von 1945.
Ordnung: Das vorliegende Kurzverzeichnis kann nur eine vorläufige Bestandsaufnahme sein, um die Benutzung zu ermöglichen. Die Titelaufnahmen übernehmen, wo vorhanden, Umschlag-Aufschriften Haralds von Klüber; die Umschlaginhalte wurden jedoch noch nicht kontrolliert. Vorläufig ist auch die Zuweisung des Schriftguts zu einzelnen Personen (vgl. die Gliederung); wegen Namensgleichheit sind hier sicher Korrekturen nötig (etwa bei der Korrespondenz Friedrichs von Klüber, die auch von seinem Sohn Friedrich (1870-1909) stammen könnte); dasselbe gilt für Reisebilder u.ä., die vorerst noch mit keiner bestimmten Reise zu verknüpfen waren. Der Bestand umfasst 4 lfd.m in 190 Nummern; Signierung und Verpackung übernahm Frau Angelika von Schenck. Bei einer künftigen archivischen Verzeichnung wird es sich empfehlen, die jetzt unscharf gezogenen Grenzen zwischen dem beruflichen Nachlass Johann Ludwig Klüber (GLA N Klüber) und dem Familienarchiv von Klüber (GLA 69 von Klüber) nach Möglichkeit zu korrigieren, also z.B. die fragmentarischen Personalnachlässe in GLA N Klüber in das Familienarchiv herüberzunehmen. Einige dienstliche Unterlagen über Harald von Klüber aus seiner Tätigkeit am "Astrophysikalischen Obersvatorium" in Potsdam finden sich heute im gleichnamigen Bestand des Archivs der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Berlin. Filmrollen aus dem Besitz Harald und Lotte von Klübers werden im Haus des Dokumentarfilms in Stuttgart verwahrt. Karlsruhe, im März 2009/Mai 2010 Konrad Krimm
Zahlreiche Vertreter der aus der Rhön stammenden, in der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts in Preußen geadelten Familie standen als leitende Beamte, Militärs und Professoren vorwiegend in badischen und preußischen Militär- und Staatsdiensten. Ihre Karrieren spiegeln die enge Verbindung zwischen Baden und Preußen im 19. Jahrhundert wider. Schwerpunkte dieser kulturhistorisch bedeutsamen Überlieferung sind Skizzen und Fotos vor allem von Mittelmeerreisen aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts und die seit dem Thüngener Amtmann Johann Klüber erhaltenen Familienkorrespondenzen, in denen auch Berufliches zur Sprache kommt. Von besonderer Bedeutung sind hierbei die Berichte Johann Ludwig Klübers vom Wiener Kongress, in denen er dessen Teilnehmer scharfzüngig beschreibt. Obwohl ein Teil der Familienpapiere in den 1990er Jahren vernichtet wurde, haben sich einige persönliche Briefe der Großherzogin Luise von Baden an Charlotte von Klüber erhalten. Die inventarmäßigen Innenaufnahmen der Berliner Wohnungen sind seltene Dokumente großbürgerlicher Wohnkultur.
Inhalt und Bewertung
V.a. Korrespondenz, Familienpapiere und Fotos von Staatsrat Johann Ludwig Klüber, Minister Friedrich Adolf Klüber, Generalmajor Friedrich von Klüber und Prof. für Astronomie Harald von Klüber.
Überlieferung: 1904 löste Generalmajor Friedrich von Klüber aus dem Familienarchiv den beruflichen Nachlass seines Großvaters Johann Ludwig Klüber heraus und schenkte ihn dem Generallandesarchiv (GLA N Klüber); sein Enkel Harald von Klüber fügte 1973 weitere Teile an, darunter auch Schriftgut anderer Familienmitglieder wie Friedrich Adolf Klüber und Johann Philipp Adolf von Klüber. Die eher persönlichen Korrespondenzen seit dem 18. Jahrhundert blieben jedoch im Familienbesitz und so auch manches, was eher zum beruflichen Schriftgut gehört hätte. Um 1990, vor dem Verkauf des Baden-Badener Hauses, wurden weite Teile des jüngeren Schriftguts vernichtet. Nach dem Tod der letzten Eigentümerin, Lotte von Klüber, im Jahr 2005 wurden die Reste des Familienarchivs 2008 und 2009 dem Generallandesarchiv übergeben. Teile des Vermögens wie die Bibliothek waren testamentarisch an die Universität Heidelberg gefallen; zwischen den Büchern fand sich vereinzelt Schriftgut, das ebenfalls 2008 dem Generallandesarchiv übergeben wurden.
Inhalt: Schwerpunkte der Überlieferung sind 1) Familienkorrespondenzen seit der Zeit des Vaters Johann Ludwig Klübers, des Amtmanns Johann Klüber in Thüngen, bis in die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Dass dabei Familiäres und Berufliches ineinanderübergeht, versteht sich von selbst. Von besonderer Bedeutung sind etwa die bisher unbekannten Berichte Johann Ludwig Klübers vom Wiener Kongress, dessen Teilnehmer er scharfzüngig beschreibt; die meist verschlüsselten Namen sind z.T. zeitgenössisch am Rand dechiffriert. 2) Skizzen und Fotos vor allem von Reisen in Europa und Übersee in der 2. Hälfte des 19. und 1. Hälfte des 20. Jahrhunderts. Das Familienarchiv enthält damit vor allem bedeutende kulturgeschichtliche Quellen einer Familie leitender Beamter, Militärs und Professoren, die 1863 bzw. 1874 in Preußen geadelt wurden und in ihren Karrieren zugleich die enge Verbindung zwischen Baden und Preußen im 19. Jahrhundert widerspiegeln. Beispielhaft im einzelnen zu erwähnen sind Stammbücher Johann Ludwig und Friedrich Adolf Klübers, Tagebücher des Ministers Friedrich Adolf Klüber aus der Revolutionszeit 1848/49, Reisezeichnungen aus Oberbayern oder Fotos des vom Erdbeben 1883 zerstörten Ischia und von Exerzierübungen in der Militärakademie in Ohio/Massachusets. Trotz der Vernichtungsaktion von 1990 haben sich immer noch zahlreiche persönliche Briefe der Großherzogin Luise an Charlotte von Klüber erhalten. Die inventarmäßigen Innenaufnahmen der Berliner Wohnungen - in der Graf Spee-Staße vor dem Abriss zu Gunsten des Neubaus der Italienischen Botschaft 1938 - sind seltene Dokumente großbürgerlicher Wohnkultur. Aus der Tätigkeit Harald von Klübers im Astrophysikalischen Observatorium in Potsdam stammen Aufnahmen von Forschungsreisen in der Südsee sowie Bilder des beschädigten, aber unzerstörten Einsteinturms in Potsdam von 1945.
Ordnung: Das vorliegende Kurzverzeichnis kann nur eine vorläufige Bestandsaufnahme sein, um die Benutzung zu ermöglichen. Die Titelaufnahmen übernehmen, wo vorhanden, Umschlag-Aufschriften Haralds von Klüber; die Umschlaginhalte wurden jedoch noch nicht kontrolliert. Vorläufig ist auch die Zuweisung des Schriftguts zu einzelnen Personen (vgl. die Gliederung); wegen Namensgleichheit sind hier sicher Korrekturen nötig (etwa bei der Korrespondenz Friedrichs von Klüber, die auch von seinem Sohn Friedrich (1870-1909) stammen könnte); dasselbe gilt für Reisebilder u.ä., die vorerst noch mit keiner bestimmten Reise zu verknüpfen waren. Der Bestand umfasst 4 lfd.m in 190 Nummern; Signierung und Verpackung übernahm Frau Angelika von Schenck. Bei einer künftigen archivischen Verzeichnung wird es sich empfehlen, die jetzt unscharf gezogenen Grenzen zwischen dem beruflichen Nachlass Johann Ludwig Klüber (GLA N Klüber) und dem Familienarchiv von Klüber (GLA 69 von Klüber) nach Möglichkeit zu korrigieren, also z.B. die fragmentarischen Personalnachlässe in GLA N Klüber in das Familienarchiv herüberzunehmen. Einige dienstliche Unterlagen über Harald von Klüber aus seiner Tätigkeit am "Astrophysikalischen Obersvatorium" in Potsdam finden sich heute im gleichnamigen Bestand des Archivs der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften, Berlin. Filmrollen aus dem Besitz Harald und Lotte von Klübers werden im Haus des Dokumentarfilms in Stuttgart verwahrt. Karlsruhe, im März 2009/Mai 2010 Konrad Krimm
208 Archivalieneinheiten
Bestand
Weitere Archivalien aus den Nachlässen des badischen Ministers Friedrich Adolf Klüber und seines Vaters, des Heidelberger Staatsrechtslehrers und badischen Staatsrats Johann Ludwig Klüber wurden bereits 1974 im GLA hinterlegt und werden in den Beständen Nichtstaatliches Archivgut Nachlässe Andere Nachlässe N Klüber und Nichtstaatliches Archivgut Nachlässe Politische Nachlässe 52 verwahrt. Filmrollen aus dem Besitz Harald und Lotte von Klüber im Haus des Dokumentarfilms in Stuttgart.
Literatur: Marie Salaba, Hansmartin Schwarzmaier, Die Bestände des Generallandesarchiv Karlsruhe, Teil 1, Selekte, Nachlässe und Sammlungen (A-U), Stuttgart 1988 (Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltrung Baden-Württemberg 39/1), S. 96; Gothaisches Genalogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser 7 (1913), 15 (1921), 17 (1923).
Literatur: Marie Salaba, Hansmartin Schwarzmaier, Die Bestände des Generallandesarchiv Karlsruhe, Teil 1, Selekte, Nachlässe und Sammlungen (A-U), Stuttgart 1988 (Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltrung Baden-Württemberg 39/1), S. 96; Gothaisches Genalogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser 7 (1913), 15 (1921), 17 (1923).
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
03.04.2025, 11:03 MESZ