Postämter im Regierungsbezirk Stade (Bestand)
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NLA ST, Rep. 201
Nds. Landesarchiv, Abt. Stade (Archivtektonik) >> Gliederung >> 1 Staatliche und kommunale Bestände >> 1.1 Akten >> 1.1.4 Fachbehörden (bis heute) >> 1.1.4.7 Verkehr und Kommunikation
1906-1969
Bestandsgeschichte: Geschichte der Behörde im Elbe-Weser-Raum
Auf die vielfältigen Vorgängerinstitutionen (z. B. General-Post-Direktorium in Hannover, Norddeutscher Postbezirk), der im weiteren zu behandelnden Reichspost soll hier nicht näher eingegangen werden, da entsprechende Akten in Stade nicht überliefert sind. Mit der Gründung des Deutschen Reiches war auch das Post- und Telegrafenwesen aufgrund Artikel 52 der Reichsverfassung in die Hoheit des Reiches übergegangen, lediglich Bayern und Württemberg hatten sich über gewisse Reservatrechte eine eigene Postverwaltung bis 1920 (Verreichlichung nach Art. 88,170 der Weimarer Verfassung) erhalten. Zunächst unter dem Reichskanzler als I. Abteilung Generalpostamt angesiedelt wurde durch Vereinigung der Generaldirektion der Telegraphen 1875 eine oberste Reichsbehörde mit dem Namen Reichs-Post- und Telegraphenverwaltung (später Reichspostamt) geschaffen. Mit der Umwandlung der ehemaligen Reichsämter in Reichsministerien nannte sich die Behörde nach 1919 Reichspostministerium, das durch die Eingliederung Bayern und Württembergs im folgenden neu gegliedert wurde. Auf der Ebene der Oberpostdirektionen nahm deren Anzahl seit 1871 zunächst kontinuierlich zu. 1873 kam so z. B. die Oberpostdirektion Hamburg (inkl. Oberpostamt Lübeck), 1874 diejenige von Bremen hinzu, die jeweils auch für Bezirke innerhalb der preußischen Provinzen Schleswig-Holstein bzw. Hannover zuständig waren, wogegen Preußen keine Einwände erhob. Der in der Weimarer Republik vielfach erwogene Plan einer Verringerung der Oberpostdirektionen aus Gründen der Sparsamkeit wurde erst 1934 realisiert, hatte jedoch keine direkten Auswirkungen auf den Elbe-Weser-Raum, ebensowenig die weitere kriegsbedingte Reduktion der Oberpostdirektionen von 1943. Mit der Übernahme der Macht durch die britische bzw. amerikanische Besatzung kam es zwischen den Besatzungsmächten und deutschen
Bestandsgeschichte: Dienststellen, die ebenfalls bereits Weisungsbefugnisse gegenüber den unteren Postdienststellen beanspruchten, vor allem im Bezirk der OPD Bremen vorübergehend zu Konflikten über die Zuständigkeit, die sich mit der Bildung des Vereinigten Wirtschaftsgebietes auch für das Post- und Fernmeldewesen mit Sitz in Frankfurt/Main im September 1946 weitgehend auflösten. Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland überließ der nun zuständige Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen der Hauptverwaltung in Frankfurt die Wahrnehmung der Dienstaufsicht bis zu ihrer Überführung in die am 1.4.1950 neu gegründete Bundespostverwaltung.
Geschichte des Bestandes
Aufgrund der Aktenplanumstellung der Postverwaltung zum 1. Januar 1979 und der folgenden Neuorganisation der Oberpostdirektionen zum 1. April 1980 gab es von seiten des Bundespostministeriums einen raschen Bedarf zur Entlastung der Postverwaltung von älterem Schriftgut. Um die Frage einer Aussonderung und Bewertung bundesweit regeln zu können, etablierte sich unter Leitung des Bundesarchivs eine Arbeitsgruppe Bundespost. Die von dieser Arbeitsgruppe erarbeiteten Bewertungskatalog sah vor, dass lediglich auf der Ebene der Oberpostdirektionen geregelte Aussonderungen für A- (Grundsatz-) und B-Akten (Einzelfälle) stattfinden sollten. Für den Elbe-Weser-Raum waren dies die Staatsarchive Bremen für die Oberpostdirektion Bremen (u. a. Lkr. Verden, Rotenburg und Osterholz) und Hamburg für die Oberpostdirektion Hamburg (u. a. Lkr. Cuxhaven und Stade). Lediglich für älteres Schriftgut (nach einer Anweisung des Bundespostministeriums galt der Stichtag 1. April 1950) sollte auch eine möglichst flächendeckende Nachfrage bei den einzelnen Postämtern durch die zuständigen Staatsarchive erfolgen. Die von Stade am 25. Februar 1980 versandten Anfragen erbrachten lediglich Meldungen von den Postämtern in Cuxhaven und Stade. Die
Bestandsgeschichte: Postämter in Osterholz war bereits 1979 zugunsten von Bremen aufgegeben, dasjenige von Bremervörde sollte Rotenburg zugeschlagen werden. Das Postamt Stade hatte sein älteres Schriftgut nach und nach dem Postmuseum in Hamburg zukommen lassen, auch Hemmoor solle laut OPD Hamburg über kein älteres Schriftgut verfügen. Nur das Postamt Cuxhaven meldete noch einen nennenswerten Bestand von Schriftgut aus der Zeit vor 1950. Jüngeres Schriftgut dieser Postämter sollte generell an diejenigen Staatsarchive gehen, die für die betreffenden OPDs zuständig waren. Schließlich erfolgte im November 1983 die Aussonderung beim Postamt Cuxhaven, die hier unter der Akzession 56/83 übernommen wurden. Weitere ausgewählte Akten aus dem Bereich Postbetrieb, Postbeförderung auf Straßen und Schiffahrtswesen wurden aufgrund "von besonderem geschichtlichen Interesse" vom Postamt einbehalten.
Die Akten spiegeln die Errichtung des Postamtes, die Versorgung der umliegenden Ortschaften und Inseln mit Post und Telegraphie, aber auch die Verbindung zum Ausland wider. Auch die Einrichtung einer Küstenfunkstelle wird gestreift. Daneben werden auch die Veränderungen in der Kriegs- und unmittelbaren Nachkriegszeit anhand der Themen Postüberwachung, Postschutz, Feldpost, Post von Kriegsgefangenen und Militärinternierten sowie Behandlung von Invaliden und Schwerbehinderten deutlich. Diese Akten wurden vom U. im Januar 2009 geordnet und verzeichnet.
Literatur:
Erwin Probst: Postorganisation (Beiträge der Akademie für Raumforschung und Landesplanung 14; Behördliche Raumorganisation seit 1800 Grundstudie 3), Hannover 1977
100 Jahre Oberpostdirektion Hamburg (1873-1973), Hg. Oberpostdirektion Hamburg, Hamburg 1973
100 Jahre Oberpostdirektion Bremen, Hg. Oberpostdirektion Bremen, o. O. 1974
60 Jahre Küstenfunkstelle (1912-1972), Hg. Oberpostdirektion Hamburg, Hamburg 1972
Stade, im Januar
Bestandsgeschichte: 2009
Thomas
Bestandsgeschichte: Bardelle
Zusatzinformationen: Abgeschlossen: Nein
Zusatzinformationen: teilweise verzeichnet
Auf die vielfältigen Vorgängerinstitutionen (z. B. General-Post-Direktorium in Hannover, Norddeutscher Postbezirk), der im weiteren zu behandelnden Reichspost soll hier nicht näher eingegangen werden, da entsprechende Akten in Stade nicht überliefert sind. Mit der Gründung des Deutschen Reiches war auch das Post- und Telegrafenwesen aufgrund Artikel 52 der Reichsverfassung in die Hoheit des Reiches übergegangen, lediglich Bayern und Württemberg hatten sich über gewisse Reservatrechte eine eigene Postverwaltung bis 1920 (Verreichlichung nach Art. 88,170 der Weimarer Verfassung) erhalten. Zunächst unter dem Reichskanzler als I. Abteilung Generalpostamt angesiedelt wurde durch Vereinigung der Generaldirektion der Telegraphen 1875 eine oberste Reichsbehörde mit dem Namen Reichs-Post- und Telegraphenverwaltung (später Reichspostamt) geschaffen. Mit der Umwandlung der ehemaligen Reichsämter in Reichsministerien nannte sich die Behörde nach 1919 Reichspostministerium, das durch die Eingliederung Bayern und Württembergs im folgenden neu gegliedert wurde. Auf der Ebene der Oberpostdirektionen nahm deren Anzahl seit 1871 zunächst kontinuierlich zu. 1873 kam so z. B. die Oberpostdirektion Hamburg (inkl. Oberpostamt Lübeck), 1874 diejenige von Bremen hinzu, die jeweils auch für Bezirke innerhalb der preußischen Provinzen Schleswig-Holstein bzw. Hannover zuständig waren, wogegen Preußen keine Einwände erhob. Der in der Weimarer Republik vielfach erwogene Plan einer Verringerung der Oberpostdirektionen aus Gründen der Sparsamkeit wurde erst 1934 realisiert, hatte jedoch keine direkten Auswirkungen auf den Elbe-Weser-Raum, ebensowenig die weitere kriegsbedingte Reduktion der Oberpostdirektionen von 1943. Mit der Übernahme der Macht durch die britische bzw. amerikanische Besatzung kam es zwischen den Besatzungsmächten und deutschen
Bestandsgeschichte: Dienststellen, die ebenfalls bereits Weisungsbefugnisse gegenüber den unteren Postdienststellen beanspruchten, vor allem im Bezirk der OPD Bremen vorübergehend zu Konflikten über die Zuständigkeit, die sich mit der Bildung des Vereinigten Wirtschaftsgebietes auch für das Post- und Fernmeldewesen mit Sitz in Frankfurt/Main im September 1946 weitgehend auflösten. Nach Gründung der Bundesrepublik Deutschland überließ der nun zuständige Bundesminister für das Post- und Fernmeldewesen der Hauptverwaltung in Frankfurt die Wahrnehmung der Dienstaufsicht bis zu ihrer Überführung in die am 1.4.1950 neu gegründete Bundespostverwaltung.
Geschichte des Bestandes
Aufgrund der Aktenplanumstellung der Postverwaltung zum 1. Januar 1979 und der folgenden Neuorganisation der Oberpostdirektionen zum 1. April 1980 gab es von seiten des Bundespostministeriums einen raschen Bedarf zur Entlastung der Postverwaltung von älterem Schriftgut. Um die Frage einer Aussonderung und Bewertung bundesweit regeln zu können, etablierte sich unter Leitung des Bundesarchivs eine Arbeitsgruppe Bundespost. Die von dieser Arbeitsgruppe erarbeiteten Bewertungskatalog sah vor, dass lediglich auf der Ebene der Oberpostdirektionen geregelte Aussonderungen für A- (Grundsatz-) und B-Akten (Einzelfälle) stattfinden sollten. Für den Elbe-Weser-Raum waren dies die Staatsarchive Bremen für die Oberpostdirektion Bremen (u. a. Lkr. Verden, Rotenburg und Osterholz) und Hamburg für die Oberpostdirektion Hamburg (u. a. Lkr. Cuxhaven und Stade). Lediglich für älteres Schriftgut (nach einer Anweisung des Bundespostministeriums galt der Stichtag 1. April 1950) sollte auch eine möglichst flächendeckende Nachfrage bei den einzelnen Postämtern durch die zuständigen Staatsarchive erfolgen. Die von Stade am 25. Februar 1980 versandten Anfragen erbrachten lediglich Meldungen von den Postämtern in Cuxhaven und Stade. Die
Bestandsgeschichte: Postämter in Osterholz war bereits 1979 zugunsten von Bremen aufgegeben, dasjenige von Bremervörde sollte Rotenburg zugeschlagen werden. Das Postamt Stade hatte sein älteres Schriftgut nach und nach dem Postmuseum in Hamburg zukommen lassen, auch Hemmoor solle laut OPD Hamburg über kein älteres Schriftgut verfügen. Nur das Postamt Cuxhaven meldete noch einen nennenswerten Bestand von Schriftgut aus der Zeit vor 1950. Jüngeres Schriftgut dieser Postämter sollte generell an diejenigen Staatsarchive gehen, die für die betreffenden OPDs zuständig waren. Schließlich erfolgte im November 1983 die Aussonderung beim Postamt Cuxhaven, die hier unter der Akzession 56/83 übernommen wurden. Weitere ausgewählte Akten aus dem Bereich Postbetrieb, Postbeförderung auf Straßen und Schiffahrtswesen wurden aufgrund "von besonderem geschichtlichen Interesse" vom Postamt einbehalten.
Die Akten spiegeln die Errichtung des Postamtes, die Versorgung der umliegenden Ortschaften und Inseln mit Post und Telegraphie, aber auch die Verbindung zum Ausland wider. Auch die Einrichtung einer Küstenfunkstelle wird gestreift. Daneben werden auch die Veränderungen in der Kriegs- und unmittelbaren Nachkriegszeit anhand der Themen Postüberwachung, Postschutz, Feldpost, Post von Kriegsgefangenen und Militärinternierten sowie Behandlung von Invaliden und Schwerbehinderten deutlich. Diese Akten wurden vom U. im Januar 2009 geordnet und verzeichnet.
Literatur:
Erwin Probst: Postorganisation (Beiträge der Akademie für Raumforschung und Landesplanung 14; Behördliche Raumorganisation seit 1800 Grundstudie 3), Hannover 1977
100 Jahre Oberpostdirektion Hamburg (1873-1973), Hg. Oberpostdirektion Hamburg, Hamburg 1973
100 Jahre Oberpostdirektion Bremen, Hg. Oberpostdirektion Bremen, o. O. 1974
60 Jahre Küstenfunkstelle (1912-1972), Hg. Oberpostdirektion Hamburg, Hamburg 1972
Stade, im Januar
Bestandsgeschichte: 2009
Thomas
Bestandsgeschichte: Bardelle
Zusatzinformationen: Abgeschlossen: Nein
Zusatzinformationen: teilweise verzeichnet
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
16.06.2025, 12:45 MESZ