Stift Möckmühl (Bestand)
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, A 504
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Altwürttembergisches Archiv >> Bezirksbehörden des Kirchenguts und der Universität >> Kloster- und Stiftsgutverwaltungen
[1333] 1506-1831
Inhalt und Bewertung
Chorherrenstift 1379-1558, dann Stifts- und Geistliche Verwaltung bis 1806.
Urkunden bis 1300 in: A 601, von 1301-1500 in: A 602.
1. Zur Geschichte des Stifts Möckmühl: Der an der Mündung der Seckach in die Jagst gelegene Ort Möckmühl wurde wohl um die Mitte des 13. Jahrhunderts zur Stadt erhoben. Damals hatten die Herren von Dürn Möckmühl als Lehen von den Würzburger Bischöfen inne. Zwischen 1282 und 1293 erbten die Herren von Hohenlohe den Ort, wobei eine Linie dieses Hauses seinen Sitz zeitweilig in Möckmühl einrichtete. Die Pfarrkirche des Ortes war damals bereits dem benachbarten Säkularkanonikerstift Mosbach inkorporiert, was in der Folgezeit zu häufigen Besitzstreitigkeiten führen sollte. 1379 gründeten die Brüder Kraft (IV.) und Gottfried (V.) von Hohenlohe in Möckmühl ein Stift, das mit der Zuordnung zur Burg als Herrschaftssitz den Charakter eines Residenzstifts erhielt. 1445 allerdings wurde Möckmühl an die Kurpfalz veräußert und lag seither nurmehr am Rande des Herrschaftsbereichs. Dies blieb auch unter der sich ab 1504 anschließenden württembergischen Herrschaft der Fall. Durch die Verpfändung des Ortes zwischen 1521 und 1542 an das Hochstift Würzburg wurde die Reformation hier durch Herzog Ulrich erst nach der Auslösung 1542 durchgeführt. Das Chorherrenstift wurde 1558 eingezogen und sein Besitz und Einkommen - wie in Württemberg üblich - zum allgemeinen Kirchengut geschlagen und einer Stiftsverwaltung übertragen. Zur Verfassung des Stifts ist zu bemerken, daß an der Spitze des Kapitels ein Propst stand, der hier die Funktion des Dekans wahrnahm. Es umfasste 8 Kanonikate. Der überwiegende Teil der Kanoniker entstammte offenbar dem Möckmühler Bürgertum; der Adel war auch hier nur schwach vertreten. Bereits im Spätmittelalter war Möckmühl der Mittelpunkt einer Zent, eines Gerichtsbezirks, zu dem 23 Orte der Umgebung zählten. Amtsstadt war Möckmühl bereits in pfälzischer Zeit und blieb es bis 1808. Bis 1810 war es Unteramt des Oberamts Schöntal, anschließend bis 1938 des Oberamts Neckarsulm.
2. Zur Überlieferung und Verzeichnung des Bestandes: Der vorliegende Bestand umfasst in seinen Hauptteilen sowohl Schriftgut des alten Stiftsarchivs Möckmühl wie auch die Überlieferung der württembergischen Stiftsverwaltung. Die Unterlagen wurden bereits im 16. Jahrhundert im fürstlichen Archiv vermischt und als einheitlicher Bestand, als sogenanntes "Membrum", behandelt. Über den Kirchenrat und weitere Ablieferungen der Stiftsverwaltung erhielt dieser Bestand Zuwachs bis zu Anfang des 19. Jahrhunderts. Dazu kamen von der Kurpfalz über Baden 1874 an Württemberg übergebene Schriftstücke, welche die ehemals pfälzischen Besitzrechte im Bereich des Stifts betreffen. Andererseits wurde seither eine ganze Reihe von Archivalien aus dem Bestand gezogen bzw. selektiert: Zwei vor 1300 datierende Urkunden liegen nun unter A 601 U 35 und U 136, die Urkunden von 1301 bis 1500 unter A 602 Nr. 10795-10865. Des weiteren wurden einige Akten der Überlieferung des Oberrats zugeordnet (A 206 Bü 3778, Bü 5348). Ein Kopialbuch des Stifts findet sich unter H 14 Bd. 184, die Lagerbücher liegen unter H 102/51. Bereits 1584 war das alte Membrum zum Stift Möckmühl von Gabriel Volland verzeichnet worden. Eine weitere Verzeichnung erfolgte 1630 durch J. J. Gabelkover. Diese wurde in den Jahren 1682/98 durch J. C. Schwartz erweitert. Die Titelaufnahmen dieses Repertoriums wurden schließlich in ein maschinenschriftliches Zettelrepertorium übernommen, das bislang als einschlägiges Findmittel zu unserem Bestand diente. 1976 erfolgte eine Neuordnung des Bestandes und eine Neuverzeichnung der Akten, die im Rahmen der praktischen Ausbildung von Frau Elke Gutenkunst durchgeführt wurden. Allerdings wurde diese Neubearbeitung nicht zu Ende gebracht. Bei der nun vorliegenden Neuverzeichnung wurden zunächst die Titelaufnahmen des alten Zettelrepertoriums und die Ergänzungen von Frau Gutenkunst zugrunde gelegt. Die Urkunden wurden neu chronologisch geordnet; für die Akten wurde die alte thematische Ordnung weitgehend beibehalten. Hier wurden Büschel 1 (aus Büschel 8) und Büschel 10 (aus Büschel 11) ergänzt (s. Konkordanz). Die lateinischen Titelaufnahmen wurden übersetzt, die Sprachform und Syntax modernisiert, fehlende Texte ergänzt. Für die Urkunden wurden jeweils Formal-beschreibungen angefertigt, auf die Kopialüberlieferung wurde verwiesen. Die Textverarbeitung mit MIDOSA-95 als Vorstufe zu einem Online-Findmittel leistete Tanja Bürger. Die Neuverpackung und Signierung des Bestandes besorgte Ursula Reibnitz. Neben der Überlieferung der aus dem Staatsarchiv Ludwigsburg eingekommenen Archivalien der Stiftsverwaltung Möckmühl, die hier unter der Bestandsbezeichnung A 504 L geführt wird, und der Archivalien der Möckmühler Stiftspflege Honhardt (A 505), bieten vor allem die Lagerbuchbestände (H 102/51), die Überlieferung des württembergischen Oberrats (A 206, A 213), des Kirchenrats (A 284) sowie die Überlieferung des Amts Möckmühl (A 378, A 378 L) ergänzendes Material. Der Bestand umfasst nun 22 Urkunden und 27 Büschel im Umfang von 1,0 lfd. m. Stuttgart, im Dezember 2001 Dr. Peter Rückert
3. Literatur: Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden, Bd. 4, hg. von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg, Stuttgart 1978. Übersicht über die Bestände des Hauptstaatsarchivs Stuttgart. Altwürttembergisches Archiv, 2. Aufl. bearb. von Hans-Martin Maurer, Stephan Molitor und Peter Rückert (= Veröffentlichungen der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg 32), Stuttgart 1999. Alfred Wendehorst: Das Säkularkanonikerstift Möckmühl in der Würzburger Stiftslandschaft. In: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins 147 (1999), S. 185-192.
Abkürzungen:
abg. abgegangen
anh. anhangend
aufgedr. aufgedrückt
Ausf. Ausfertigung
Bd. Band
besch. beschädigt
Bü Büschel
Fasz. Faszikel
fl. Gulden
fol. Blatt, Blätter
geb. gebunden
h. Heller
Jh. Jahrhundert
Kop. Kopie
lat. lateinisch
lb Pfund
o. D. ohne Datum
Pap. Papier
Perg. Pergament
Pfg. Pfennig
S. Seite
Schr. Schriftstück
Sg. Siegel
ß Schilling
U Urkunde
Konkordanz:
Alte Bestellnr. Neue Bestellnr. Ordnungsnr.
U 1 U 1 4
U 2 U 2 5
U 3 U 3 6
U 4 U 4 8
U 5 U 5 14
U 6 U 6 15
U 7 U 7 16
U 8 U 8 17
U 9 U 9 18
U 10 U 10 19
U 11 U 11 20
U 12 U 12 22
U 13 U 13 3
U 14 U 14 12
U 15 U 15 1
U 16 U 16 21
U 17 U 17 2
U 18 A 602 Nr. 15008 -
U 19 U 18 9
U 20 U 19 7
U 21 U 20 13
U 22 U 21 10
U 23 U 22 11
- Bü 1 23
Bü 2 Bü 2 24
Bü 3 Bü 3 25
Bü 4 Bü 4 26
Bü 5 Bü 5 27
Bü 6 Bü 6 28
Bü 7 Bü 7 29
Bü 8 Bü 8 30
Bü 9 Bü 9 31
- Bü 10 32
Bü 11 Bü 11 33
Bü 12 Bü 12 34
Bü 13 Bü 13 35
Bü 14 Bü 14 36
Bü 15 Bü 15 37
Bü 16 Bü 16 38
Bü 17 Bü 17 39
Bü 19 Bü 19 40
Bü 20 Bü 20 41
Bü 21 Bü 21 42
Bü 22 Bü 22 43
Bü 23 Bü 23 44
Bü 24 Bü 24 45
Bü 25 Bü 25 46
Bü 26 Bü 26 47
Bü 27 Bü 27 48
Bü 28 Bü 28 49
22 Urkunden, 28 Büschel
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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13.11.2025, 2:39 PM CET