Testament der Gertrud Clamans, Witwe des Caspar Schildt. Testament der Frau Gertrud Clamans, Witwe des Caspar Schilt: Vor dem päpstlichen und kaiserlichen im Erzstift und der Stadt Köln approbierten Notar Johann Grussen erschien am 18. April 1633 Frau Gertrud Clämans, Witwe des Caspar Schilt, gesunden Leibes und Verstandes und machte ihr Testament in folgender Weise: 1. Sie möchte in der Predigerherren-Kirche im St.-Peter-von-Mailand-Chörchen ihrem Stand gemäß bestattet werden. - 2. Sie setzt dem Erzbischof von Köln und dem Dombau je einen Turnosen aus. - 3. Frau Margot Schilts, Ehefrau des Arnold Wirtz, ist ihr urkundlich 100 Taler schuldig. 50 schenkt sie ihr davon, 25 schenkt sie der Bruderschaft St. Matthias zu den Frauenbrüdern in Köln, 25 der Bruderschaft des heiligen Sakraments zu den Oliven in Köln. - 4. Sie hat den Eheleuten Wilhelm aus der Scheuren von Steinbuchel und Giertgen Brauns in Wiesdorf (Wistorf) 150 Taler zu je 52 Albus geliehen. Davon schenkt sie ihnen 50, Siger Clamans - nunmehr dessen Kinder - 50 und den Eheleuten Gys und Elsgen Clämans in Wiesdorf und ihren Erben 50 Taler. Der über die 150 Taler vorhandene Schuldbrief ist ausgestellt von Johan Neßelrat, Dinger des Amts Miselohe, Theiß Breidt usw. am 2. Februar 1612. - 5. Sie hat den Eheleuten Hermann von der Urdenbach und Elisabeth zu Wiesdorf 100 Taler geliehen und darüber einen Schuldbrief erhalten. Er ist ausgestellt von Johann Neßelrat, Dinger des Amtes Miselohe, Theis Breidt usw. am 17. Dezember 1611 und unterschrieben von dem Gerichtsschreiber Henricus Flandrian. Den Schuldnern schenkt sie 50 Taler, Heinrich Flieg und seinen Erben ebenfalls 50. - 6. Die Testatrix hat am 27. Oktober 1618 durch den Notar Gerhard Wylach ein Sakramentsoffizium in der Pfarrkirche von St. Christophorus wöchentlich donnerstags gestiftet und dazu ein Haus auf St. Gereonsdriesch, Peiffershaus genannt, im Christophorus-Schrein, libro lata platea, im Jahr 1599 am 1. Juli eingeschrieben, an der einen Seite neben dem Haus der Vikarie des Katharinenaltars zu St. Gereon, und dazu noch 200 Taler, die auf einem Haus auf der Ehrenstraße die Röß genannt belegt waren, nun aber abgelöst sind, dazu noch 100 Taler Hauptsumme auf einem Haus auf der Weyerstraße. An Stelle dieser 300 Taler hat sie der Fundation 400 Taler zu je 52 Albus, nämlich 200 Taler Kapital zu Zons laut der Verschreibung vom 30. September 1604 und noch 200 Taler zu Erp vom 25. Mai 1629 ausgesetzt. Die entsprechenden Dispositionen der ersten Fundation sind damit aufgehoben. - 7. Die Testatrix hatte in der Kapelle s. Norberti im Steinfelder Hof eine 14-tägige Messe gestiftet. Sie stiftet dazu noch eine zweite Messe, damit in Zukunft jede Woche eine Messe gehalten wird. Dafür vermacht sie 600 Taler Kapital zu je 52 Albus, dazu zum Geleucht, für Öl, Kerzen und Wein 300 Taler, von denen 100 Taler aus der obengenannten Weyerstraße und die restlichen 200 Taler aus ihrer Hinterlassenschaft genommen werden sollen. - 8. Den Armen von St. Christophorus auf's Brett vermacht sie 100 Reichstaler, die in Wiesdorf angelegt sind, sprechend auf die Eheleute Peter und Irmgen Musch, vom 1. November 1624, die von den Kirchmeistern jährlich eingezogen werden sollen. Die Armen sollen am Sakramentstag zur Messe erscheinen, für die Erblasserin beten und ihr Almosen empfangen. Der Pfarrer von St. Christophorus soll auch darauf achten, dass das Geld einkommt und den Armen gegeben wird. - 9. Die Testatrix setzt - nach Ausrichtung ihres Begräbnisses und Erledigung der Fundationen - Abt und Konvent von Steinfeld zu ihren Erben ein mit der Bedingung, dass aller Hausrat (hauß stieffel) im Steinfelder Hof in Köln verbleibe und dass Abt und Konvent den Armen in Köln einmal ein Almosen erteilen. - 10. Alle vorigen Testamente werden aufgehoben. Sie ernennt Abt und Konvent von Steinfeld zu ihren Exekutoren. Änderung bleibt vorbehalten. Geschehen und verhandelt in Köln im Steinfelder Hof in der vorderen kleinen Stube an der Straße. Zeugen: Meister Niclaß Schlebusch, Zimmermann und Mauritius von Hagen, Bornbeseinwircker. Unterschrift und Signet des Notars.

Show full title
Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Rheinland
Data provider's object view