Besitzstreit. Die Appellanten protestieren gegen Bescheide der Äbtissin, durch die ihnen untersagt wurde, sich weiterhin Besitzrechte am Bertelings Gut bei Haus Dyck (Kirchspiel Kray, Stift Essen) anzumaßen, und dem Pächter verboten wurde, ihnen weiterhin die Pacht zu liefern. Die Äbtissin sah das Gut als kaduk an und hatte es der Frau des Heinrich Wasserführer, Rentmeister zu Styrum, als Dos gegeben. Die Appellanten dagegen beanspruchen es als Familienbesitz. Sie werfen der Äbtissin vor, solange der Rechtscharakter des Gutes nicht entschieden sei, mit derartigen Bescheiden als Richter in eigener Sache aufzutreten. Die Appellanten erhoben mehrfach Attentatsvorwurf, nachdem zur Durchsetzung der Bescheide - trotz eingelegter Appellation - Vieh gepfändet, und ihr Pächter zur Lieferung der Pachtleistungen an Wasserführer gezwungen worden war. Am 26. März 1628 erließ das RKG Compulsoriales gegen die Appellatin. Die danach eingereichten Schriften der Appellanten, vorwiegend Beschwerden wegen weiterer Attentate, wurden nicht mehr quadranguliert und protokolliert.
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Besitzstreit. Die Appellanten protestieren gegen Bescheide der Äbtissin, durch die ihnen untersagt wurde, sich weiterhin Besitzrechte am Bertelings Gut bei Haus Dyck (Kirchspiel Kray, Stift Essen) anzumaßen, und dem Pächter verboten wurde, ihnen weiterhin die Pacht zu liefern. Die Äbtissin sah das Gut als kaduk an und hatte es der Frau des Heinrich Wasserführer, Rentmeister zu Styrum, als Dos gegeben. Die Appellanten dagegen beanspruchen es als Familienbesitz. Sie werfen der Äbtissin vor, solange der Rechtscharakter des Gutes nicht entschieden sei, mit derartigen Bescheiden als Richter in eigener Sache aufzutreten. Die Appellanten erhoben mehrfach Attentatsvorwurf, nachdem zur Durchsetzung der Bescheide - trotz eingelegter Appellation - Vieh gepfändet, und ihr Pächter zur Lieferung der Pachtleistungen an Wasserführer gezwungen worden war. Am 26. März 1628 erließ das RKG Compulsoriales gegen die Appellatin. Die danach eingereichten Schriften der Appellanten, vorwiegend Beschwerden wegen weiterer Attentate, wurden nicht mehr quadranguliert und protokolliert.
AA 0627, 4416 - 572/1965
AA 0627 Reichskammergericht, Teil VII: P-R
Reichskammergericht, Teil VII: P-R >> 1. Buchstabe P
1628 (1614 - 1629)
Enthaeltvermerke: Kläger: Junker Rembert und Philipp von der Porten im Dyck, Gebrüder Beklagter: Maria Clara, Äbtissin des freiweltlichen Stiftes Essen Prokuratoren (Kl.): Dietrich Dulman (1628) Prokuratoren (Bekl.): Dr. Johann Friedrich Haugk [1614] 1628 Prozeßart: Appellationis Instanzen: 1. Äbtissin zu Essen ? 2. RKG 1628 (1614 - 1629) Beweismittel: Supplik der Dekanin zu Stoppenberg und der Ritterschaft des Stiftes Essen an die Äbtissin „wegen Abschaffung etlicher Gravamina“, samt Bescheid, 1614 (18 - 20). Beschreibung: 2 cm, 25 Bl., lose; Q 1 - 9, 8 Beil. Lit.: Carl Meyer, Geschichte des ehemaligen freiweltlichen adligen Damenstiftes und der Bürgermeisterei Stoppenberg, Essen 1925, S. 314 - 317.
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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11.05.2026, 9:56 AM CEST
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- Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Rheinland
- Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland (Archivtektonik)
- 1. Behörden und Bestände vor 1816 (Archival tectonics)
- 1.4. Reichsbehörden (Archival tectonics)
- 1.4.1. Reichskammergericht (Archival tectonics)
- Reichskammergericht AA 0627 (Archival tectonics)
- Reichskammergericht, Teil VII: P-R (Archival holding)
- 1. Buchstabe P (Classification)