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Demokratischer Block - Verbindungsbüro (Bestand)
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Bundesarchiv (Archivtektonik) >> Deutsche Demokratische Republik mit sowjetischer Besatzungszone (1945-1990) >> Organisationen und Verbände >> Zusammenschlüsse von Parteien und Organisationen
1945-1970, 1989
Bestandsbeschreibung: Aufgaben und Organisation:
Am 14.07.1945 schlossen sich unter der Bezeichnung "Einheitsfront der antifaschistisch-demokratischen Parteien" die KPD, die SPD (nach der Vereinigung 1946 SED) die CDU und die LDPD zu einem Bündnis zusammen. In dem gleichzeitig geschaffenen gemeinsamen Ausschuss hatte jede dieser Parteien anfangs fünf, später vier Sitze. Der Zusammenschluss sollte den Parteien die Möglichkeit einer Zusammenarbeit bei der Lösung anstehender Aufgaben bieten. Parlamentarische Institutionen gab es dafür noch nicht. Zur Organisation der Beratungen und Klärung organisatorischer Fragen rief der Ausschuss im Juli ein Verbindungsbüro ins Leben. In die Geschäftsordnung, die wenige Wochen später angenommen wurde, war u. a. die folgenschwere Bestimmung aufgenommen, dass Beschlüsse nur einstimmig zu fassen seien. Die Einheitsfront wurde am 17.06.1949 in "Demokratischer Block der Parteien und Massenorganisationen" umbenannt. Gleichzeitig wurden die politischen Richtlinien und Organisationsprinzipien eindeutig festgelegt.
Bis 1948 kam es zwischen der SED und den anderen Parteien zu teilweise heftigen Auseinandersetzungen, u. a. zur Bodenreform, zur Enteignung in der Industrie sowie über die Volkskongreßbewegung. Mit der Aufnahme der DBD (1948), der NDPD (1948), des FDGB (1948), der FDJ (1950), des DFD (1952) und des Kulturbundes traten kontroverse Diskussionen in den Hintergrund. Diese Organisationen unterstützten rückhaltlos die Positionen der SED. Im Laufe der folgenden Jahre verlor der Block immer mehr an Bedeutung.
Mit der aus der Volkskongressbewegung hervorgegangenen 'Nationalen Front', deren Kern der Demokratische Block bildete, entstand 1949 ein weiteres Organ der Bündnispolitik. Beide waren verantwortlich für das Funktionieren des Mehrparteiensystems. Die Aufgabe des Demokratischen Blocks lag dabei v. a. bei tagespolitischen Regierungsgeschäften im Bereich der Innen- und Wirtschaftspolitik der DDR und bei der Vereinheitlichung der Standpunkte der einzelnen Parteien. Im Dez. 1989 wurde der Demokratische Block aufgelöst.
Registraturbildnergeschichte:
Am 14. Juli 1945 wurde in Berlin die "Einheitsfront der vier antifaschistisch-demokratischen Parteien in Deutschland" als parteiübergreifende, nationale Bewegung für die demokratische Erneuerung Deutschlands und den gemeinsamen Wiederaufbau gebildet. Ihr gehörten die im Frühsommer 1945 zugelassenen Parteien KPD, SPD, CDU und LDPD an. In den gleichzeitig geschaffenen gemeinsamen Ausschuss konnte jede Partei fünf, später vier Vertreter entsenden. Unter wechselndem Vorsitz tagte dieser mindestens zweimal monatlich. Er bot den Parteien zunächst die einzige Möglichkeit, regelmäßig in einem Gremium miteinander zu kommunizieren und sich über politische Fragen zu verständigen. Um eine gemeinsame Politik durchzusetzen, wurde in der Geschäftsordnung festgeschrieben, dass Beschlüsse einstimmig gefasst werden mussten. Am 26. Juli 1945 rief der Ausschuss ein Verbindungsbüro, welches die Beratungen des gemeinsamen Ausschusses organisierte und zwischen den Sitzungen alle organisatorischen Fragen regelte, ins Leben. In den Ländern und Kreisen kamen ebenfalls Vertreter der Parteien in gemeinsamen Ausschüssen zusammen.Am 5. August 1948 beschloss der Block, dem Aufnahmeersuchen der neugegründeten Demokratischen Bauernpartei Deutschlands (DBD) stattzugeben und sie als Mitglied zuzulassen. Gleichzeitig wurde die Zuziehung eines Vertreters des Freien Deutschen Gewerkschaftsbundes (FDBG) einstimmig beschlossen. Am 7. September 1948 erfolgte die Aufnahme der im Juni gegründeten National-Demokratischen Partei Deutschlands (NDPD). Mit der Annahme der "Grundsätze des antifaschistisch-demokratischen Blocks in der sowjetischen Besatzungszone" (Demokratischer Block) am 19. August 1949 wurde nicht nur der Name des Ausschusses geändert, sondern die politischen Richtlinien und die Organisationsprinzipien wurden eindeutig festgelegt.Zum Block auf zentraler Ebene zählte seit 1950 außerdem die Freie Deutsche Jugend (FDJ) und seit Juni 1952 der Demokratische Frauenbund Deutschlands (DFD). Zu bestimmten gesellschaftlichen Fragen, insbesondere in Vorbereitung der Wahlen wurden weitere Organisationen, wie z. B. der Kulturbund, die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes oder die Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe zu Beratungen des Demokratischen Blocks hinzugezogen, obwohl sie auf zentraler Ebene nicht zu dessen ständigen Mitgliedern zählten.Der Block kann als Kern der "Nationalen Front" angesehen werden, wobei er hauptsächlich in den Volksvertretungen und bei der Umsetzung tagespolitischer Regierungsgeschäfte wirksam wurde. Im Verlauf seiner Entwicklung kamen den Blockparteien verstärkt die Aufgabe zu, die jeweiligen "Zielgruppen" für den Aufbau des Sozialismus unter der Führung SED zu gewinnen.Im Dezember 1989 beendete der Demokratische Block seine Tätigkeit.
Bestandsgeschichte:
Die Unterlagen befanden sich bis März 1990 im Archiv des Nationalrates der Nationalen Front. Dabei handelte es sich um 30 Akteneinheiten.Auf Grund einer Vereinbarung zwischen dem Nationalrat der Nationalen Front der DDR und dem Zentralen Staatsarchiv der DDR vom 1. Februar 1990 wurden sie im März 1990 vom Zentralen Staatsarchiv übernommen. Ein Ablieferungsverzeichnis sowie eine Kartei gelangten gleichzeitig ins Zentrale Staatsarchiv. Der Bestand erhielt zwischenzeitlich die Bestandssignatur Z 3, später DZ 3.Im September 1995 erfolgte im Rahmen der Bestandsabgrenzung zwischen der Abteilung DDR des Bundesarchivs und der Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv (SAPMO) die Übergabe des Archivgutes an die Stiftung. Der Bestand erhielt die Signatur DY 3. Auf der Grundlage des Ablieferungsverzeichnisses bzw. der Kartei konnte er unmittelbar der Forschung zur Verfügung gestellt werden.Dem Bestand wurden im Jahr 2003 drei Akten aus dem Bestand Nationalrat der Nationalen Front der DDR (DY 6/vorl. 443, 444, 445) zugeordnet. Sie bilden jetzt die Akteneinheiten DY 3/32 bis 34.Im Jahr 2005 und im Januar 2006 wurde der Bestand in der SAPMO überarbeitet. Durch Herrn Thorsten Schulze erfolgte im Rahmen eines Praktikums in der SAPMO eine intensive Verzeichnung die Protokollreihen.Drei Bände (DY 3/ 28 bis 30), die ausschließlich Dubletten enthielten, wurden im Zuge der Bearbeitung kassiert.
Inhaltliche Charakterisierung: Der vorliegende Bestand umfasst den Zeitraum von 1945 bis 1970 und ein Sitzungsprotokoll aus dem Jahr 1989. Zur Organisation der Beratungen und Klärung organisatorischer Fragen rief der Ausschuss im Juli 1945 ein Verbindungsbüro ins Leben; das Archivgut des Bestandes stammt aus diesem Verbindungsbüro.
Überliefert sind zum überwiegenden Teil Sitzungsprotokolle des gemeinsamen Ausschusses der Einheitsfront der antifaschistisch-demokratischen Parteien bzw. des Demokratischen Blocks. Sie geben Aufschluss über die Zusammenarbeit der Parteien und Organisationen in der SBZ und der DDR, zeigen aber auch die unterschiedlichen Auffassungen der Parteien zu innen- und außenpolitischen Fragen jener Nachkriegsjahre (Entnazifizierung, Bodenreform, Bewahrung der Einheit Deutschlands, Umsiedler u. a.).
Erschließungszustand: Findbuch, Onlinefindbuch
Umfang, Erläuterung: DY 3/1 bis 27, 31 bis 34
Zitierweise: BArch DY 3/...
Demokratischer Block - Verbindungsbüro, 1949-1989
31 Aufbewahrungseinheiten; 1,3 laufende Meter
Bestand
deutsch
Literatur: Aus der Beständen der Bibliothek des Bundesarchivs:
Behring, Rainer: Die Zukunft war nicht offen: Instrumente und Methoden der Diktaturdurchsetzung in der Stadt: Das Beispiel Chemnitz. 2001. Signatur: 01 B 844
Bauer, Theresia:Krise und Wandel der Blockpolitik und Parteineugründungen 1948. 2000. Signatur: 00 B 195
Suckut, Siegfried: Parteien in der SBZ/DDR 1945-1952/Suckut, Siegfried. Bonn: Bundeszentrale für politische Bildung, 2000. ISBN 3-89331-384-2, Signatur: 00 C 261
Amos, Heike: Die Westpolitik der SED 1948/49-1961: "Arbeit nach Westdeutschland" durch die Nationale Front, das Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten und das Ministerium für Staatssicherheit / Heike Amos. Berlin: Akad. Verl., 1999.. - Enth.: Literaturverz. S. [355] - 385, ISBN 3-05-003446-7, Signatur: 99 B 519
Fischer, Gerhard: Zur Entwicklung des politischen Systems in der DDR. 1999.Signatur: 99 B 170
Wettig, Gerhard: Der Konflikt der Ost-CDU mit der Besatzungsmacht 1945 - 1948 im Spiegel sowjetischer Akten / Gerhard Wettig. 1999. Signatur: Z A 19301
Lapp, Peter Joachim: Ausverkauf - das Ende der Blockparteien/Peter Joachim Lapp. Berlin : Ed. Ost, 1998, ISBN 3-932180-58-5, Signatur: 98 A 972
Naimark, Norman M.:The Soviets, the German left, and the problem of "Sectarianism" in the Eastern Zone : 1945 to 1949 / Norman Naimark. 1998. Signatur: 98 B 465
Wrona, Janusz: Zale¿ni czy suwerenni? : Stronnictwo Demokratyczne w województwie lubelskim 1944-1975/Janusz Wrona. Lublin : Wydawn. Uniw. Marii Curie-Sk³odowskiej, 1998.. -Enth.: Literaturverz. S. [331] - 337, ISBN 83-227-1139-5, Signatur: 99 B 247
Zeidler, Stephan: Die Ost-CDU 1956 : eine Blockpartei in der Phase der Entstalinisierung. 1998.
Keiderling, Gerhard: Scheinpluralismus und Blockparteien : die KPD und die Gründung der Parteien in Berlin 1945. 1997. Signatur: Z A 5762
Kos, Franz-Josef: Der Fall Dertinger und die Ost-CDU : ein Stimmungsbild aus den Monaten Januar und Februar 1953 / Franz-Josef Kos. 1997. Signatur: Z A 19301
Tubbesing, Jürgen: Nationalkomitee "Freies Deutschland", Antifaschistischer Block, Einheitspartei : Aspekte der Geschichte der antifaschistischen Bewegung in Leipzig / Jürgen Tubbesing. Beucha : Sax-Verl., 1996.. - Enth. Literaturverz. S. 163 - 173, ISBN 3-930076-25-X, Signatur: 96 A 941
Weber, Hermann Historiker: Herausbildung und Entwicklung des Parteiensystems der SBZ/DDR. 1996.
Reinert, Fritz: Brandenburgs Parteien 1945-1950: Möglichkeiten und Grenzen kooperativer Politik / Fritz Reinert. Potsdam : Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung, 1995.Signatur: 96 A 87
Die Ost-CDU: Beiträge zu ihrer Entstehung und Entwicklung / Michael Richter ... (Hg.). Weimar [u.a.] : Böhlau, 1995.. - Enth.: Literaturverz. S. [253]-255, ISBN 3-412-07895-6, Signatur: 96 B 37
Bednareck, Horst: Vom Aufbruch bis zum Zusammenbruch : Möglichkeiten, Chancen und Grenzen d. Demokrat. Blocks u. d. Nationalen Front d. DDR. Bonn, 1994. Signatur: 93 A 376
Landesblockausschuss der Antifaschistisch-Demokratischen Parteien Brandenburgs: Protokolle des Landesblockausschusses der antifaschistisch-demokratischen Parteien Brandenburgs 1945-1950 / eingel. u. bearb. von Fritz Reinert. Weimar : Böhlaus Nachf., 1994.. - Enth.: Bibliogr. S. 421-424, ISBN 3-7400-0883-0, Signatur: 94 B 218
Der SED-Staat: neues über eine vergangene Diktatur/Jürgen Weber (Hg.) Mit Beitr. von Thomas Ammer ... München : Olzog, 1994., ISBN 3-7892-8340-1, Signatur: 94 B 341
Prokop, Siegfried: Zur Krise des Zentralen Blockausschusses im Jahre 1948. 1993.Signatur: 93 A 883
Tubbesing, Jürgen: NKFD - Antifaschistischer Block - Einheitspartei : Aspekte der Geschichte der antifaschistischen Bewegung in Leipzig/Jürgen Tubbesing. 1993.. -Enth. Bibliogr. S. 131-139, Signatur: 93 C 530
Dokumentation zur Entwicklung der Blockparteien der DDR von Ende September bis Anfang Dezember 1989 / [Bearb.: Katharina Belwe]. Gesamtdeutsches Institut, Bundesanstalt für gesamtdeutsche Aufgaben. Bonn, 1989, Signatur: 93 C 526
Lapp, Peter Joachim: Die "befreundeten Parteien" der SED : DDR-Blockparteien heute. Köln : Verl. Wissenschaft u. Politik, 1988.ISBN 3-8046-8699-0. Signatur: 88 A 2546-a
Suckut, Siegfried: Blockpolitik in der SBZ/DDR : 1945 - 1949 ; die Sitzungsprotokolle des zentralen Einheitsfront-Ausschusses ; Quellenedition / Siegfried Suckut. Köln : Verl. Wiss. und Politik, 1986. ISBN 3-8046-8643-6.Signatur: 87 B 346
Zwanzig Jahre Demokratischer Block : Annotierte Spezialbibliographie ; Zeittafel ; Dokumentensammlung / Institut für Staats- und Rechtswissenschaftliche Forschung, Forschungsgruppe Geschichte der Arbeiter-und-Bauern-Macht. Ausgearb. von Richard Mand ... Potsdam-Babelsberg, 1965. Signatur: 66 A 4226
Hermes, Peter: Die Christlich-Demokratische Union und die Bodenreform in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands im Jahre 1945 / Peter Hermes. Saarbrücken : Verl. der Saarbrücker Zeitung, 1963.. - Nebent.: CDU und Bodenreform in der SBZ 1945.Signatur: 97 A 431
Demokratischer Block der Antifaschistisch-Demokratischen Parteien und der Gewerkschaften in der Sowjetisch Besetzten Zone:Richtlinien des Demokratischen Blocks für die Aufstellung der Kandidaten zu den Volkswahlen im Oktober 1950 / [Demokratischer Block]. Berlin, 1950. Signatur: 99 A 2244
Warum war die Düngemittel-Verordnung notwendig? [S.l.] : [s.n.], 1949.. - Vermutlicher Hrsg.: Demokratischer Block der Antifaschistisch-Demokratischen Parteien und der Gewerkschaften in der Sowjetisch Besetzten Zone. - Enth. u.a.: Aufruf des Demokratischen Blocks an die bäuerliche Bevölkerung, Signatur: 02 A 2745
Prokop, Siegfried: Partei neuen Typs - der Weg in die Sackgasse : d. histor. Wahrheit zwischen d. dt. Stühlen. Berlin. Signatur: Z E 850