Mainzisches Weistum für Königheim Juncker Contz von Fechenbach (Vechenbach), Amtmann zu Gamburg und Külsheim, des Herrn von Mainz, Bischof Conradts (von Duna) Rheingraf genannt, hat Gericht gehalten mit den Schöffen des Herrn von Mainz im Dorf Königheim (Kennicken) und auf Befehl seines Herrn die Rechte des Stiftes und der Gemeinde von den Schöffen weisen lassen wie folgt: Wer in Königheim (Kennicken) Jahr und Tag sitzt ohne nachfolgenden Herrn, gehört dem Herrn von Mainz. Wird dieser oder die Seinen gejagt und kommen sie vor den Kirchhof zu Königheim (Kennicken), so soll man sie einlassen, dasselbe gilt für Graf Michel von Wertheim, ihren Herrn. Kommen beide zusammen vor den Kirchhof, so soll man von beiden soviel Mannen einlassen als möglich ist. Sind sie in Fehde miteinander, so soll der eingelassen werden, der zuerst kommt. Die von Königheim (Kennicken) gehören in die Zent von Bischofsheim und der Herr von Mainz ist der oberste Herr zu Königheim wegen der Zent. Er kann mit seinen eignen Leuten und den Landsiedeln nach Belieben Gericht halten. Nachdem dieses Weistum gegeben war, kamen zu diesem Gericht die Heimbürgen von Königheim Fritz Hotz und Hand Eschwing und die ganze Gemeinde und baten die Schöffen des Herrn von Mainz, möchten auch die Rechte der Gemeinde weisen, das geschah wie folgt: Die Gemeinde zu Königheim hat ein eigens Panier und Insiegel, eignes Eichmaß, Simmer, Bechermaß, Gewicht, Weinmaß und Ellenmaß. Wer sich dagegen vergeht, hat der Gemeinde allein Buße zu zahlen, ausgenommen am Markttag am Mittwoch in der Osterwoche, da hat Graf Michel zu Wertheim den Marktschutz. Wald und Bach ist Gemeindegut, jeder Dorfbewohner hat daran das gleiche Recht. Zu Königheim sind 12 Sandschöffen, die gemeinen Schöffen genannt; sie haben jedem auf sein Verlangen Recht zu sprechen, wessen er auch sei, ausgenommen sind nur Sachen, die vor die Zent oder das geistliche Gericht gehören. Das Schöffenkollegium ergänzt sich selbst. Wer eigene Leute zu Königheim hat, ist nur über diese Leute Herr, das Mahnrecht wegen der Zent und das geistliche Gericht hat aber der Herr von Mainz. Kein Herr zu Königheim darf Schafe oder Vieh auf die Mark treiben, es sei denn, er will sie einem aus der Gemeinde verpfänden. Die Gemeinde ernennt die Heimbürgen, den Kirchner, Torwart, Schützen, Hirten und sonstigen Knecht. Die Schöffen erklärten auch, wenn ein weiteres Recht des Herrn von Mainz und der Gemeinde bekannt würde, so soll dies durch dieses Weistum nicht ungültig sein. Junker Contz von Fechenbach frug nun als Richter und Frager die Heimbürgen, ob sie das Weistum anerkennen, was diese auch taten. Schöffen: Heinz Hagen, Woltz von Merchingen, Fritz Ludwig d.J., Hans Greff, Cuntz Ludwig d.J., Seitz Keck, Hanns Deucher, Cuntz Premer, Heinlein Schmidt, Heusslig Griess d.J., Hanns Trew, alle Einwohner von Königheim. Siegler: der feste Contz von Vechenbach, Amtmann zu Gamburg, Külssheim und Kennickien auf Bitten Johans Hartung, Keller (cellerarius) des Herrn von Meintz zu Bischofsheim, und der Heimbürgen von Kennickein, Conrad von Harthen, Ritter, Hans Dwrung, Eberhart von Rulkirchen, Pfarrherr zu Kennicken, Eberhart von Harthen und Contz Düring.