Nachlass Vortisch, Friedrich (Bestand)
Vollständigen Titel anzeigen
Abt. Staatsarchiv Freiburg, T 1 (Zugang 1976/0032)
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Freiburg (Archivtektonik) >> Nachlässe und Familienarchive >> Nachlässe und Vorlässe
1931-1969
Überlieferungsgeschichte
Geb. 5. März 1899 in Lörrach, gest. 22. September 1991 ebd. Studium der Rechtswissenschaften in Freiburg und Leipzig (bis 1924). Seit 1925 Rechtsanwalt in Lörrach, zunächst als Angestellter in der Kanzlei des Vaters, nach dessen Tod 1935 selbständig. Bis 1933 Mitglied der Deutschen Staatspartei, nach 1945 Mitbegründer der FDP in Südbaden. 1946 Stadtrat in Lörrach, 1946-1947 Mitglied der Beratenden Landesversammlung des Landes Südbaden, 1947-1952 Mitglied des Badischen Landtags, 1951/52 Mitglied der Verfassungsgebenden Landesversammlung Baden-Württemberg, dann Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg bis 1960.
Inhalt und Bewertung
Unterlagen aus der Zeit als Abgeordneter (v.a.: Verkehrspolitik, Schifffbarmachung des Oberrheins, Notstandsgebiet Hotzenwald; Gesetzgebung); Parteiarbeit (DP, FDP); Verfassungsgebung für Baden-Württemberg
Biographie: Friedrich Vortisch wurde am 5. März 1899 in Lörrach geboren, wo er auch am 22. September 1991 starb. Zwischen 1905 und 1908 besuchte er die Volksschule, daran anschließend das Gymnasium in Lörrach, das er mit dem Abitur abschloss. Während seiner Studienzeit im Fach Jura verbrachte er sechs Semester an der Universität Freiburg und zwei Semester an der Universität Leipzig. Während dieser Zeit war er auch Mitglied der Verbindung Albingia. Sein erstes Staatsexamen legte er 1922 in Freiburg, das zweite nach Ableistung des Vorbereitungsdienstes mit Stationen u.a. in Lörrach und Wolfach in Karlsruhe ab. Seit 1925 war Vortisch zunächst bis zum Tod seines Vaters Friedrich Vortisch sen. im Jahr 1935 als Anwalt in dessen Kanzlei angestellt, bevor er eine eigene Anwaltskanzlei eröffnete, die er mit seinem Partner Paul Reerink führte. Im Kriegseinsatz befand sich Vortisch zwischen 1937 und 1940 bzw. 1943 bis 1945. 1940 wurde ihm die Eröffnung einer Steuerrechtskanzlei verwehrt. Nach dem 2. Weltkrieg war Friedrich Vortisch Mitglied der Demokratischen Partei Badens, die sich 1948 an der Gründung der FDP beteiligte. Bereits seit 1933 war er Mitglied der Deutschen Staatspartei gewesen, die 1930 aus einem Zusammenschluss der DDP und der Volksnationalen Reichsvereinigung entstanden war. Politisch wurde er von den Nationalsozialisten als nicht zuverlässig eingestuft, u.a. weil er offenbar bis zum Krieg noch jüdische Mandanten vertreten hatte. Friedrich Vortisch war ab 1946 Mitglied der Beratenden Landesversammlung und gehörte anschließend nach seiner Wahl zum Abgeordneten bis 1952 dem Badischen Landtag an, danach bis 1960 dem baden-württembergischen Landtag. 1963 erschien Friedrich Vortischs Dissertation zum Thema "Die politischen Parteien in der industriellen Gesellschaft". Am 7. Mai 1988 erhielt er die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg.
Überlieferungsgeschichte und Erschließung des Bestandes: Der vorliegende Bestand gelangte bereits lange vor dem Tod des Nachlassers als dessen Schenkung ohne besondere Auflagen am 13. Februar 1974 bzw. am 11. August 1976 in das Staatsarchiv Freiburg. Der größere Teil des Nachlasses Friedrich Vortischs mit einem Umfang von 1,9 lfd. m liegt allerdings im Archiv der Friedrich-Naumann-Stiftung in Gummersbach. Daneben bewahrt das Staatsarchiv Freiburg unter der Signatur D 180/2 Nr. 7243 auch eine Entnazifizierungsakte zu Friedrich Vortisch auf. Nach der Einholung des Bestandes in den 1970er Jahren besorgte Dr. Bernd Ottnad die vorläufige Erschließung, die endgültige Ordnung, Verzeichnung und archivgerechte Verpackung übernahm dagegen Stefanie Albus-Kötz im September 2011 im Rahmen eines Projekts der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg. Dabei wurden auch Bewertungen und Kassationen vorgenommen. Dies betraf insbesondere Druckschriften und Sonderdrucke ohne substantielle Anmerkungen oder persönliche Widmungen sowie Protokolle von Gremien- oder Landtagssitzungen, die ebenfalls keine besonderen Vermerke oder Unterstreichungen trugen und anderweitig archiviert sind. So wurden z.B. die Broschüren des Konstanzer Rheinschifffahrtsverbands, dessen Unterlagen im Baden-Württembergischen Wirtschaftsarchiv aufbewahrt werden, ebenso kassiert wie Protokolle des Landtags oder des ständigen Landtagsausschusses und des Arbeitskreises für Rechtsfragen der FDP, in dem Vortisch Mitglied war. Abgesehen von einem satirischen Text Friedrich Vortischs über Südbaden und die Südweststaatsfrage enthält der Bestand ausschließlich aus der politischen Tätigkeit Friedrich Vortischs erwachsene Unterlagen wie eine Materialsammlung zum Thema Konkordat oder die Sammelakte zu Verkehrsfragen oder zur Schiffbarmachung und Elektrifizierung des Oberrheins. Der vorliegende Bestand umfasst nun 14 Archivalieneinheiten oder 0,3 lfd. m und ist unter der Signatur T 1 (Zugang 1976/0032) einsehbar. Freiburg im September 2011 Dr. des. Stefanie Albus-Kötz
Geb. 5. März 1899 in Lörrach, gest. 22. September 1991 ebd. Studium der Rechtswissenschaften in Freiburg und Leipzig (bis 1924). Seit 1925 Rechtsanwalt in Lörrach, zunächst als Angestellter in der Kanzlei des Vaters, nach dessen Tod 1935 selbständig. Bis 1933 Mitglied der Deutschen Staatspartei, nach 1945 Mitbegründer der FDP in Südbaden. 1946 Stadtrat in Lörrach, 1946-1947 Mitglied der Beratenden Landesversammlung des Landes Südbaden, 1947-1952 Mitglied des Badischen Landtags, 1951/52 Mitglied der Verfassungsgebenden Landesversammlung Baden-Württemberg, dann Mitglied des Landtags von Baden-Württemberg bis 1960.
Inhalt und Bewertung
Unterlagen aus der Zeit als Abgeordneter (v.a.: Verkehrspolitik, Schifffbarmachung des Oberrheins, Notstandsgebiet Hotzenwald; Gesetzgebung); Parteiarbeit (DP, FDP); Verfassungsgebung für Baden-Württemberg
Biographie: Friedrich Vortisch wurde am 5. März 1899 in Lörrach geboren, wo er auch am 22. September 1991 starb. Zwischen 1905 und 1908 besuchte er die Volksschule, daran anschließend das Gymnasium in Lörrach, das er mit dem Abitur abschloss. Während seiner Studienzeit im Fach Jura verbrachte er sechs Semester an der Universität Freiburg und zwei Semester an der Universität Leipzig. Während dieser Zeit war er auch Mitglied der Verbindung Albingia. Sein erstes Staatsexamen legte er 1922 in Freiburg, das zweite nach Ableistung des Vorbereitungsdienstes mit Stationen u.a. in Lörrach und Wolfach in Karlsruhe ab. Seit 1925 war Vortisch zunächst bis zum Tod seines Vaters Friedrich Vortisch sen. im Jahr 1935 als Anwalt in dessen Kanzlei angestellt, bevor er eine eigene Anwaltskanzlei eröffnete, die er mit seinem Partner Paul Reerink führte. Im Kriegseinsatz befand sich Vortisch zwischen 1937 und 1940 bzw. 1943 bis 1945. 1940 wurde ihm die Eröffnung einer Steuerrechtskanzlei verwehrt. Nach dem 2. Weltkrieg war Friedrich Vortisch Mitglied der Demokratischen Partei Badens, die sich 1948 an der Gründung der FDP beteiligte. Bereits seit 1933 war er Mitglied der Deutschen Staatspartei gewesen, die 1930 aus einem Zusammenschluss der DDP und der Volksnationalen Reichsvereinigung entstanden war. Politisch wurde er von den Nationalsozialisten als nicht zuverlässig eingestuft, u.a. weil er offenbar bis zum Krieg noch jüdische Mandanten vertreten hatte. Friedrich Vortisch war ab 1946 Mitglied der Beratenden Landesversammlung und gehörte anschließend nach seiner Wahl zum Abgeordneten bis 1952 dem Badischen Landtag an, danach bis 1960 dem baden-württembergischen Landtag. 1963 erschien Friedrich Vortischs Dissertation zum Thema "Die politischen Parteien in der industriellen Gesellschaft". Am 7. Mai 1988 erhielt er die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg.
Überlieferungsgeschichte und Erschließung des Bestandes: Der vorliegende Bestand gelangte bereits lange vor dem Tod des Nachlassers als dessen Schenkung ohne besondere Auflagen am 13. Februar 1974 bzw. am 11. August 1976 in das Staatsarchiv Freiburg. Der größere Teil des Nachlasses Friedrich Vortischs mit einem Umfang von 1,9 lfd. m liegt allerdings im Archiv der Friedrich-Naumann-Stiftung in Gummersbach. Daneben bewahrt das Staatsarchiv Freiburg unter der Signatur D 180/2 Nr. 7243 auch eine Entnazifizierungsakte zu Friedrich Vortisch auf. Nach der Einholung des Bestandes in den 1970er Jahren besorgte Dr. Bernd Ottnad die vorläufige Erschließung, die endgültige Ordnung, Verzeichnung und archivgerechte Verpackung übernahm dagegen Stefanie Albus-Kötz im September 2011 im Rahmen eines Projekts der Stiftung Kulturgut Baden-Württemberg. Dabei wurden auch Bewertungen und Kassationen vorgenommen. Dies betraf insbesondere Druckschriften und Sonderdrucke ohne substantielle Anmerkungen oder persönliche Widmungen sowie Protokolle von Gremien- oder Landtagssitzungen, die ebenfalls keine besonderen Vermerke oder Unterstreichungen trugen und anderweitig archiviert sind. So wurden z.B. die Broschüren des Konstanzer Rheinschifffahrtsverbands, dessen Unterlagen im Baden-Württembergischen Wirtschaftsarchiv aufbewahrt werden, ebenso kassiert wie Protokolle des Landtags oder des ständigen Landtagsausschusses und des Arbeitskreises für Rechtsfragen der FDP, in dem Vortisch Mitglied war. Abgesehen von einem satirischen Text Friedrich Vortischs über Südbaden und die Südweststaatsfrage enthält der Bestand ausschließlich aus der politischen Tätigkeit Friedrich Vortischs erwachsene Unterlagen wie eine Materialsammlung zum Thema Konkordat oder die Sammelakte zu Verkehrsfragen oder zur Schiffbarmachung und Elektrifizierung des Oberrheins. Der vorliegende Bestand umfasst nun 14 Archivalieneinheiten oder 0,3 lfd. m und ist unter der Signatur T 1 (Zugang 1976/0032) einsehbar. Freiburg im September 2011 Dr. des. Stefanie Albus-Kötz
1-14
Bestand
Vortisch, Friedrich - Nachlass
Vortisch, Friedrich
Deutsche Staatspartei; Vortisch, Friedrich
DP; Vortisch, Friedrich
FDP; Vortisch, Friedrich
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:41 MEZ