Urfehde Nr. 104
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A 2 e (Urfehden u.a.) Nr. A 2 e (Urfehden u.a.) Nr. 7178
A 2 e (Urfehden u.a.) Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 19, 21-22, 26)
Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 19, 21-22, 26) >> Bd. 19 Urfehden
1529 November 2
Regest: Erasmus Alber +), Bürger zu Reutlingen, bekennt, dass er im Gefängnis von Bürgermeister und Rat der Stadt Reutlingen gelegen ist. Als die Herren durch die Stadt und nachher durch die Zünfte das allgemeine Gebot haben verkünden lassen, dass kein Bürger oder Einwohner der Stadt ohne Wissen und Willen der Obrigkeit wegziehen und keinem Herrn, der wider kaiserl. Majestät, den Bund (= Schwäb. Bund), das Reich und die von Reutlingen sei, dienen solle bei seinem Bürgereid, ist er trotz der Erinnerung des Bürgermeister an dieses Gebot, als er von dem Bürgermeister Urlaub nahm, zu dem Franzosenhaufen gegangen, als er durch Saxhain (= Sachsenheim?) zog, und ist in die Ordnung (= in Reih und Glied) getreten und hat damit Treu und Eid vergessen. Darum hätten die Herren von Reutlingen ihn an seinem Leib härtiglich strafen können. Aber auf seine Bitten haben sie ihn aus dem Gefängnis entlassen. Er hat einen Eid geschworen, wegen der Sache gegen jedermann ewiglich Urfehde zu halten und sich nie zu rächen. Würde er künftig an die Herren oder ihre Bürger eine Forderung haben, so will er sie vor ihren ordentlichen Gerichten darum vornehmen und dabei bleiben lassen. Er soll und will sein Leben lang nie mehr einen Degen, Messer oder andere Waffe tragen noch gebrauchen, auch in keine öffentliche Zech sitzen, in keine Gesellen- oder Trinkstube gehen, bis auf der Herren Gnade (= bis zur Begnadigung durch die Herren). Wenn er Eid und Urfehde nicht hielte, so soll er heissen und sein ein treuloser, brüchiger (= wortbrüchiger), meineidiger und zum Tod verurteilter Mann, den die Herren von Reutlingen richten oder richten lassen mögen, mit was Pen (= Strafe) des Tods sie wollen. Davor soll ihn nichts schützen.
Beschreibstoff: Pg.
Archivale
Zeugen / Siegler / Unterschriften: Siegel: Bernhart Besenfeld, Bürger zu Reutlingen
Siegel (Erhaltung): Siegel vorhanden
Bemerkungen: +) vgl. Urfehde Nr. 83
Genetisches Stadium: Or.
Siegel (Erhaltung): Siegel vorhanden
Bemerkungen: +) vgl. Urfehde Nr. 83
Genetisches Stadium: Or.
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
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